Wo kann ich die Niederlassungserlaubnis beantragen?

Die Niederlassungserlaubnis müssen Sie schriftlich bei der für Sie zuständigen Ausländerbehörde beantragen. Die für Sie zuständige Ausländerbehörde finden Sie auf bamf.de. Den für die Beantragung nötigen „Antrag auf Erteilung der Niederlassungserlaubnis“ finden Sie auf der Website Ihrer Ausländerbehörde. Sie müssen den ausgefüllten Antrag, ein biometrisches Passfoto und in der Regel folgende Dokumente per Post an die für Sie zuständige Ausländerbehörde schicken oder vorbeibringen:

  • eine Kopie Ihres Passes
  • eine Kopie Ihres Arbeitsvertrages, Ihre letzten sechs Gehaltsnachweise und eine aktuelle Bestätigung Ihres Arbeitgebers, dass Sie noch immer dort beschäftigt sind. Diese Bestätigung darf nicht älter als 14 Tage sein. Falls Sie selbständig sind: Ihren letzten Steuerbescheid sowie einen von Steuerberater*innen ausgefüllten Prüfungsbericht.
  • eine aktuelle Bestätigung Ihrer Krankenkasse, dass Sie dort versichert sind.
  • eine Kopie Ihres Mietvertrags
  • eine Kopie Ihrer Deutsch-Zertifikate
  • Ihre Rentenauskunft der Deutschen Rentenversicherung
  • falls Sie Kindergeld, Elterngeld oder ähnliches bekommen: Ihre entsprechenden Bescheide
  • Ihre polizeiliche Anmeldung

Wenn Sie zu einer Gruppe mit erleichterten Voraussetzungen gehören, müssen Sie weniger Dokumente vorlegen. Welche Dokumente Sie benötigen, finden Sie auf dem Antrag.

Die Ausstellung der Niederlassungserlaubnis kostet Geld.

Sobald die Ausländerbehörde Ihren Antrag geprüft hat, bekommen Sie schriftlich Bescheid.

 

Kann ich meine Niederlassungserlaubnis wieder verlieren?

Ja, wenn eine der folgenden Situationen zutrifft, können Sie Ihre Niederlassungserlaubnis verlieren.

  • Wenn Sie länger als sechs Monate nicht in Deutschland sind oder ausreisen, um dauerhaft in einem anderen Land zu leben, erlischt Ihre Niederlassungserlaubnis in der Regel (§ 51 I AufenthG). Das gilt nicht für Menschen mit dem Blauen Pass.  
  • Ihre Niederlassungserlaubnis kann zurückgenommen werden, wenn Sie sie aufgrund falscher Angaben bekommen haben.
  • Wenn Sie eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung sind, können Sie ausgewiesen werden. In diesem Fall verlieren Sie auch Ihre Niederlassungserlaubnis.

Wenn die Gefahr besteht, dass Sie Ihre Anerkennung bzw. Ihren Aufenthaltstitel verlieren, lassen Sie sich unbedingt von einer Beratungsstelle oder einem Anwalt beraten. Hilfe finden Sie zum Beispiel bei der Migrationsberatung für Erwachsene oder dem Jugendmigrationsdienst.

Wo finde ich Beratung & Unterstützung?

Die Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) oder der Jugendmigrationsdienst (JMD) beraten Sie gern. Die Beratungsstellen des Jugendmigrationsdienstes sind speziell für Jugendliche und junge Erwachsene unter 27 Jahren. Die Mitarbeiter*innen bei den MBEs und JMDs  sprechen viele Sprachen. Die Beratung ist kostenlos.

Kann ich mit der Niederlassungserlaubnis in einem anderen EU-Land wohnen & arbeiten?

Nein. Dafür gibt es die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU. Mit der Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU haben Sie die Möglichkeit, zusätzlich eine Aufenthaltserlaubnis in einem anderen EU-Staat zu bekommen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel "Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU".