Welche Unterlagen brauche ich für die Wohnungssuche?

Vermieter verlangen in der Regel viele Unterlagen von Personen, die sich für eine Wohnung bewerben. Ohne diese Unterlagen haben Sie meist so gut wie keine Chance eine Wohnung zu bekommen. In der Regel benötigen Sie die folgenden Unterlagen:

  • Eine Mieterselbstauskunft mit Ihrem Namen, Ihren Kontaktdaten (Telefon und E-Mail) und weiteren Angaben wie Ihren Beruf, Ihrer aktuellen Adresse, etc. Viele Vermieter und Hausverwaltungen haben eigene Vorlagen, die sie vor oder bei der Besichtigung verteilen und die Sie in der Regel direkt vor Ort ausfüllen und dem Vermieter geben sollten. Auf wohnungsboerse.net finden Sie ein allgemeines Muster für eine Selbstauskunft.
  • Eine Kopie Ihrer Schufa-Auskunft. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel Schufa.
  • Eine Kopie Ihrer Einkommensnachweise der letzten drei Monate (bei Arbeitnehmern) oder des letzten Steuerbescheids (bei Selbständigen). Wenn Sie Sozialleistungen bekommen, brauchen Sie stattdessen eine Kopie der Bestätigung des Amtes, dass die Mietkosten vom Amt übernommen werden. Diese Bestätigung bekommen Sie von Ihrem Sachbearbeiter im Sozialamt oder Jobcenter.
  • Eine Kopie Ihrer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Auf der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung bestätigt Ihr aktueller Vermieter, dass Sie Ihre Miete immer bezahlt haben. Wenn Sie noch in einer Unterkunft wohnen, kann Ihnen die Unterkunft oder Ihr Sachbearbeiter im Amt eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ausstellen.
  • Eine Kopie Ihres Passes und Aufenthaltstitels.
  • Gegebenenfalls eine Kopie Ihres Wohnberechtigungsscheins. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel WBS.

Sie sollten diese Unterlagen sowohl ausgedruckt in einer Mappe als auch als PDF für den Versand via E-Mail immer parat haben. Einige Vermieter möchten die Unterlagen direkt bei der Besichtigung, andere werden Sie bitten, die Unterlagen anschließend per E-Mail zu schicken. Schicken Sie die gewünschten Unterlagen in diesem Fall so schnell wie möglich an die genannte Adresse, da sich Vermieter in der Regel schnell für einen Mieter entscheiden.

Tipp: Sie können Ihre Chancen zusätzlich erhöhen, wenn Sie Ihrer Bewerbungsmappe ein Anschreiben hinzufügen, in dem Sie sich und Ihre Familie sowie Ihre Situation in Deutschland kurz vorstellen und Ihre Pläne für die Zukunft beschreiben (z.B. dass Sie bald eine Ausbildung oder ein Studium beginnen). Wenn Sie selbst noch nicht so gut Deutsch sprechen und deutschsprechende Freunde haben, ist es außerdem ratsam, zusätzlich die Kontaktdaten eines deutschsprechenden Unterstützers anzugeben. Viele Vermieter haben Angst, dass Sie sich bei Problemen nicht mit ihren nichtdeutschsprechenden Mietern verständigen können. Ein deutschsprechender Unterstützer kann also sehr hilfreich sein.

Wo soll ich suchen?

Viele Zeitungen und Magazine veröffentlichen Wohnungsanzeigen, aber natürlich finden Sie weitaus mehr Anzeigen im Internet. Beginnen Sie also am besten online mit Ihrer Suche.

Es gibt viele Websites für Wohnungen, auf denen Sie Ihre Suche nach Mietkosten, Ort und anderen Kriterien filtern können. Die Ergebnisse Ihrer Suche können Sie dann einzeln und detaillierter ansehen. Viele Internetseiten bieten auch die Möglichkeit einen Alarm einzurichten: Sie erhalten dann eine Nachricht an Ihre Email-Adresse, sobald eine neue Wohnungsanzeige nach Ihren Suchkriterien online gestellt wird. Auf Seiten wie eBay Kleinanzeigen, Immobilienscout24 und Immonet, können Sie viele Anzeigen finden und nach Ihren Kriterien durchsuchen. Wenn sie nach einem Zimmer in einer Wohngemeinschaft (WG) suchen, ist WG-gesucht eine mögliche Suchseite. Vor allem bei der Suche nach einem WG-Zimmer kann es sich auch lohnen auf Schwarzen Brettern in den Universitäten und in verschiedenen lokalen facebook-Gruppen nach einem passenden Zimmer zu suchen oder einen eigenen Aufruf zu starten. 

In Online-Anzeigen finden Sie meist Bilder der Wohnung und alle notwendigen Informationen zu den Mietkosten, den Nebenkosten, dem möglichen Einzugsdatum und wie Sie den Vermieter kontaktieren sollen. In der Regel bevorzugen Vermieter eine E-Mail oder eine Nachricht über die Website. Schreiben Sie in dieser Nachricht auch einige Sätze über sich selbst und bitten Sie höflich um einen Besichtigungstermin. Reagieren Sie schnell, wenn Sie etwas Passendes gefunden haben. Geeignete Mieter werden schnell ausgewählt und die Anzeige verschwindet sofort wieder.

Wer kann mir bei der Wohnungssuche helfen?

In einigen Städten gibt es Organisationen, die Sie bei der Wohnungssuche unterstützen. Ob es in Ihrer Stadt solche Unterstützungsmöglichkeiten gibt, erfahren Sie auf unserer local search-Seite. Fragen Sie auch Freunde und Bekannte, ob Sie Ihnen helfen können oder ob Sie jemanden kennen, der eine Wohnung vermietet oder einen Nachmieter für seine Wohnung sucht. Umso mehr Leute von Ihrer Suche wissen, desto besser.

Sie können auch einen Makler beauftragen für Sie eine Wohnung zu finden. Achten Sie aber darauf, einen seriösen Makler zu engagieren. Sie sollten ihn erst bezahlen, wenn er eine Wohnung für Sie gefunden hat und Sie den Mietvertrag unterschrieben haben. Ein Makler verlangt üblicherweise zwei Kaltmieten plus Mehrwertsteuer für die erfolgreiche Vermittlung einer Wohnung.

Vorsicht vor Betrügern und fiktiven Wohnungsanzeigen

Viele Leute suchen verzweifelt nach Wohnungen und sind bereit viel zu geben, um endlich an eine Wohnung zu kommen. Diese Situation wird von Betrüger ausgenutzt. Deswegen sollten Sie bei Ihrer Suche vorsichtig sein. Insbesondere wenn eine Wohnung viel zu günstig ist oder Sie aufgefordert werden Geld online zu transferieren und Ihnen die Schlüssel anschließend zugeschickt werden sollen. Oder wenn Sie aufgefordert werden, die Kaution direkt bei der Besichtigung in bar zu bezahlen. Wichtig: Zahlen Sie niemals Geld, bevor Sie den Mietvertrag unterschrieben haben.

Wenn Sie einen Makler engagieren, legen Sie die Höhe der Provision und den Zweck schriftlich fest. Zahlen Sie nichts, bevor beide Seiten diese Abmachung unterschrieben haben. Den Makler müssen Sie erst bezahlen, wenn er eine passende Wohnung für Sie gefunden hat. Auch hier gibt es viele Betrüger, die sich als Makler ausgeben, Ihr Geld nehmen und sich dann nie wieder bei Ihnen melden.

Wer bezahlt die Miete, wenn ich kein eigenes Einkommen habe?

Wenn Sie Sozialleistungen vom Sozialamt oder Jobcenter bekommen, müssen Sie diese Frage unbedingt noch vor der Wohnungssuche klären. Das Sozialamt oder Jobcenter übernimmt die Mietkosten nur bis zu einer bestimmten Höhe und nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Holen Sie sich zunächst eine schriftliche Bestätigung Ihres Sachbearbeiters, dass Sie sich eine eigene Wohnung suchen dürfen. Ihr Sachbearbeiter kann Ihnen auch mitteilen, wie hoch die Miete sein darf und welche Voraussetzungen die Wohnung sonst noch erfüllen muss. Die erlaubte Höhe der Mietkosten ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren, wie der Art der Heizung und der Größe des Gebäudes ab. Außerdem muss die Wohnung einerseits eine bestimmte Größe haben und darf andererseits auch eine bestimmte Größe nicht überschreiten. Viele Ämter lehnen außerdem befristete Mietangebote sowie Mietangebote mit Staffelmiete grundsätzlich ab. Erkundigen Sie sich darum unbedingt vor Beginn Ihrer Suche nach den für Sie geltenden Bedingungen.

Sobald Sie eine Zusage eines Vermieters haben, bitten Sie diesen, Ihnen ein Mietangebot auszustellen. Auf diesem Mietangebot müssen alle für das Amt relevanten Daten über die Wohnung sowie die Telefonnummer des Vermieters zu finden sein. Viele Ämter haben dafür auch Formulare, die Sie dem Vermieter geben können. Fragen Sie Ihren Sachbearbeiter nach einem Formular. Mit dem vom Vermieter ausgefüllten Mietangebot müssen Sie so schnell wie möglich zu Ihrem Sachbearbeiter gehen, damit dieser das Mietangebot prüfen und Ihnen bzw. Ihrem Vermieter die Kostenübernahme zusichern kann. Mit der schriftlichen Bestätigung der Kostenübernahme gehen Sie wieder zum Vermieter und können dort dann den Mietvertrag unterschreiben.

Was sind Sozialwohnungen?

Wenn Sie wenig oder gar kein Geld verdienen, haben Sie das Recht eine Sozialwohnung zu mieten. Diese Wohnungen sind günstiger als andere, da sie vom Staat gefördert werden. Um eine solche Wohnung zu mieten, brauchen Sie einen Wohnberechtigungsschein (WBS) von der Stadt oder der Gemeinde, in der Sie leben. Der WBS beweist, dass Ihr Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt. Den WBS müssen Sie dem Vermieter bei der Besichtigung zeigen.

