Schulpflicht

In Deutschland sind alle Kinder ab sechs bzw. sieben Jahren schulpflichtig. Das bedeutet, dass Ihr Kind ab diesem Alter in die Schule gehen muss. Alle in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen gehen für mindestens neun Jahre in die Schule.

Auch geflüchtete Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren müssen meist schon bald nach der Ankunft in Deutschland eine Schule besuchen. Die Regelungen hierzu sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Mehr dazu erfahren Sie im Kapitel zu Ihrem Bundesland. Klicken Sie dazu unten auf Ihr Bundesland.

Wichtig: Eltern, die Ihr Kind nicht zur Schule schicken, müssen eine hohe Geldbuße bezahlen.

Auf welche Schule soll ich mein Kind schicken?

In den ersten Schuljahren lernen alle Kinder zusammen in der Grundschule. Die Grundschule dauert zwischen vier und sechs Jahren. Das ist abhängig vom Bundesland, in dem Sie wohnen. Nach der Grundschule wechseln die Schüler auf eine weiterführende Schule. Auf welche Schule Ihr Kind geht, kann einen großen Einfluss auf sein weiteres Leben haben. Umso höher der Schulabschluss Ihres Kindes ist, desto mehr Wahlmöglichkeiten und Berufschancen hat es später. Der höchste Schulabschluss ist das Abitur. Nur mit Abitur kann Ihr Kind später eine Universität besuchen. In einigen Bundesländern entscheiden die Noten bzw. die Lehrer, auf welche weiterführende Schule Ihr Kind gehen darf. In vielen Bundesländern geben die Lehrer nur eine Empfehlung, aber letztendlich entscheiden die Eltern, auf welche Schule sie ihr Kind schicken möchten. Das bedeutet, dass Sie in diesen Bundesländern nicht auf die Empfehlung der Lehrer hören müssen. Es kann allerdings schwierig werden, eine höhere Schule zu finden, die Ihr Kind trotz schlechter Noten aufnimmt.

Wie es in Ihrem Bundesland ist, erfahren Sie im Kapitel zu Ihrem Bundesland. Klicken Sie dazu unten auf Ihr Bundesland.

Wie funktionieren Noten- und Zeugnisvergabe?

Das deutsche Notensystem umfasst sechs Noten: "1" ist die beste Note und "6" ist die schlechteste Note. Die Schüler erhalten zwei Mal im Jahr ein Zeugnis mit Noten für alle Fächer. Das Zwischenzeugnis bekommen die Kinder meist Ende Januar. Dieses Zeugnis dient zur Orientierung für Eltern und Kind über die Leistungen des Kindes. Das Jahreszeugnis vor den Sommerferien entscheidet darüber, ob Ihr Kind in die nächste Klassenstufe wechseln darf oder das Jahr wiederholen muss. In den meisten Grundschulen gibt es während der ersten beiden Schuljahre noch keine Noten im Zeugnis. Stattdessen schreibt der Lehrer oder die Lehrerin einen kurzen Text dazu, wie sich das Kind entwickelt.

Wichtig: Schlechte Noten sind keine Katastrophe. Die Lehrer beraten Sie und Ihr Kind gerne, was zu tun ist. Sie können sich aber auch außerhalb der Schule Rat holen: auch eine Beratungsstelle kontaktieren. Auf der Website des Jugendmigrationsdienstes (JMD) können Sie nach einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe suchen oder sich online beraten lassen. Die Mitarbeiter dort sprechen viele Sprachen. Sie können auch das Elterntelefon unter der 0800 1110550 anrufen und dort Ihr Problem schildern oder Ihre Fragen stellen.

Wo lernen Kinder und Jugendliche, die kein Deutsch können?

Kinder und Jugendliche, die kein oder nur wenig Deutsch sprechen, besuchen anfangs spezielle Klassen, in denen sie Deutsch lernen und mehr über die deutsche Kultur erfahren. Diese Klassen werden "Willkommensklassen", "Vorbereitungsklassen" oder "Übergangsklassen (Ü-Klassen)" genannt. Die Bezeichnung ist in den Bundesländern verschieden. Anschließend werden die Schüler schrittweise in eine Regelklasse eingestuft, die ihrem Alter, ihrer Schulerfahrung und ihrem Deutschniveau entspricht.

Gibt es Alternativen zu den staatlichen Schulen?

Neben den öffentlichen Schulen gibt es in Deutschland auch Privat­schulen. Diese Schulen sind nicht staatlich organisiert, sondern werden beispiels­weise von einem privaten Unter­nehmen, der Kirche oder einem Verein betrieben. Sie haben oft eine besondere Philosophie oder Lehrmethode. Diese Schulen kosten fast immer Geld. Falls Sie überlegen, Ihr Kind auf eine private Schule zu schicken, lassen Sie sich bei der Schule Ihrer Wahl beraten. Eine Liste mit allen Schulen finden Sie im Kapitel zu Ihrem Bundesland. Klicken Sie dazu unten auf Ihr Bundesland.

Mein Kind hat einen besonderen Förderbedarf. Was kann ich tun?

Kinder mit besonderen Schwierigkeiten oder Behinderungen können an vielen Schulen zusammen mit nicht behinderten Kindern lernen. Es gibt aber auch spezielle Schulen nur für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Ihr Kindergarten oder die Sozialarbeiter im Heim können Sie beraten. Unterstützung finden Sie außerdem beim Jugendmigrationsdienst. Auf jugendmigrationsdienste.de können Sie nach einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe suchen oder sich online beraten lassen. Sie können auch das Elterntelefon unter der 0800 1110550 anrufen und dort Ihr Problem schildern oder Ihre Fragen stellen.