Darf ich in eine Wohnung umziehen?

Ob Sie in eine Wohnung umziehen dürfen, hängt von Ihrem Aufenthaltsstatus ab:

Ich bin Asylberechtigte*r, anerkannter Flüchtling oder habe subsidiären Schutz: Sie haben das Recht in eine eigene Wohnung zu ziehen.

Ich bin Asylbewerber*in: Ob Sie als Asylbewerber*in in eine Wohnung umziehen dürfen, hängt von Ihrem Herkunftsland, der bisherigen Dauer Ihres Aufenthalts in Deutschland und den Regelungen Ihres Bundeslandes ab. Generell gilt, dass Asylbewerber*innen mindestens sechs Wochen und höchstens 24 Monate in einer Erstaufnahmeeinrichtung wohnen müssen. Während Sie verpflichtet sind in einer Erstaufnahmeeinrichtung zu wohnen, dürfen Sie nicht in eine Wohnung ziehen. Bitte beachten Sie: Wenn Sie aus einem sogenannten "sicheren Herkunftsland" kommen, müssen für die gesamte Dauer Ihres Asylverfahrens und im Falle einer Ablehnung ihres Asylantrags bis zur Ausreise oder Abschiebung in einer Erstaufnahmeeinrichtung wohnen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel "Sichere Herkunftsländer".

Ich habe eine Duldung: Personen mit einer Duldung haben generell kein Recht darauf in eine Wohnung umzuziehen. Offiziell ist die Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft für Geduldete vorgesehen. Zum Teil ist dies sogar auf Ihrer Duldung als Auflage eingetragen. In einigen Gemeinden gibt es aber zu wenige Plätze in Gemeinschaftsunterkünften, um alle dort unterzubringen. In diesem Fall wird Ihnen entweder eine Wohnung zugewiesen oder Ihnen wird erlaubt eine eigene Wohnung zu suchen. Wenn Sie in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnen müssen, können Sie versuchen, die Streichung dieser Auflage bei der Ausländerbehörde zu beantragen. Zusätzlich müssen Sie beim Sozialamt beantragen, dass es die Kosten für Ihre Wohnung übernimmt. Die Behörden können Ihrem Wunsch folgen, können ihn aber auch ablehnen. Generell sind Ihre Chancen eher gering, wenn Sie nicht wichtige Gründe, z.B. psychische oder physische Erkrankungen vorbringen können. Lassen Sie sich vorab von einer Beratungsstelle oder Anwält*innen beraten. Hilfe finden Sie zum Beispiel bei Pro Asyl. Die Mitarbeiter*innen sprechen Deutsch und Englisch und sind unter +49 69–242 314 20 und proasyl@proasyl.de erreichbar.

Bitte beachten Sie: Wenn Sie Ihr Einkommen durch Arbeit selbst verdienen und weiter in einer Gemeinschaftsunterkunft leben, müssen Sie damit rechnen, dass Sie von Ihrem Arbeitslohn eine hohe Miete für Ihren Platz im Heim zahlen müssen.

 

Darf ich in eine andere Stadt umziehen?

Ob Sie auch in andere Städte oder Gemeinden umziehen dürfen, hängt von Ihrem Aufenthaltsstatus ab.

Asylberechtigte, anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte, die Sozialleistungen vom Sozialamt oder Jobcenter bekommen, müssen in der Regel für drei Jahre in dem Bundesland bleiben, in dem sie ihr Asylverfahren durchlaufen haben. Die Bundesländer haben zudem die Möglichkeit zusätzliche Regelungen zu schaffen, in denen Sie z.B. festlegen, dass die Person auch in der Gemeinde bleiben muss, in der sie während ihres Asylverfahrens gelebt hat. Diese "Wohnsitzzuweisung" ist umstritten. Wenn Sie gute Gründe haben, warum Sie in eine andere Gemeinde umziehen möchten, können Sie einen „Antrag auf Aufhebung der Wohnsitzzuweisung“ (gemäß §12a Abs. 5 Satz 2c AufenthG) bei der für Sie aktuell zuständigen Ausländerbehörde und der Ausländerbehörde Ihrer Wunsch-Stadt stellen. Lassen Sie sich dazu von einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe beraten. Hilfe finden Sie zum Beispiel bei Pro Asyl. Die Mitarbeiter*innen sprechen Deutsch und Englisch und sind unter +49 (0)69–242 314 20 und proasyl@proasyl.de erreichbar.

Asylbewerber*innen und Menschen mit Duldung müssen in der Regel in der Gemeinde wohnen bleiben, der Sie zu Beginn zugeteilt wurden. Nur wenn Sie Ihren Lebensunterhalt durch eigenes Einkommen bestreiten und keine finanzielle Unterstützung vom Sozialamt bekommen, dürfen Sie umziehen. Für Personen, die finanzielle Unterstützung vom Sozialamt bekommen gibt es nur wenige Möglichkeiten dennoch die Erlaubnis für einen Umzug in eine andere Gemeinde zu bekommen. In der Regel wird die Ausländerbehörde einen entsprechenden Antrag von Ihnen nur zustimmen, wenn Sie z.B. sehr krank sind und es in Ihrer Gemeinde keine auf Ihre Krankheit spezialisierten Ärzt*innen gibt oder wenn Sie sich um ein krankes Familienmitglied in einer Stadt kümmern müssen. Ihre Gründe müssen Sie durch Atteste nachweisen. Lassen Sie sich vorab von einer Beratungsstelle oder Anwält*innen beraten. Hilfe finden Sie zum Beispiel bei Pro Asyl. Die Mitarbeiter*innen sprechen Deutsch und Englisch und sind unter +49 69–242 314 20 und proasyl@proasyl.de erreichbar.