Welche Rechte und Pflichten habe ich mit einer Duldung?

Für Menschen mit Duldung gelten viele spezielle Regelungen und sie haben nur eingeschränkte Rechte:

  • Sie dürfen nur arbeiten, wenn die Ausländerbehörde Ihnen eine Arbeitserlaubnis erteilt hat. Mehr dazu in unserem Kapitel "Arbeitserlaubnis".
  • Sie dürfen eine Ausbildung machen oder studieren. Für eine duale Ausbildung brauchen Sie allerdings auch eine Arbeitserlaubnis.
  • Sie haben keinen Anspruch auf die Teilnahme an einem Integrationskurs. Sie können aber nach einem freien Platz in einem Integrationskurs fragen und einen entsprechenden Antrag beim BAMF stellen. Mehr dazu in unserem Kapitel "Integrationskurse".
  • Sie erhalten Asylbewerberleistungen und keine Leistungen vom Jobcenter.
  • Sie bekommen in der Regel kein Eltern- und Kindergeld.
  • Sie dürfen in der Regel nicht in eine andere Stadt oder in ein anderes Bundesland umziehen, solange Sie staatliche Leistungen beziehen.
  • Sie dürfen in der Regel nicht ins Ausland reisen. Wenn Sie aus Deutschland ausreisen, kann das den Widerruf oder das Erlöschen Ihrer Duldung zur Folge haben.
  • Sie müssen gegenüber der Ausländerbehörde Angaben über Ihre Identität und Staatsbürgerschaft machen und entsprechende Dokumente vorlegen.
  • Die Ausländerbehörde darf Daten von Ihrem Smartphone oder Ihren Computer auswerten, wenn das für die Feststellung Ihrer Identität notwendig ist.

Menschen mit Duldung sind verpflichtet daran mitzuwirken, dass Ihre Identität geklärt ist und Ihre Abschiebung möglich ist. Das nennt man "Mitwirkungspflicht". So kann es zum Beispiel sein, dass Sie von den Behörden verpflichtet werden, einen Pass für Ihr Heimatland zu beantragen. Wenn Sie sich nicht um einen Pass bemühen, kann Ihnen die Ausländerbehörde eine Duldung nach §60b AufenthG geben. Das ist eine Form der Duldung, die viele negative Auswirkungen für Sie hat. Außerdem können Ihre Asylbewerberleitungen gekürzt werden. Und Sie können sich sogar strafbar machen.

Beachten Sie bitte: Lassen Sie sich von einer Beratungsstelle oder einer Anwaltskanzlei beraten, wenn die Ausländerbehörde Ihre Mitwirkung verlangt. Sie sind nicht in jedem Fall zu jeder Handlung verpflichtet. Die Anwaltskanzlei oder eine Beratungsstelle können Ihnen sagen, was Sie tatsächlich tun müssen und welche Folgen das für Sie haben kann. Anwält*innen oder eine Beratungsstelle finden Sie z.B. auf www.rechtsberaterkonferenz.de oder bei ProAsyl.