Coronavirus - Hilfen vom Staat

Das Bild zeigt einen Mann auf einer Straße in einer großen Stadt. Er zieht hinter sich einen orangen Einkaufstrolley und trägt eine FFP-Schutzmaske.
Aktualisiert 04.08.2022

Welche Hilfen gibt es für mich?

Die Corona-Pandemie hält die Welt weiter in Atem. Und hat massive Auswirkungen auf das wirtschaftliche Leben. Viele Menschen haben bereits ihren Job verloren oder werden in Kurzarbeit geschickt. Selbständige, Freiberufler*innen und Unternehmer*innen erhalten weniger oder keine Aufträge mehr oder müssen schließen. Hier erfahren Sie, welche Hilfen Sie jetzt vom Staat bekommen können.

Welche Hilfen vom Staat gibt es für mich?

Was mache ich, wenn ich gekündigt werde oder nur noch wenig Geld verdiene?

Wenn Sie kein oder nur noch wenig Geld verdienen, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen Arbeitslosengeld bekommen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Arbeitslosengeld: Arbeitslosengeld I (ALG 1) und Arbeitslosengeld II (ALG 2).  

Arbeitslosengeld I
Arbeitslosengeld I bekommen Sie nur, wenn Sie in den letzten 24 Monaten mindestens 12 Monate versicherungspflichtig in Deutschland gearbeitet haben, also in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Das Arbeitslosengeld I beantragen Sie direkt bei der für Sie zuständigen Arbeitsagentur. Seit Januar 2022 können Sie sich auch online arbeitslos melden. Ihr Arbeitgeber wird Ihnen im Fall einer Kündigung die nötigen Informationen dazu geben. Mehr zum Thema Kündigung erfahren Sie in unserem Kapitel "Kündigung".

Arbeitslosengeld II ("Hartz 4")
Um Arbeitslosengeld II zu bekommen, müssen Sie nicht schon 12 Monate in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Das Arbeitslosengeld II (auch "Hartz 4" oder "ALG 2" genannt), ist eine Grundsicherung vom Jobcenter. Diese beinhaltet Geld für den persönlichen Lebensunterhalt, also für Essen, Kleidung, Hygiene, etc. Eine erwachsene alleinstehende Person erhält aktuell 449 Euro pro Monat (Stand 2022). Für Ihre Kinder erhalten Sie je nach Alter zwischen 285 und 376 Euro pro Monat. Außerdem werden auch die Mietkosten – also die Nettomiete, Nebenkosten und Heizkosten – übernommen.

Um einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II zu haben, müssen Sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie müssen mindestens 15 Jahre alt sein.
  • Sie dürfen noch nicht im Rentenalter sein. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel "Rentner*in in Deutschland".
  • Sie müssen Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.
  • Sie müssen erwerbsfähig sein. Das bedeutet, dass Sie generell in der Lage sind zu arbeiten.
  • Sie dürfen nur wenig oder gar kein Geld zum Leben haben.
  • Sie sind als Asylberechtigte*r, Flüchtling oder Subsidiärschutzberechtigte*r anerkannt  oder haben die deutsche Staatsbürgerschaft oder die Staatsbürgerschaft eines EU-Landes und haben schon in Deutschland gearbeitet.

Bitte beachten Sie: Asylbewerber*innen und Menschen mit Duldung bekommen Asylbewerberleistungen. Sie können kein Arbeitslosengeld II bekommen.

Um Arbeitslosengeld II zu beantragen, müssen Sie zunächst beim für Sie zuständigen Jobcenter anrufen und sich arbeitslos melden oder eine Aufstockung beantragen. Das ist sehr wichtig, weil Sie die Leistungen ab dem Zeitpunkt Ihrer telefonischen Anmeldung bekommen. Das für Sie zuständige Jobcenter finden Sie auf www.arbeitsagentur.de. Den Rest müssen Sie dann online erledigen. Wenn Sie auf das für Sie zuständige Jobcenter klicken, finden Sie dort die Option  „Zum ersten Mal Arbeitslosengeld II (2)“ beantragen. Dort finden Sie dann den „Antrag auf Arbeitslosengeld II (2)“. Das ist der HAUPTANTRAG. Dieser muss unbedingt ausgefüllt werden. Außerdem müssen Sie die  „Anlage zur Einkommensbescheinigung“ ausfüllen, Diese finden Sie unter „Arbeitslosengeld 2 - Anlagen zum Einkommen und Vermögen“. Wenn Sie arbeitslos sind und kein Einkommen haben, können Sie dort als Einkünfte „Null Euro“ eintragen. Wenn Sie noch Arbeit haben, muss Ihr Arbeitgeber das „Formular zur Einkommensbescheinigung“ ausfüllen. Als Selbständige*r müssen Sie das Formular „Anlage zum Einkommen Selbständiger“ ausfüllen. Die „Anlage zum Vermögen“ müssen Sie  aktuell nicht ausfüllen. Wenn Sie den Hauptantrag und die Einkommensbescheinigung ausgefüllt haben, schicken Sie alles per E-Mail an das für Sie zuständige Jobcenter. Die E-Mailadresse finden Sie ebenfalls auf der Webseite Ihres Jobcenters. Das Jobcenter wir Ihren Antrag dann bearbeiten und Ihnen mitteilen, ob Sie Arbeitslosengeld II bekommen. In manchen Fällen kann es sein, dass Sie weitere Formulare ausfüllen müssen. Ihr Jobcenter wird sich dann bei Ihnen melden.

