Wie finde ich einen Stromanbieter?

Strom ist nicht in der Miete enthalten, Sie müssen Strom also zusätzlich zur Miete bezahlen. Um die Anmeldung bei einem Stromanbieter müssen Sie sich selbst kümmern. Es lohnt sich verschiedene Angebote zu vergleichen und so den für Sie günstigsten Tarif zu finden. Tarifrechner wie z.B. Check24 können hier helfen. Wenn Sie einen Stromanbieter gefunden haben, können Sie sich online anmelden. Der Stromanbieter wird Sie bei der Anmeldung auch nach dem aktuellen Stand Ihres Stromzählers fragen. Diesen Zählerstand finden Sie auf dem Übergabeprotokoll, dass Sie bei der Übergabe vom Vermieter bzw. der Hausverwaltung bekommen haben.

Wenn Sie mit Gas kochen oder heizen, kann es auch sein, dass Sie sich selbst bei einem Gasanbieter anmelden müssen. Ihr Vermieter wird Sie in diesem Fall darauf hinweisen. Die Anmeldung funktioniert genauso wie beim Strom. Auf Check24 finden Sie einen Tarifrechner für Gasanbieter.

Bitte beachten Sie: Ihr Stromanbieter (und gegebenenfalls auch Ihr Gasanbieter) wird monatlich einen festgelegten Betrag von Ihrem Konto abbuchen. Dabei handelt es sich um einen Schätzwert. Das bedeutet, dass einmal im Jahr Ihr tatsächlicher Stromverbrauch überprüft wird und dann erhalten Sie entweder Geld zurück oder müssen Geld nachzahlen. Je nachdem, ob Sie weniger oder mehr Strom als vermutet, verbraucht haben. Für die Überprüfung Ihres tatsächlichen Verbrauchs wird Sie Ihr Stromversorger kontaktieren und Sie nach dem aktuellen Stand Ihres Stromzählers fragen.

Warum muss ich den Rundfunkbeitrag bezahlen?

Jeder Mieter einer Wohnung bekommt irgendwann einen Brief vom ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice mit der Aufforderung den Rundfunkbeitrag in Höhe von 17,50 pro Monat zu bezahlen. Dieser Rundfunkbeitrag wird zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender (ARD, ZDF, 3Sat, Arte, Kika, Deutschlandradio, …) genutzt. Jeder Eigentümer oder Mieter einer Wohnung muss den Rundfunkbeitrag bezahlen – auch wenn er diese Sender gar nicht einschaltet oder gar keinen Fernseher oder Radio hat. Sie können dem Beitragsservice eine SEPA-Einzugsermächtigung erteilen. Dann wird der Rundfunkbeitrag direkt von Ihrem Konto abgebucht.

Bitte beachten Sie: Wenn Sie Leistungen vom Sozialamt oder Jobcenter bekommen oder BAföG oder BAB erhalten, können Sie sich von der Zahlung des Rundfunkbeitrags befreien lassen. Dazu müssen Sie einen Befreiungsantrag stellen und eine Bestätigung des Amts mitschicken. Den Befreiungsantrag finden Sie unter rundfunkbeitrag.de. Wenn Sie Probleme haben, können Sie sich auch an die Verbraucherzentrale wenden. Die Mitarbeiter*innen dort helfen Ihnen weiter.

Wo finde ich günstige Möbel und Hausrat?

Es gibt in Deutschland viele verschiedene Möbelhäuser unterschiedlicher Preisklassen. Außerdem gibt es in vielen Städten auch sogenannte Sozialkaufhäuser, in denen Menschen mit wenig Geld Möbel, Hausrat und andere Dinge kaufen können. Auf der Website der Gelben Seite können Sie nach einem Sozialkaufhaus in Ihrer Nähe suchen. Zusätzlich können Sie auch auf Flohmärkten und online auf ebay kleinanzeigen und in verschiedenen Verschenk- oder Verkaufsgruppen auf facebook günstige oder kostenlose Dinge finden.

Wenn Sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen, können Sie zusätzlich Geld für Möbel und andere notwendige Dinge (z.B. eine Waschmaschine) für Ihr neues Zuhause bei Ihrem Sachbearbeiter beantragen.

Wie spare ich Heizkosten und vermeide Schimmel?

