Ich pflege einen Angehörigen - welche Unterstützung kann ich bekommen?

Wer einen Angehörigen pflegt, übernimmt große Verantwortung. Die Auswirkungen auf das eigene Leben werden häufig unterschätzt. Besonders wenn Sie die Pflege für einen langen Zeitraum alleine übernehmen, könnten Sie sich dabei körperlich oder psychisch überlasten.

Es gibt verschiedene Unterstützungsangebote um Sie zu entlasten und Sie auf diese schwierige Aufgabe vorzubereiten:

  • Die Pflegekassen beschäftigen unabhängige Pflegeberater*innen, die Sie kostenlos ausführlich beraten. Sie können sich auch zu Hause beraten lassen. Teilweise ist es möglich sich auch in Fremdsprachen beraten zu lassen. Die Pflegeberater*innen arbeiten oft in sogenannten Pflegestützpunkten. Wo sich der nächste Pflegestützpunkt befindet, können Sie bei der Krankenkasse erfragen oder in der Onlinedatenbank bdb.zgp.de herausfinden.
  • Sie können kostenlos Kurse besuchen, die Sie auf die Pflegetätigkeit vorbereiten. Hier lernen Sie alles, was Sie zum Thema „Pflege“ wissen müssen. Die Kurse werden von den Pflegekassen angeboten. Fragen Sie die Pflegeberater*innen danach.
  • Auch Selbsthilfegruppen sind eine gute Möglichkeit, um Beratung und Unterstützung zu finden. Wenn sie sich alleine gelassen fühlen, hilft es auf Personen zu treffen, die in einer ähnlichen Situation sind. Die Pflegeberater*innen können Ihnen die Adresse einer Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe nennen.
  • Sollten Sie einmal verhindert sein, etwa weil Sie selber krank sind oder im Urlaub sind, können Sie die Angebote der sogenannten „Verhinderungspflege“ beanspruchen. Pro Jahr können Sie sich bis zu sechs Wochen freinehmen und einen Pflegedienst engagieren. Die Pflegekasse übernimmt dann einen Teil der durch Ihre Abwesenheit anfallenden Kosten.
  • Wenn Sie die Pflege für eine Personen ab Pflegegrad 2 übernehmen und diese mindestens 10 Stunden (verteilt auf mindestens zwei Tage) pro Woche pflegen, zahlt die Pflegekasse Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge für Sie. Außerdem sind Sie während der Pflegetätigkeit und auf dem Hin- und Rückweg beitragsfrei gesetzlich unfallversichert.