Was ist eine Kindertagesstätte (Kita)?

In einer Kindertagesstätte (kurz: Kita) wird Ihr Kind zusammen mit anderen gleichaltrigen Kindern tagsüber von ausgebildeten Erzieher*innen betreut. Die Kinder spielen, turnen, malen, basteln und singen zusammen. Sie lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und Streit friedlich zu lösen. In der Kita erfahren die Kinder außerdem etwas über Natur, Ernährung, Technik, andere Menschen und sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Sie machen erste Bekanntschaft mit Buchstaben und Zahlen. Außerdem werden Spielplätze, Theater, Bibliotheken besucht und Feste gefeiert. Gespielt wird drinnen und draußen, im Sommer wie im Winter. Deshalb brauchen Kinder in der Kita wetterfeste Kleidung und Sachen, die auch schmutzig werden dürfen.

Das Wort Kindertagesstätte ist ein Sammelbegriff für verschiedene Kinderbetreuungsformen. Generell unterscheidet man in Deutschland zwischen Kinderkrippe, Kindergarten und Kinderhort.

  • Kinderkrippen sind für Kinder unter drei Jahren.
  • Kindergärten sind für Kinder zwischen drei und sieben Jahren.
  • In einem Kinderhort werden Grundschulkinder am Nachmittag nach dem Schulbesuch betreut.

Wer betreut mein Kind in der Kita?

In der Kita arbeiten Erzieher*innen. Das sind keine Lehrer*innen, sondern Frauen und Männer, die speziell für den Umgang mit kleinen Kindern pädagogisch ausgebildet wurden. In sogenannten „Elterngesprächen“ tauschen sich Eltern und Erzieher*innen über die Entwicklung des Kindes aus. Außerdem gibt es sogenannte „Elternabende“, auf denen wichtige Themen rund um Kita und Erziehung mit allen Eltern gemeinsam besprochen werden.

Welche Kita passt zu meinem Kind?

In Deutschland sind nicht alle Kitas gleich. Zum einen sind da die Kitas, die von den Kommunen betrieben oder gefördert sind, zum anderen die privaten Kitas. Dabei gibt es Kitas, die ein besonderes pädagogisches Konzept verfolgen oder einen besonderen inhaltlichen Schwerpunkt setzen wie musikalische Früherziehung. Es gibt z.B. sogenannte „integrative Kitas“, in denen Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam betreut werden und „bilinguale Kitas“, in denen nicht nur Deutsch, sondern noch eine zweite Sprache gesprochen wird. Außerdem gibt es viele Kitas, deren Konzept auf einer besonderen Philosophie beruht, wie z.B. „Montessori-Kindergärten“ oder „Walddorf-Kitas“. Und es gibt Kitas, die von einer Kirche betrieben werden. 

In kleineren Gemeinden gibt es oft nur eine oder zwei Kitas. In größeren Städten kann die Entscheidung für eine Kita schon schwieriger werden. Alle Kitas bieten regelmäßig sogenannte „Tage der offenen Tür“ an, in denen interessierte Eltern mit ihren Kindern die Kita besuchen und mit den Erzieher*innen sprechen können. Es lohnt sich außerdem andere Eltern oder Nachbar*innen nach ihren Empfehlungen zu fragen. Zusätzlich können Sie sich auch über verschiedene Kita-Portale wie www.kita.de oder www.kindergarten-vergleich.de informieren und dort mehr über die für Sie in Frage kommenden Kitas erfahren. Auf den Kita-Portalen finden Sie in der Regel Informationen zu den Öffnungszeiten, den Besonderheiten und auch zur Platzsituation der Kitas.

Bitte beachten Sie: Sie müssen kein Mitglied einer Kirche sein, um Ihr Kind in einer von einer Kirche betriebenen Kita anzumelden. Es kann aber sein, dass die Kita in das Gemeindeleben der Kirche eingebunden ist und Ihr Kind z.B. regelmäßig Gottesdienste besuchen wird.

