Ist mein Führerschein in Deutschland gültig?

Um in Deutschland selbst fahren zu dürfen, brauchen Sie in der Regel einen Führerschein aus Deutschland oder einem anderen EU-Staat. Ihr Führerschein aus Ihrem Heimatland ist nur für sechs Monate in Deutschland gültig. Die sechs Monate beginnen mit Ihrer ersten polizeilichen Anmeldung in Deutschland. Sie müssen Ihren Führerschein immer bei sich haben, wenn Sie fahren. Nach Ablauf dieser sechs Monate müssen Sie Ihren Führerschein umschreiben lassen, wenn Sie weiter selbst fahren wollen. Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt „Wo und wie kann ich meinen Führerschein umschreiben lassen?“

Wenn Sie Deutschland nur besuchen, dürfen Sie mit Ihrem ausländischen oder einem internationalen Führerschein fahren. Sie müssen Ihren Führerschein immer bei sich haben, wenn Sie fahren. Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) können Sie mehr dazu auf Englisch und Deutsch lesen.

Bitte beachten Sie: Während Ihres Asylverfahrens bleiben all Ihre Dokumente beim BAMF. Sie bekommen sie in der Regel erst zurück, wenn Ihr Asylverfahren abgeschlossen ist. Solange Ihr Führerschein beim BAMF ist, dürfen Sie selbst nicht Auto fahren.

Wo und wie kann ich meinen Führerschein umschreiben lassen?

Wenn Sie Ihren Führerschein nicht in Deutschland oder einem anderen EU-Staat gemacht haben, müssen Sie ihn spätestens sechs Monate nach Ihrer ersten polizeilichen Anmeldung in Deutschland umschreiben lassen.

Der erste Schritt zur Umschreibung ist die Anmeldung bei Ihrer lokalen Fahrerlaubnisbehörde oder Führerscheinstelle. Je nachdem, wie viele Anträge dort gestellt werden, kann es etwas dauern, bis Sie eine Antwort bekommen. Um sicher zu sein, dass Sie keine Zeit verlieren, sollten Sie den Antrag einreichen, bevor die sechs Monate um sind. Die für Sie zuständige Führerscheinstelle können Sie auf meldebox.de finden. Sie müssen persönlich zur Führerscheinstelle gehen und dort verschiedene Dokumente vorlegen. Welche Dokumente Sie mitbringen müssen, erfahren Sie im Abschnitt „Welche Dokumente brauche ich für die Umschreibung?“

Die Führerscheinstelle entscheidet dann, ob Ihr Führerschein ohne Prüfung umgeschrieben werden kann oder ob Sie zunächst die Theorie- und Praxisprüfung machen müssen. Das hängt davon ab, in welchem Land Sie Ihren Führerschein gemacht haben. Wenn Sie Ihren Führerschein in einem Land aus dieser Liste des Bundesamts für Justiz gemacht haben, können Sie Ihren Führerschein in der Regel ohne Prüfung umschreiben lassen. Bei Führerscheinen aus anderen Ländern müssen Sie normalerweise vorher die Prüfung ablegen.

Vor der Prüfung ist es gut eine Fahrschule zu besuchen. Deutschland hat sehr viele Verkehrsregeln und Schilder. Im Gegensatz zu denjenigen, die das erste Mal den Führerschein machen, müssen Sie aber keine Fahrstunden nehmen.

Welche Dokumente brauche ich für die Umschreibung?

Bei der Anmeldung für die Umschreibung Ihres Führerscheins müssen Sie die folgenden Unterlagen mitbringen:

  • Ausweis oder Pass
  • Meldebestätigung (polizeiliche Anmeldung)
  • biometrisches Passbild
  • Bescheinigung über einen Sehtest (von einem Optiker oder einem Augenarzt)
  • Bestätigung über die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs. Einen Kurs in Ihrer Nähe finden Sie z.B. beim ASB oder bei den Johannitern.
  • Ihren ausländischen Führerschein im Original (ein internationaler Führerschein reicht nicht). In der Regel müssen Sie zusätzlich eine beglaubigte deutsche Übersetzung vorlegen.
  • eine Erklärung, dass Ihr ausländischer Führerschein noch gültig ist.

In Einzelfällen verlangt die Fahrerlaubnisbehörde auch ein polizeiliches Führungszeugnis. Dieses Zeugnis bekommen Sie von Ihrer Stadt- oder Kreisverwaltung vor Ort oder online auf fuehrungszeugnis.bund.de.

