Ich habe eine Aufenthaltserlaubnis

Wenn Ihr Asylantrag positiv entschieden wurde, sie also einen Schutzstatus als Asylberechtigter, als Flüchtling oder als subsidiär Schutzberechtigter erhalten haben, dürfen Sie ohne Einschränkungen als Arbeitnehmer oder als Selbständiger arbeiten. Für Sie gelten auf dem Arbeitsmarkt dieselben Regeln wie für deutsche Staatsbürger.

Wenn Ihr Asylantrag abgelehnt wurde, Sie aber eine Aufenthaltserlaubnis aufgrund eines nationalen Abschiebungsverbots erhalten haben, entscheidet die Ausländerbehörde darüber, ob Sie eine Arbeitserlaubnis bekommen oder nicht. Sie finden diese Information auf Ihrer Aufenthaltserlaubnis bzw. in einem Zusatzblatt, das Ihnen mit der Aufenthaltserlaubnis ausgehändigt wird.

Ich habe (noch) keine Aufenthaltserlaubnis

Wenn Sie eine Aufenthaltsgestattung bzw. einen Ankunftsnachweis oder eine Duldung haben, ist Ihr Zugang zum Arbeitsmarkt eingeschränkt. Eine selbständige Tätigkeit ist generell nicht erlaubt. Für eine Arbeit als Beschäftigter müssen Sie bei Ihrer Ausländerbehörde eine Arbeitserlaubnis beantragen, bevor Sie anfangen zu arbeiten. 

Ihre Arbeitserlaubnis gilt nicht generell, sondern für eine ganz bestimmte Arbeitsstelle. Ihr zukünftiger Chef muss dazu ein Formular über die Arbeitsstelle ausfüllen, und Sie selbst müssen den Antrag auf Erlaubnis einer Beschäftigung ausfüllen. Sind beide Formulare vollständig ausgefüllt, sollte die Ausländerbehörde Ihnen innerhalb von zwei Wochen antworten. Wenn Sie keine Antwort oder eine Absage bekommen, wenden Sie sich an eine Beratungsstelle oder einen Anwalt. Sie können auch einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht stellen.Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie auf proasyl.de.

Eine Arbeitserlaubnis können Sie in der Regel nicht beantragen, wenn:

  • Sie sich seit weniger als drei Monate in Deutschland aufhalten.
  • Sie noch in einer Erstaufnahmeeinrichtung wohnen müssen.
  • wenn Sie aus einem sicheren Herkunftsstaat (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal und Ghana) kommen und Ihr nach dem 31. August 2015 gestellter Asylantrag abgelehnt wurde.
  • wenn Sie eine Duldung haben und Sie Ihre Abschiebung durch Täuschung oder fehlende Mitwirkung verhindert haben.

 

Was ist die Vorrangprüfung?

Bis zum Sommer 2016 galt in Deutschland für Menschen während des Asylverfahrens und mit Duldung, dass die Behörden nur dann eine Arbeitserlaubnis für eine Stelle erteilt haben, wenn sich kein deutscher oder EU-Bürger für den Job fand. Im August 2016 wurde diese Regelung in fast allen Regionen Deutschlands ausgesetzt. Seit August 2019 gibt es die Vorrangprüfung nun in ganz Deutschland nicht mehr.