Schimmel ist schlecht für die Gesundheit und schwer wieder loszuwerden. Grundsätzlich ist der Vermieter für die Beseitigung von Schimmel zuständig und muss auch dafür bezahlen. Allerdings gilt dies nur, wenn der Mieter den Schimmel nicht durch falsches Heizen und Lüften selbst verursacht hat. Viele Mieter versuchen möglichst wenig zu Heizen und zu Lüften und stellen beispielsweise die Heizung auch in der kalten Jahreszeit ab, wenn sie nicht zuhause sind. Dieses Verhalten verursacht allerdings nicht nur Schimmel, sondern führt auch zu höheren Heizkosten, da das Wiederaufheizen eines kalten Raumes mehr Energie verbraucht. Beim Lüften ist es wichtig, die Fenster ca. 5 bis 10 Minuten komplett zu öffnen statt sie nur zu kippen. Durch ein gekipptes Fenster kommt zu wenig frische Luft in die Wohnung. Sie sollten mindestens 3-4 Mal täglich die komplette Wohnung lüften. Vor allem nach dem Duschen, Kochen oder wenn Sie in der Wohnung Wäsche trocknen, sollten Sie direkt lüften. Außerdem sollten Sie unbedingt darauf achten, während des Lüftens die Heizung kurzzeitig auszuschalten. Ansonsten verschwenden Sie viel Heizenergie und müssen entsprechend viel für Ihre Heizung bezahlen. Mehr Informationen zum richtigen Heizen und Lüften finden Sie auf wfd-duesseldorf.de.

Bitte beachten Sie: Falls in Ihrer Miete die Heizkosten enthalten sind, handelt es sich um eine Pauschale. Einmal im Jahr wird überprüft wie viel Heizenergie Sie tatsächlich verbraucht haben. Je nachdem, ob Sie weniger oder mehr Heizenergie als vermutet, verbraucht haben, bekommen Sie entweder Geld zurück oder müssen Geld nachbezahlen. Für die Überprüfung Ihres tatsächlichen Verbrauchs wird Ihr Vermieter in der Regel eine Firma beauftragen, die einen Termin mit Ihnen vereinbart, um Ihren tatsächlichen Verbrauch an Ihren Heizkörpern abzulesen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Heizkostenabrechnung nicht korrekt ist, sollten Sie sich an die Verbraucherzentrale wenden.

In meiner Wohnung ist etwas kaputt - was kann ich tun?

Wenn z.B. Ihre Heizung nicht mehr funktioniert oder es einen Wasserschaden in Ihrer Wohnung gibt, sollten Sie sofort Ihren Vermieter bzw. die Hausverwaltung informieren. Die Kontaktdaten finden Sie in der Regel auf Ihrem Mietvertrag oder anderen Unterlagen, die Sie beim Einzug bekommen haben. In vielen Häusern finden Sie diese Angaben auch auf einem Schwarzen Brett im Hauseingang. Sie können die Mitteilung über den Schaden telefonisch oder schriftlich machen. In der Regel schickt die Hausverwaltung dann einen Handwerker vorbei, der den Schaden begutachtet und entweder direkt oder später repariert. Die Kosten dafür muss in der Regel der Vermieter bezahlen. Falls die Hausverwaltung nicht auf Ihre Mitteilung reagiert oder sich weigert den Schaden zu beheben, sollten Sie sich an die Verbraucherzentrale oder eine Beratungsstelle für Mieter (Mieterschutzverein) wenden. In der Regel ist der Vermieter verpflichtet Schäden zu reparieren und eine Beratungsstelle kann Ihnen helfen Ihr Recht einzufordern. Bei den meisten Mieterschutzvereinen müssen Sie Mitglied werden, um die Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen zu können. Als Mitglied müssen Sie einen kleinen jährlichen Mitgliedsbeitrag bezahlen. Hier finden Sie einen Mieterverein vor Ort.

Welche Regeln muss ich beachten?

Jedes Haus hat seine eigene Hausordnung. Wenn Sie einen Mietvertrag unterschreiben, sind Sie automatisch verpflichtet, die Hausordnung zu beachten. Wenn Sie wiederholt gegen die Hausordnung verstoßen, kann Ihr Vermieter Ihnen kündigen. In den meisten Hausordnungen gibt es z.B. Regelungen zu den Ruhezeiten, zur Tierhaltung, zur Sauberkeit im Treppenhaus oder Hinterhof und zur Mülltrennung. Es ist wichtig, sich an diese Regeln zu halten. So vermeiden Sie Ärger mit Ihren Nachbar*innen und Ihrem Vermieter. Mehr zum Thema Tierhaltung können Sie in unserem Kapitel „Haustiere“ lesen. Alles rund um das Thema Mülltrennung erfahren Sie in unserem Kapitel „Richtig Müll trennen“.

Auch wenn es in Ihrer Hausordnung keine Regelung zu den Ruhezeiten gibt, sollten Sie sich an die üblichen Ruhezeiten halten. Generell gilt die Mittagszeit, die Nacht und der Sonntag als Ruhezeit. Wenn Sie während dieser Zeiten wiederholt zu laut sind, werden Sie sehr wahrscheinlich bald Probleme mit Ihren Nachbar*innen und Ihrem Vermieter bekommen. Ihre Nachbar*innen können bei einer Ruhestörung (z.B. lauter Musik nach 22 Uhr) auch die Polizei rufen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Video "Ruhezeiten".

Wie kann ich meinen Mietvertrag kündigen?