Bitte beachten Sie: Wenn Sie sich für andere Klassen als A (Motorrad und ähnliches) und B (Autos) bewerben, brauchen Sie zusätzliche Nachweise. Mehr dazu finden Sie auf der Website des BMVI.

Wie kann ich einen deutschen Führerschein machen?

Um einen Führerschein das erste Mal zu machen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Melden Sie sich bei einer Fahrschule an. In großen Städten gibt es Fahrschulen mit Fahrlehrern die Arabisch und Persisch sprechen.
  • Nehmen Sie an einem Erste-Hilfe-Kurs teil.
  • Machen Sie einen Sehtest bei einem Optiker oder einem Augenarzt.
  • Lassen Sie ein biometrisches Passbild machen.

Wenn Sie einen Führerschein der Klassen C (Lkw) oder D (Busse) machen möchten, brauchen Sie weitere Unterlagen. Einen Überblick zu den Führerscheinklassen finden Sie auf der Website des BMVI.

Bitte beachten Sie: Sie können auch als Inhaber*in einer Duldung oder einer Aufenthaltsgestattung einen Führerschein machen.

Wieviel kostet der deutsche Führerschein?

Der Führerschein kann über 1.000 Euro kosten, wenn Sie alle Kosten zusammenrechnen. Der Preis hängt von der Anzahl der Fahrstunden ab, die Sie nehmen müssen. Der Theorieunterricht und die Fahrstunden sind das Teuerste am deutschen Führerschein. Ob Sie Unterricht nehmen müssen, hängt von mehreren Dingen ab. Es gibt Pflichtstunden und spezielle Fahrstunden (Autobahn, Nacht, Überland), wenn Sie den Führerschein zum ersten Mal machen. 

Ihr Fahrlehrer entscheidet, ob Sie für die Prüfung mehr Fahrstunden brauchen oder nicht. Der Fahrlehrer darf Sie nicht für die Prüfung anmelden, wenn Sie noch nicht sicher fahren. Jede Fahrschule hat andere Preise für Fahrstunden.

Die Kosten für die theoretische und praktische Prüfung selbst sind nicht der teuerste Teil des Führerscheins. Trotzdem können Sie auf www.tuev-sued.de Beispielkosten für Bayern und Baden-Württemberg sehen.

Bitte beachten Sie: Wenn Sie arbeitslos sind und durch einen Führerschein Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen können, können Sie das Jobcenter bitten, die Kosten für den Führerschein für Sie zu übernehmen. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Sachbearbeiter und erklären Sie ihm Ihre Pläne.

Wie läuft die Theorieprüfung ab?

Um den deutschen Führerschein zu bekommen, müssen Sie die Theorieprüfung und die Praxisprüfung bestehen. Bevor Sie die Praxisprüfung absolvieren, müssen Sie die Theorieprüfung bestanden haben.

Die Theorieprüfung können Sie in 12 Sprachen machen: Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Kroatisch, Spanisch, Türkisch und Arabisch (Hocharabisch)

Die Prüfung enthält 30 Multiple Choice Fragen. Manchmal gibt es mehrere korrekte Antworten auf eine Frage. Wenn Sie mehr als 10 Minuspunkte haben, haben Sie die Prüfung nicht bestanden.

Ihre Fahrschule wird Sie für die Theorieprüfung anmelden. Folgende Dokumente müssen Sie vor der Theorieprüfung vorlegen:

  • Ausweis oder Pass
  • Terminbestätigung
  • Wenn Sie den Führerschein zum ersten Mal machen: Bestätigung der Fahrschule über die Fahrstunden.

Das Ergebnis des Theorietests ist ein Jahr gültig. Wenn Sie die Praxisprüfung nicht bestehen und sie erst nach 12 Monaten erneut machen, müssen Sie auch den Theorietest erneut machen.

Es gibt verschiedene Internetseiten, die Materialien für die Theorieprüfung in verschiedenen Sprachen anbieten: www.lehrboegen.de oder www.fuehrerschein-bestehen.de. Es gibt auch Apps in verschiedenen Sprachen. Die meisten dieser Apps kosten Geld, also fragen Sie am besten auch bei Ihrer Fahrschule nach Lernmaterial.

 

Wie läuft die Praxisprüfung ab?

