Wer muss sich wann anmelden?

Alle Menschen, die nach Deutschland ziehen oder auch innerhalb Deutschlands in eine andere Stadt oder Gemeinde umziehen, müssen sich beim Einwohnermeldeamt (oft auch Bürgeramt oder Bürgerbüro) anmelden. Die Anmeldung innerhalb von zwei Wochen ist Pflicht. Wenn Sie sich zu spät oder gar nicht anmelden, kann es sein, dass Sie eine Strafe zahlen müssen.

 

Was wird beim Meldeamt gespeichert?

Beim Einwohnermeldeamt oder Bürgeramt werden Ihre „personenbezogenen Daten“ im amtlichen Melderegister gespeichert. Personenbezogene Daten sind Ihr vollständiger Name, Ihre neue Adresse, Ihr Geburtsdatum und Ihr Familienstand. Das Meldeamt verlangt meist auch eine Einzugsbestätigung vom Vermieter oder vom Heimbetreiber in schriftlicher Form.

Was muss ich tun, wenn ich umziehe?

Wenn Sie innerhalb Deutschlands umziehen, müssen Sie sich bei dem für Sie zuständigen Einwohnermeldeamt oder Bürgeramt anmelden. Das neue Meldeamt oder Bürgeramt informiert normalerweise das vorher für Sie zuständige Amt über Ihre neue Adresse. Deswegen müssen Sie sich auch nicht bei Ihrem alten Einwohnermeldeamt oder Bürgeramt abmelden.

Sie können auch in mehreren Wohnungen wohnen. Dann müssen Sie dem Einwohnermeldeamt mitteilen, welche Wohnung Ihr Hauptwohnsitz und welche Ihr Nebenwohnsitz ist. Hauptwohnsitz bedeutet, dass Sie dort die meiste Zeit verbringen.

Wenn Sie Deutschland verlassen, müssen Sie sich beim Einwohnermeldeamt Ihrer letzten deutschen Adresse abmelden.

Welche anderen Aufgaben hat das Meldeamt?

Die über 5.000 Einwohnermeldeämter der Städte und Gemeinden Deutschlands haben viele Aufgaben. Sie kümmern sich um die An-, Ab- und Ummeldung von Personen, Ausstellung von Personal- und Kinderausweisen, Passangelegenheiten und Lohnsteuerkarten. Die Einwohnermeldeämter müssen außerdem Auskünfte aus dem Melderegister geben, wenn jemand eine Melderegisteranfrage oder „Einwohnermeldeamtsanfrage“ (EMA-Anfrage) stellt. Mit einer solchen Anfrage kann man herausfinden, mit welcher Wohnadresse jemand gemeldet ist. Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn Sie Freunde oder Familienangehörige vermissen oder aber wenn Sie Schuldner oder verzogene Kunden wiederfinden wollen.

Auch private Anbieter bieten diese Dienstleistung an, wobei sie dafür oft zusätzlich Geld verlangen. Auf melderegister-auskunft.de finden Sie eine Liste seriöser privater Anbieter. Die Meldeämter/Bürgerämter verlangen auch eine Gebühr, wobei diese von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich hoch ist. Auch wenn die gesuchte Person nicht gefunden wird, müssen Sie die Gebühr bezahlen. Die Bearbeitungszeit ist von Behörde zu Behörde unterschiedlich. Manchmal dauert es nur wenige Tage, manchmal jedoch mehrere Wochen.

Kann ich verlangen, dass mein Wohnort geheim bleibt?

Sie können eine „Auskunftssperre“ nach §51 des Bundesmeldegesetzes bei Ihrer zuständigen Meldehörde beantragen. Das bedeutet, dass – mit Ausnahme von Behörden – niemand Ihre „personenbezogenen Daten“ (Name, Geburtstdatum, Wohnadresse, Familienstand) erfragen darf. Für so eine Auskunftssperre müssen Sie nachweisen, dass für Sie eine Gefahr durch eine Melderegisterauskunft besteht. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie von jemandem verfolgt werden oder in einem Bereich arbeiten, in dem viele Menschen bedroht werden (z.B. in der Rassismusbekämpfung). Die Auskunftssperre gilt zwei Jahre und kann auf Antrag verlängert werden. Sie kostet nichts. Das Einwohnermeldeamt informiert Sie normalerweise, bevor die Sperre automatisch aufgehoben wird.

Welche anderen Melderegister gibt es?

Neben dem Melderegister für Privatpersonen gibt es in jedem Amtsgerichtsbezirk ein Handelsregister. Dort finden Sie Informationen zu örtlichen Unternehmen, wenn diese der Eintragungspflicht unterliegen. Wenn Sie selbst ein Unternehmen besitzen oder selbstständig sind, können Sie sich im Handelsregister eintragen lassen. Das kostet Gebühren. Alleridngs muss man sich nicht im Handelsregister eintragen lassen, wenn man Einzelunternehmer ist.