Bitte beachten Sie: Wenn Sie sich noch im Asylverfahren befinden oder geduldet sind, können Sie in der Regel keinen WBS bekommen.

Ich möchte in einer WG wohnen

In einer WG (Wohngemeinschaft) teilen Sie sich eine Wohnung mit anderen Personen. Jeder hat sein eigenes Zimmer, aber Bad und Küche werden gemeinsam genutzt. Die Suche nach einem WG-Zimmer ist in der Regel etwas einfacher als die Suche nach einer eigenen Wohnung, da sie nicht den Vermieter, sondern nur die Bewohner der WG von sich überzeugen müssen. Außerdem ist ein Zimmer billiger als eine ganze Wohnung.

Wenn Sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen, müssen Sie dem Amt sowohl Ihren Untermietvertrag als auch den Hauptmietvertrag des Hauptmieters vorlegen. Viele Sachbearbeiter wollen außerdem auch eine Bestätigung des Vermieters sehen, dass der Hauptmieter Zimmer untervermieten darf.

Wie kann ich meine Chancen bei der Wohnungsbesichtigung erhöhen?

  • Seien Sie pünktlich zum verabredeten Termin vor Ort.
  • Kleiden Sie sich seriös.
  • Verhalten Sie sich auch gegenüber anderen Interessenten höflich.
  • Versuchen Sie auch bei großem Andrang direkt mit dem Vermieter zu sprechen und einen guten Eindruck bei ihm zu hinterlassen. Erkundigen Sie sich z.B. nach der nächsten Schule oder betonen Sie, wie sehr Ihnen die Blumen im Hinterhof gefallen. Sprechen Sie aber keine unangenehmen Themen wie z.B. Renovierungsarbeiten an.
  • Halten Sie Ihre Mappe mit allen Unterlagen bereit.

Was muss ich bei der Unterzeichnung des Mietvertrags beachten?

  • Lesen Sie den Mietvertrag genau durch, bevor Sie ihn unterschreiben. Wenn Sie selbst noch nicht so gut Deutsch können, nehmen Sie eine Person mit, die den Mietvertrag für Sie durchlesen kann.
  • Lassen Sie bei der Übergabe der Wohnung alle Schäden in der Wohnung genau dokumentieren und machen Sie Fotos davon. Andernfalls werden Sie bei einem späteren Auszug für diese Schäden verantwortlich gemacht.
  • In der Regel müssen sie direkt nach der Unterzeichnung des Mietvertrags eine Kaution für die Wohnung bezahlen. Für die Kaution darf der Vermieter höchstens drei Kaltmieten verlangen, die Sie in drei monatlichen Raten bezahlen dürfen. Wenn Sie keine Kosten durch Schäden in der Wohnung verursachen, muss Ihr Vermieter bei Ihrem Auszug die Kaution (mit Zinsen) an Sie zurückzahlen.

Was muss ich nach der Unterzeichnung des Mietvertrags erledigen?

  • Sie müssen sich beim Bürgeramt / Einwohnermeldeamt anmelden. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel „Polizeiliche Anmeldung“. In einigen Städten genügt dafür die Vorlage des Mietvertrags. In anderen Städten müssen Sie eine sogenannte „Wohnungsgeberbescheinigung“ vorlegen, in der der Vermieter Ihren Einzug bestätigt.
  • Teilen Sie der Ausländerbehörde so schnell wie möglich Ihre neue Adresse mit. Wenn Sie noch im Asylverfahren sind, müssen Sie Ihre neue Adresse außerdem sofort dem BAMF mitteilen, da Sie sonst vielleicht wichtige Briefe des BAMF verpassen.
  • Informieren Sie auch alle anderen Behörden, mit denen Sie zu tun haben (Jobcenter, Sozialamt, Finanzamt, …) und Ihre Bank, Ihre Versicherung, etc. über Ihre neue Adresse.
  • Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Sie keine Briefe verpassen, können Sie für einen bestimmten Zeitraum einen Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post und der Pin Mail AG stellen. Dafür müssen Sie aber Geld bezahlen.
  • Sie müssen Ihre Wohnung bei einem Stromanbieter anmelden. Stromkosten sind nicht in der Warmmiete, die Sie an Ihren Vermieter bezahlen, enthalten. Für die Anmeldung müssen Sie dem Stromanbieter den Zählerstand Ihres Stromzählers (vom Datum der Übergabe) mitteilen. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Kapitel „Wohnen“.
  • Auch der staatliche Rundfunkbeitrag wird pro Haushalt direkt über Sie als Mieter abgerechnet. Wenn Sie sich bei der Meldebehörde angemeldet haben, erhalten Sie automatisch per Post einen Brief zur Anmeldung beim Beitragsservice. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Kapitel „Rundfunkbeitrag“.