Nachdem Sie den Theorietest bestanden haben, können Sie die Praxisprüfung machen. Die Prüfung dauert zwischen 30 und 45 Minuten. In dieser Zeit zeigen Sie, dass Sie fahren können. Normalerweise sitzt der Prüfer während des Tests auf der Rückbank und prüft Ihr Fahrverhalten auf Sicherheit, Kompetenz und Ruhe. Ihr Fahrlehrer sitzt während der Prüfung neben Ihnen, um im Falle eines Notfalls die Kontrolle übernehmen zu können.

Wenn Sie die Prüfung nicht bestehen, können Sie sie bis zu dreimal in einem zweiwöchigen Intervall wiederholen. Das Intervall wird nach dreimal länger, aber es gibt keine Obergrenze für die Anzahl der Wiederholung.

Kann mir der Führerschein abgenommen werden?

Wenn Sie wichtige Verkehrsregeln missachten, können Sie Ihren Führerschein verlieren. Man unterscheidet hier zwischen einem Fahrverbot und dem Entzug des Führerscheins. Bei einem Fahrverbot müssen Sie Ihren Führerschein für eine bestimmte Frist (in der Regel einige Monate) bei der Bußgeldstelle abgeben. In dieser Zeit dürfen Sie nicht selbst fahren. Nach Ablauf der Frist können Sie Ihren Führerschein wieder abholen. Bei einem Entzug des Führerscheins verliert Ihr Führerschein seine Gültigkeit. Das bedeutet, dass Sie nicht mehr selbst fahren dürfen und für eine bestimmte Zeit (Sperrfrist) auch keinen neuen Führerschein machen dürfen. Ihr Führerschein kann Ihnen entzogen werden, wenn Sie den Straßenverkehr gefährden, betrunken Auto fahren oder 8 Strafpunkte gesammelt haben. Strafpunkte bekommen Sie für verschiedene Regelverstöße, z.B. wenn Sie zu schnell fahren. Die Strafpunkte werden umgangssprachlich auch „Punkte in Flensburg“ genannt. Offiziell heißt das System, das die Strafpunkte sammelt, Fahreignungsregister – FAER.

Eine Liste von Strafen können Sie im “Bußgeldkatalog – BkatV” online finden. Da die Formulierungen dort sehr schwierig sind, können Sie einen Auszug der häufigsten Strafen auch auf www.bussgeld-info.de nachschlagen.

Wenn Ihnen der Führerschein abgenommen wurde, weil Sie unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss gefahren sind, müssen Sie die „Medizinisch-Psychologische Untersuchung“ (MPU) machen. Diese Untersuchung wird im Alltag auch „Idiotentest“ genannt. Lesen Sie mehr über die MPU auf Deutsch oder Englisch auf der Internetseite des TÜV Süd oder der Dekra.

Bitte beachten Sie: Wenn Sie Ihren Führerschein neu gemacht haben, sind Sie zwei Jahre in der Probezeit. Wenn Sie während der Probezeit bei einem Verkehrsverstoß beobachtet werden, müssen Sie an einem Aufbauseminar und vielleicht auch an einer psychologischen Beratung teilnehmen. Außerdem verlängert sich Ihre Probezeit um zwei weitere Jahre. Wenn Sie nicht an dem Aufbauseminar und der Beratung teilnehmen, wird Ihnen der Führerschein weggenommen. Beispiele für einen Verkehrsverstoß sind z.B. bei Rot über die Ampel Fahren, nachts ohne Licht Fahren, betrunken Auto Fahren. Falschparken ist kein Verkehrsverstoß. In diesem Fall müssen Sie nur die Strafe bezahlen.

Kann ich trotz Jobcenter ein Auto kaufen?

Wenn Sie Leistungen vom Jobcenter bekommen, wird das Jobcenter Sie regelmäßig, d.h. immer, wenn Sie einen Weiterbewilligungsantrag stellen, nach Ihrem Vermögen fragen. Zum Vermögen zählt auch ein Auto. Wenn Ihr Auto weniger als 7.500€ wert ist, ist das kein Problem. Wenn Ihr Auto teurer ist, kann das Jobcenter verlangen, dass Sie es verkaufen und zunächst vom Erlös dieses Verkaufs leben, bevor Sie wieder Leistungen bekommen.

Bitte beachten Sie: Wenn Sie unbedingt ein Auto brauchen, damit Sie einen Job bekommen oder behalten können, kann das Jobcenter Sie beim Kauf mit einem Darlehen unterstützen. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Sachbearbeiter.