Das deutsche Impfsystem

Empfehlungen für Impfungen in 20 Sprachen und andere mehrsprachige Materialien geben die Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) mit Sitz am Robert Koch-Institut (RKI) heraus. Das RKI versucht anhand von Statistiken, Aufklärung und Forschung die Verbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern. Die Aufgaben des RKI sind im Infektionsschutzgesetz (IfSG) festgeschrieben.

Empfohlene Impfungen und Immunisierung

Empfohlene Impfungen der STIKO sind in Deutschland Tetanus, Diphterie, Keuchhusten (Pertussis), Hib (Haemophilus Influenza Typ b), Kinderlähmung (Poliomyelitis), Hepatitis B, Pneumokokken, Rotaviren, Meningokokken C, Masern, Mumps, Röteln (MMR) und Windpocken (Varizellen) (Stand August 2016).

Für ältere Menschen und Schwangere empfiehlt die STIKO außerdem die Impfung gegen Grippe (Influenza) und für junge Frauen die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs (ausgelöst von HPV bzw. Humanen Papillomviren).

Allen Menschen, die sich in FSME-Risikogebieten öfter in der freien Natur aufhalten, empfiehlt die STIKO die Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). FSME ist eine Gehirnhaut- und Rückenmarkentzündung, die durch Viren übertragen wird. Am häufigsten werden die Viren durch Zeckenstiche übertragen. 

Impfschemata

Für die Immunisierung gegen Krankheitserreger gibt es verschiedene Impfschemata. Für manche Impfungen müssen Sie in bestimmten Intervallen mehrmals geimpft werden. Insbesondere die Grundimmunisierung, die bereits bei Kindern zwischen 6 Wochen und 23 Monaten gemacht werden kann, besteht oft aus vier Teilimpfungen (G1 bis G4). Nach der Grundimmunisierung müssen Auffrischimpfungen insbesondere im Alter von 2 bis 17 Jahren gemacht werden. Aber auch in höherem Alter können noch Auffrischungen nötig sein. Den Impfkalender der STIKO finden Sie hier in 20 Sprachen.

Impfpass

In Deutschland bekommen Sie bei Ihrer ersten Impfung ein kleines gelbes Büchlein, den "Impfpass" (auch "Impfausweis" oder "Impfbuch" genannt). Dort werden Ihre Impfungen notiert, was für eine vollständige Immunisierung wichtig ist. Bringen Sie den Impfausweis bei Ihren Arztbesuchen mit.

Wenn Sie minderjährige Kinder haben, ist es Ihre Aufgabe, deren Impfpässe aufzubewahren und den Impfkalender für die Teilimpfungen im Auge zu behalten. Neben dem Impfpass können Sie auch ein Kinderuntersuchungsheft (auch "Gelbes Heft" genannt) führen. In diesem Heft werden die neun Regeluntersuchungen (U1 – U9) bei jedem Arztbesuch bis zum 6. Lebensjahr Ihres Kindes dokumentiert, um Krankheiten früh zu erkennen. Das Heft bekommen Sie von Ihrem Gynäkologen oder Kinderarzt.

Kosten

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen die von der STIKO empfohlenen Impfungen (gemäß der Schutzimpfungsrichtlinie). Reiseimpfungen werden von manchen Krankenkassen übernommen. Der Arbeitgeber bezahlt Impfungen für Menschen mit erhöhtem beruflichen Infektionsrisiko (gemäß §3 Abs. 3 des Arbeitsschutzgesetzes). 

Infektionsgefahr in Gemeinschaftseinrichtungen

In Kindergärten, Schulen, Ferienlagern oder Erstaufnahmeeinrichtungen für Geflüchtete befinden sich viele Menschen auf einem Raum. Um Kinder und Personal vor ansteckenden Krankheiten zu schützen, gibt es deshalb Regelungen. Sie sind auf jeden Fall verpflichtet, eine ansteckende Krankheit mitzuteilen. Bei manchen ansteckenden Krankheiten gilt ein Besuchsverbot, das heißt, dass Ihre infizierten Kinder nicht in den Kindergarten oder die Schule gehen dürfen. Mehrsprachige Informationen dazu finden Sie hier.