Wie bekomme ich einen Kitaplatz für mein Kind?

Um einen Kitaplatz in einer kommunalen Kita zu erhalten, muss ein Antrag beim Jugendamt gestellt werden. Dort erhalten Eltern auch weitere Informationen, wie in der jeweiligen Kommune Plätze vergeben werden. Unter jugendaemter.de finden Sie das für Sie zuständige Jugendamt.

Beim Jugendamt bekommen Sie eine Liste mit allen Kitas in Ihrer Nähe und ein Anmeldeformular, das Sie ausfüllen und dann wieder beim Jugendamt abgeben müssen. Auf diesem Formular geben Sie unter anderem an, welche Kita Sie für Ihr Kind bevorzugen und welche anderen Kitas ebenfalls in Frage kommen würden.

Bitte beachten Sie: Wenn es keine freien Plätze in Ihren Wunsch-Kitas gibt, kann Ihnen das Jugendamt auch einen Platz in einer anderen Kita zuteilen. Diese andere Kita darf aber nicht mehr als 5 km von Ihrem Wohnort entfernt sein bzw. muss mit öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb von 30 Minuten erreichbar sein.

Wenn Sie Ihr Kind in einer privaten Kita anmelden möchten, müssen Sie sich in der Regel direkt bei der Kita melden. Dazu können Sie während der Öffnungszeiten die nötigen Formulare abholen oder Ihr Kind direkt vor Ort anmelden bzw. auf die Warteliste setzen lassen.

Kostet ein Kitaplatz Geld?

Die Kosten für den Kitabesuch sind von Kita zu Kita und Kommune zu Kommune verschieden. Sie hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Betreuungsumfang: wie viele Stunden wird Ihr Kind in der Kita sein
  • Familieneinkommen: wie viel Geld verdienen Sie - je mehr, desto mehr müssen Sie in der Regel bezahlen
  • Anzahl der Geschwisterkinder, die ebenfalls in der Kita sind - je mehr desto weniger müssen Sie für das einzelne Kind bezahlen.

Generell gilt, dass ein Platz in einer Kita, die von der Kommune betrieben oder gefördert wird, günstiger ist als ein Platz in einer privaten Kita. Die Höhe der Kosten sagt aber nichts über die Qualität der Betreuung aus. Nur weil eine Kindertagesstätte teurer ist, heißt das nicht, dass sie auch besser ist.

In einigen Bundesländern sind die von der Kommune betriebenen oder geförderten Kindertagesstätten zum Teil kostenlos:

  • Berlin und Hamburg: Hier ist die Kita für alle Kinder ab der Geburt kostenfrei.
  • Rheinland-Pfalz: Hier ist die Kita für Kinder ab zwei Jahren kostenlos.
  • Hessen und Niedersachsen: Hier müssen Sie für Kinder ab drei Jahren keine Gebühren bezahlen. 
  • Brandenburg und Thüringen: Hier ist das letzte Jahr vor der Einschulung für Ihr Kind kostenlos.
  • Alle anderen Bundesländer: Hier gibt es keine kostenlose Betreuung in den Kitas.

Wichtig: Auch wenn die Kita in Ihrem Bundesland kostenlos ist, müssen Sie dennoch monatlich einen kleinen Geldbetrag für die Verpflegung mit Essen und Trinken bezahlen. Wenn Sie wenig oder kein Einkommen haben, bekommen Sie dafür möglicherweise eine finanzielle Unterstützung. Ob Sie darauf Anspruch haben, erfahren Sie beim für Sie zuständigen Jobcenter oder Sozialamt.

Was kann ich tun, wenn ich mir den Kitaplatz finanziell nicht leisten kann?