Als Mieter können Sie Ihren Mietvertrag in der Regel jederzeit kündigen, indem Sie Ihren Vermieter drei Monate vor Vertragsende informieren (“Kündigungsfrist”). Das schriftliche Kündigungsschreiben muss den Vermieter spätestens am dritten Werktag des Monats erreichen, der als erster der drei Monate gezählt werden soll. In manchen Fällen ist die Kündigungsfrist kürzer. Die für Sie geltende Frist finden Sie in Ihrem Mietvertrag. Auf der Website von Immobilienscout können Sie kostenfrei ein Kündigungsschreiben erstellen.

Bitte beachten Sie: Wenn Sie einen befristeten Mietvertrag geschlossen haben, also mit Ihrem Vermieter eine feste Laufzeit Ihres Mietverhältnisses vereinbart haben, können Sie in der Regel nicht vor Ablauf der Laufzeit kündigen.  Viele befristete Mietverträge sind aber rechtlich nicht wirksam. In so einem Fall könnten Sie dann dennoch innerhalb der gesetzlich festlegten Kündigungsfrist von drei Monaten kündigen. Ob Ihr befristeter Mietvertrag rechtlich wirksam ist, kann Ihnen die Verbraucherzentrale oder ein Mieterschutzverein sagen. Bei den meisten Mieterschutzvereinen müssen Sie Mitglied werden, um die Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen zu können. Als Mitglied müssen Sie einen kleinen jährlichen Mitgliedsbeitrag bezahlen. Hier finden Sie einen Mieterverein vor Ort.

Mein Mietvertrag wurde gekündigt - was kann ich tun?

Mieter sind in Deutschland gut geschützt. Ihr Vermieter braucht also einen guten Grund, um Ihren Mietvertrag zu kündigen. Unter den folgenden Umständen ist eine Kündigung durch den Vermieter möglich:

  • Ihr Vermieter benötigt die Wohnung für sich oder seine Familie. Das nennt man „Eigenbedarf“. Das muss er Ihnen allerdings beweisen und wenn Sie gute Gründe für Ihren Verbleib in der Wohnung (z.B. eine schwere Krankheit) haben, kann Ihnen Ihr Vermieter in der Regel nicht kündigen. Wenn Sie die Wohnung tatsächlich verlassen müssen, muss Ihr Vermieter Ihnen ausreichend Zeit geben, nach einer Wohnung zu suchen. Wie viel Zeit er Ihnen geben muss, hängt von der bisherigen Dauer Ihres Mietverhältnisses ab.
  • Ihr Vermieter möchte das Haus abreißen. In diesem Fall muss Ihr Vermieter Ihnen aber ausreichend Zeit geben, nach einer Wohnung zu suchen. Wie viel Zeit er Ihnen geben muss, hängt von der bisherigen Dauer Ihres Mietverhältnisses ab.
  • Sie haben zwei Monate lang Ihre Miete nicht bezahlt. In diesem Fall ist sogar eine fristlose Kündigung möglich. Das heißt, dass Ihr Vermieter verlangen kann, dass Sie die Wohnung sofort verlassen müssen.
  • Sie haben wiederholt den Hausfrieden gestört, also z.B. Nachbarn belästigt oder beleidigt. In diesem Fall muss Ihr Vermieter Sie zunächst offiziell abmahnen. Wenn Sie dann nochmal Probleme machen, kann er Ihnen fristlos kündigen.
  • Sie haben Ihre Wohnung unerlaubt untervermietet und Ihr Vermieter kann das beweisen. In diesem Fall ist ebenfalls eine fristlose Kündigung möglich.

Wenn Ihr Vermieter Ihren Mietvertrag kündigt, lassen Sie sich auf jeden Fall bei einer Beratungsstelle für Mieter beraten. Viele Kündigungen sind nicht rechtens und Sie dürfen sich rechtlich dagegen wehren. Sie können sich bei der Verbraucherzentrale melden oder einem Mieterschutzbund oder Mieterverein beitreten. Bei diesen Vereinigungen für den Schutz von Mietern müssen Sie in der Regel Mitglied werden und einen jährlichen Mitgliedsbeitrag (ca. 50€) bezahlen, dafür bekommen Sie aber eine umfassende Beratung und rechtlichen Beistand. Auf dieser Website finden Sie einen Mieterverein vor Ort.

Wo finde ich Beratung & Unterstützung?

Wenn Sie Probleme mit Ihrem Vermieter oder Ihren Nachbar*innen haben, können Sie sich bei einem Mieterschutzbund oder Mieterverein beraten lassen. Bei diesen Vereinigungen für den Schutz von Mietern müssen Sie in der Regel Mitglied werden und einen jährlichen Mitgliedsbeitrag (ca. 50€) bezahlen, dafür bekommen Sie aber eine umfassende Beratung und rechtlichen Beistand. Auf dieser Website finden Sie einen Mieterschutzbund in Ihrer Nähe.

Wenn Sie von Ihrem Vermieter oder Ihren Nachbar*innen diskriminiert werden, können Sie sich außerdem auch an die Antidiskriminierungsstelle wenden. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie auf antidiskriminierungsstelle.de.