Umverteilung

Wenn Asylbewerber*innen oder Menschen mit Duldung innerhalb Deutschlands umziehen möchten, müssen sie einen "Umverteilungsantrag" stellen. Alle Empfänger*innen von Asylbewerberleistungen sind generell verpflichtet an dem Ort zu wohnen, der ihnen zu Beginn zugwiesen wurde. Das nennt man "Wohnsitzauflage". Ein Umzug an einen anderen Ort (Umverteilung), wird nur selten erlaubt. Um eine Umverteilung zu erreichen, müssen Sie einen "Umverteilungsantrag" an die für Sie zuständige Ausländerbehörde stellen. Ein Recht auf Umverteilung besteht nur, wenn Ihr Ehepartner oder Ihr minderjähriges Kind in einem anderen Ort lebt. Ansonsten kann die Behörde entscheiden, ob sie dem Umverteilungsantrag zustimmt oder ihn ablehnt. Um Aussicht auf Erfolg zu haben, brauchen Sie gute Gründe wie z.B. die Pflege kranker Familienangehöriger, das Vorhandensein eines spezialisierten und dringend benötigten Arztes, etc. Gegen die Ablehnung eines Umverteilungsantrags kann vor dem Verwaltungsgericht geklagt werden. Die Erfolgschancen solcher Klagen sind allerdings sehr gering.

Seit 2016 können die Bundesländer auch anerkannten Flüchtlingen oder Asylberechtigten für bis zu 3 Jahre einen Wohnort vorschreiben. Geflüchtete, die eine Berufsausbildung, ein Studium oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit einem Umfang von mindestens 15 Stunden wöchentlich aufnehmen und ein bestimmtes Einkommen haben, sind von dieser Regelung ausgenommen.

 

 

unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF)

UmF sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die ohne Eltern oder Sorgeberechtigten nach Deutschland gekommen sind oder dort zurückgelassen worden sind. Für die umF ist zunächst das Jugendamt zuständig. Im Rahmen der Inobhutnahme muss es sich um die Versorgung und Unterbringung der Kinder und Jugendlichen kümmern. Mehr dazu in unserem Kapitel "Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge".