Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen

Sie können eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen (§25 Abs. 5 AufenthG) bekommen, wenn es langfristig nicht möglich ist, dass Sie in Ihr Heimatland zurückkehren, weil z.B. Sie für längere Zeit reiseunfähig sind oder Ihr Heimatland sich weigert, Ihnen einen Pass auszustellen.

Konkret müssen Sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

Mehr Informationen zu §25 Absatz 5 AufenthG ( Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen) finden Sie auf dem Infoblatt des Flüchtlingsrats Sachsen-Anhalt

Sobald Sie Ihre Aufenthaltserlaubnis verlängern müssen, prüft die Ausländerbehörde, ob eine Ausreise oder Abschiebung möglich sind. Wenn eine Ausreise oder Abschiebung möglich sind, kann es passieren, dass Ihre Aufenthaltserlaubnis nicht verlängert wird und Sie zur Ausreise aufgefordert werden. Nehmen Sie in diesem Fall sofort Kontakt zu einer Beratungsstelle oder einen Anwalt auf. Einen Anwalt oder eine Beratungsstelle finden Sie z.B. auf der Website der Rechtsberaterkonferenz oder bei ProAsyl.

Aufenthaltserlaubnis für gut integrierte Erwachsene

Sie können eine Aufenthaltserlaubnis wegen nachhaltiger Integration (§25b AufenthG) bekommen, wenn Sie schon lange in Deutschland sind und hier gut integriert sind.

Konkret müssen Sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

Mehr Informationen zu §25b AufenthG ( Aufenthaltserlaubnis bei nachhaltiger Integration) finden Sie auf dem Infoblatt des Flüchtlingsrats Sachsen-Anhalt. 

Aufenthaltserlaubnis für gut integrierte Jugendliche und Heranwachsende

Jugendliche bis 21 Jahre können eine Aufenthaltserlaubnis für gut integrierte Jugendliche und Heranwachsende (§25a AufenthG) bekommen, wenn sie schon länger in Deutschland sind und hier gut integriert sind.

Konkret müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

 

Mehr Informationen zu §25a AufenthG ( Aufenthaltserlaubnis für gut integrierte Jugendliche und Heranwachsende) finden Sie auf dem Infoblatt des Flüchtlingsrats Sachsen-Anhalt. 

Aufenthaltserlaubnis für qualifizierte Geduldete

Sie können eine Aufenthaltserlaubnis für qualifizierte Geduldete zum Zweck der Beschäftigung (§18a  AufenthG) bekommen, wenn auf Sie eines der folgenden Szenarien zutrifft und Sie die unten genannten zusätzlichen Voraussetzungen erfüllen:

Zusätzlich müssen Sie in allen fünf Fällen folgende Voraussetzungen erfüllen:

Ausbildungsduldung (3+2 Regelung)

Seit Juli 2016 können Sie eine Duldung bekommen, wenn Sie eine Ausbildung in Deutschland aufnehmen oder aufgenommen haben. Dafür gibt es eine rechtliche Grundlage: §60a AufenthG. Eine Ausbildung kann also eine echte Zukunftschance für Sie sein. Sie bekommen während der Berufsausbildung eine Duldung für die gesamte Zeit der Ausbildung. Wenn Sie nach der Ausbildung in Ihrem Ausbildungsbetrieb weiterhin arbeiten oder sofort einen neuen Arbeitsplatz finden, bekommen Sie eine Aufenthaltserlaubnis für zwei Jahre. Ist dies nicht der Fall, haben Sie sechs Monate Zeit, um einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Um die 3+2 Regelung in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

Wenn Sie diese Voraussetzungen erfüllen, haben Sie einen Anspruch auf eine Ausbildungsduldung. Wenn die Ausländerbehörde Ihren Antrag ablehnt, wenden Sie sich an eine Beratungsstelle oder einen Anwalt.  Hilfe finden Sie zum Beispiel bei Pro Asyl. Die Mitarbeiter sprechen dort Deutsch und Englisch und sind unter +49 (0)69–242 314 20 und proasyl@proasyl.de erreichbar.

Wichtig: Wenn Sie Ihre Ausbildung abbrechen, erlischt auch Ihre Ausbildungsduldung. Nach dem Abbruch Ihrer Ausbildung bekommen Sie eine Duldung für sechs Monate. In dieser Zeit müssen Sie einen neuen Ausbildungsplatz finden.

Bitte beachten Sie: Asylbewerber, die aus einem sicheren Herkunftsstaat kommen und ihren Asylantrag nach dem 31. August 2015 gestellt haben, können keine Ausbildungsduldung bekommen. Auch Menschen mit einer Duldung, die aus einem sicheren Herkunftsland kommen und ihren Asylantrag nach dem 31. August 2015 gestellt haben, können keine Ausbildungsduldung bekommen. Aktuell (Stand 01/2019) gelten Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Serbien, Montenegro, Albanien, Kosovo, Ghana und Senegal als sichere Herkunftsstaaten.

Mehr Informationen zur Ausbildungsduldung finden Sie auf dem Infoblatt des Flüchtlingsrats Sachsen-Anhalt.

 

Wo und wie kann ich die Aufenthaltserlaubnis beantragen?

Eine Aufenthaltserlaubnis beantragen Sie in der für Sie zuständigen Ausländerbehörde. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Ausländerbehörde nach dem dafür passenden Formular. Und fragen Sie, ob Sie den Antrag schriftlich stellen sollen oder ob Sie dafür einen Termin benötigen. In der Regel können Sie den Antrag schriftlich stellen. Schicken Sie dazu das ausgefüllte Formular und Kopien Ihrer Nachweise (Sprachzertifikate, Arbeitsvertrag, Ausbildungsvertrag, …) an Ihre Ausländerbehörde. Wenn Sie einen Termin benötigen: Vereinbaren Sie den Termin und bringen Sie zum Termin alle Ihre Nachweise und das ausgefüllte Formular mit.