Wenn Sie wenig Geld haben und sich die Gebühren für die Kita nicht leisten können, können Sie einen sogenannten „Kita-Gutschein“ beim Jugendamt beantragen. Nachdem Sie einen Kitaplatz für Ihr Kind gefunden haben, beantragen Sie schriftlich die Kostenübernahme beim für Sie zuständigen Jugendamt. Den Antrag finden Sie auf der Homepage Ihres Jugendamts. Sie können ihn auch direkt beim Jugendamt abholen. Sie müssen das Antragsformular ausfüllen und zusammen

  • mit einem Nachweis über Ihr Einkommen (z.B. die letzten drei Gehaltsabrechnungen oder Ihren Bescheid vom Jobcenter oder Sozialamt),
  • einer Bestätigung der Kita und
  • dem Gebührenbescheid der Kita

an das Jugendamt schicken oder dort abgeben. Das Jugendamt wird dann Ihre Unterlagen prüfen und – wenn Ihr Einkommen gering ist – die Kosten für den Kitaplatz Ihres Kindes ganz oder teilweise übernehmen. Das für Sie zuständige Jugendamt finden Sie unter jugendaemter.de.

Wann soll ich mein Kind für einen Kitaplatz anmelden?

In einigen Kommunen gibt es genug Kitaplätze, in vielen aber zu wenige. Es hängt also von Ihrem Wohnort ab, wie schwierig die Suche nach einem Kitaplatz für Sie wird und wann Sie sich um die Anmeldung kümmern sollten. Generell sind Kitaplätze nicht einfach zu finden. Darum ist es wichtig sich so frühzeitig wie möglich anzumelden. Am besten melden Sie Ihr Kind gleich nach der Geburt für einen Kitaplatz an.

Bei der Anmeldung müssen Sie angeben, ob Ihr Kind halbtags oder ganztags in der Kita betreut werden soll. Halbtags bedeutet, dass Ihr Kind entweder nur am Vormittag bis zum Mittagessen bzw. am Vormittag inklusive Mittagessen („verlängertes Vormittagsangebot“) oder nur am Nachmittag betreut wird. Ganztags bedeutet, dass Ihr Kind sowohl den Vormittag als auch den Nachmittag über in der Kita betreut wird.

Bei den privaten Kitas ist es noch wichtiger sich frühzeitig anzumelden. In einigen Kitas ist es sogar notwendig Ihr Kind noch während der Schwangerschaft auf die Warteliste setzen zu lassen.

Mein Kind hat einen Kitaplatz. Wie geht es jetzt weiter?

Sobald Ihr Kind eine Zusage für eine Kita hat, werden Sie in der Regel zu einem Vorgespräch eingeladen. Zu diesem Vorgespräch müssen Sie das Kinder-Untersuchungsheft (auch „Gelbes Heft“ genannt) und den Impfpass Ihres Kindes mitbringen. Sobald das Kita-Jahr angefangen hat, sollte Ihr Kind dann regelmäßig die Kita besuchen. In den ersten Wochen findet die sogenannte „Eingewöhnungszeit“ statt. Während der Eingewöhnungszeit verbringt ein Elternteil einige Stunden pro Tag zusammen mit dem Kind in der Kita. Mit jedem Tag bleibt Ihr Kind ein wenig länger in der Kita. Diese Eingewöhnungszeit dauert so lange bis das Kind sich eingewöhnt hat und sich auch alleine sicher fühlt. Das kann sich über mehrere Wochen hinziehen.

Ich habe keinen Kitaplatz für mein Kind bekommen. Was kann ich jetzt tun?

Seit 2013 haben Kinder ab 12 Monaten einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz, d.h. dass der Staat bzw. die Kommunen verpflichtet sind, jedem Kind, das älter als ein Jahr ist, einen Kitaplatz zur Verfügung zu stellen. Leider klappt das aber oft nicht, weil es noch immer zu wenige Kitaplätze in Deutschland gibt.

Wenn Sie keinen Kitaplatz für Ihr Kind bekommen haben, können Sie Ihre Kommune vor dem Verwaltungsgericht verklagen.  Sie können einen Kitaplatz oder die Mehrkosten für eine alternative Kinderbetreuung einklagen. Wenn Sie wegen des fehlenden Kitaplatzes nicht oder nur wenig arbeiten konnten, können Sie auch Schadensersatz einklagen. Für die Klage benötigen Sie die Absage des Jugendamts, die Ihnen bescheinigt, dass Sie trotz rechtzeitiger Anmeldung keinen Kitaplatz für Ihr Kind erhalten haben. Gegen diese Absage müssen Sie in der Regel zunächst Widerspruch einlegen. Wo und wie Sie Widerspruch einlegen können, steht auf dem Brief mit der Absage. Wenn Ihr Widerspruch erfolglos war, Sie also auch danach keinen Kitaplatz bekommen, können Sie vor dem Verwaltungsgericht Klage einreichen. Die Kosten für diese Klage trägt die Gemeinde. Wenn Sie Anwält*innen beauftragen, müssen Sie allerdings die Anwaltskosten bezahlen. Lassen Sie sich vorab von einer Migrationsberatungsstelle oder dem Jugendmigrationsdienst dazu beraten. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie auf bamf.de. Einen Jugendmigrationsdienst in Ihrer Nähe finden Sie auf jugendmigrationsdienste.de. Die Mitarbeiter*innen sprechen verschiedene Sprachen.

Bitte beachten Sie: Den Anspruch auf einen Kitaplatz ab einem Jahr haben auch Kinder von geflüchteten Familien, sobald sie nicht mehr in der Erstaufnahmeeinrichtung wohnen.

Können auch Kinder mit Behinderungen in die Kita gehen?

Auch Kinder mit Behinderungen oder Entwicklungsverzögerungen können eine Kita besuchen. Sie werden dort gemeinsam mit Kindern ohne Behinderungen betreut. Daneben gibt es auch spezielle Kitas, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern mit schweren Behinderungen eingerichtet sind. Das Jugendamt kann Sie dazu beraten. Sie finden das für Sie zuständige Jugendamt unter jugendaemter.de.

Welche Alternativen zur Kita gibt es?

Wenn Sie keinen Kitaplatz für Ihr Kind finden können oder Ihr Kind lieber in einer kleinen Gruppe oder allein betreuen lassen möchten, können Sie auch eine Tagesmutter / einen Tagesvater, eine Leih-Oma / einen Leih-Opa oder ein Au-Pair mit der Betreuung Ihres Kindes beauftragen.  Tagesmütter und -väter, Leih-Omas und -Opas oder Au-pairs haben in der Regel keine Ausbildung als Erzieher*in.

Eine Tagesmutter / ein Tagesvater betreut in der Regel mehrere Kinder gleichzeitig. Die Betreuung findet in der Wohnung der Tagesmutter oder des Tagesvaters statt. Wie bei einem Kita-Platz, können Sie finanzielle Unterstützung für die Betreuung Ihres Kindes erhalten. Dafür wenden Sie sich an Ihr Jugendamt oder Ihre Verwaltung vor Ort. Das Jugendamt oder Ihre Verwaltung hilft Ihnen, einen passenden Platz zu finden. Dort finden Sie auch die Antragsformulare für eine finanzielle Unterstützung. 

Eine Leih-Oma ist eine ältere Frau, die sich – meist im Rahmen eines Minijobs – um die Kinder einer Familie kümmert. Eine Leih-Oma wird wie eine echte Großmutter ins Familienleben eingebunden und kostet in der Regel weniger als eine Tagesmutter oder ein Tagesvater. Es gibt natürlich auch Leih-Opas. Ein Au-Pair ist eine junge Person aus dem Ausland, die für einige Monate nach Deutschland kommt, um die Sprache und das Land kennenzulernen. Ein Au-Pair wohnt bei Ihnen und hilft Ihnen dafür im Haushalt und bei der Kinderbetreuung.

Auf der Webseite www.betreut.de können Sie nach Tagesmüttern / Tagesvätern, Leih-Omas / Leih-Opas und Au-Pairs für Ihr Kind suchen. Die Anmeldung und Suche auf der Website sind kostenlos.