Formulare sind oft nicht leicht zu verstehen. Auf kub-berlin.org finden Sie die wichtigsten Formulare in viele Sprachen übersetzt. Nutzen Sie diese Formulare, um die deutschen Formulare besser zu verstehen. Bitte beachten Sie aber, dass Sie dem Jobcenter die deutsche Version schicken müssen.

Bitte beachten Sie: Aktuell fragt das Jobcenter nicht danach, wie groß Ihre Wohnung ist oder ob Ihre Miete zu hoch ist.  Es fragt auch nicht, wie hoch ihr Vermögen ist. Diese Ausnahme gilt für Bewilligungszeiträume, die bis zum 31. Dezember 2022 beginnen. Stellen Sie dazu den vereinfachten Antrag. Diesen finden Sie hier.

Kann ich wegen der Corona-Krise Extrageld vom Jobcenter bekommen?

Aktuell gibt es kein Extra-Geld vom Jobcenter. Die einmalige Auszahlung des sogenannten "Hartz-4-Bonus" in Höhe von 150 Euro ist abgeschlossen. Auch die kostenlose Abgabe von FFP2-Masken ist abgeschlossen.

Falls Sie mehr Geld vom Jobcenter benötigen, haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Sie können eine vorzeitige Auszahlung von bis zu 100 Euro beantragen. Dann bekommen Sie aber im Monat darauf 100 Euro weniger.
  • Sie können ein Darlehen beim Jobcenter beantragen. Das müssen Sie aber später zurückbezahlen. Dazu werden jeden Monat 10% Ihres Arbeitslosengelds vom Jobcenter abgezogen bis das Darlehen abbezahlt ist.

Bitte beachten Sie: Es gibt immer wieder Gerüchte über Extrageld, das man beim Jobcenter wegen der Corona-Krise beantragen kann. Viele Menschen beantragen dieses Extrageld mit der Begründung, dass sie sich auf eine häusliche Quarantäne vorbereiten und darum mehr Geld für Lebensmittel brauchen oder dass sie mehr Geld für eine gesunde Ernährung brauchen. Diese Anträge werden abgelehnt.

Wichtig: Wenn Sie beim Jobcenter registriert sind und Ihr Kind einen Laptop oder ähnliches zum Lernen braucht, können Sie für den Kauf einen Zuschuss beim Jobcenter beantragen. Das Jobcenter bezahlt bis zu 350 Euro pro Kind. Sie können den Zuschuss für den Kauf eines Laptops, Tablets, Druckers, etc. verwenden. Das gekaufte Produkt muss für das Home-Schooling Ihres Kindes notwendig sein. Die Jobcenter verlangen ein Schreiben der Schule, dass der Kauf notwendig ist. Ein Muster für dieses Schreiben und einen Muster-Antrag für das Jobcenter finden Sie auf tacheles-sozialhilfe.de. Bitte beachten Sie: Den Antrag auf den Zuschuss können Sie auch stellen, wenn Sie bereits einen Laptop oder ähnliches ab Januar 2021 gekauft haben. Die Möglichkeit einen Zuschuss für den Kauf eines Laptops, etc. für das Home-Schooling Ihres Kindes zu bekommen gibt es auch für Personen, die sehr wenig Geld verdienen oder Geld vom Sozialamt bekommen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel "Coronavirus – Öffentliches Leben".

Ich bin Student*in und habe meinen Nebenjob verloren. Gibt es Hilfen für mich?

Studierende konnte bis September 2021 jeden Monat eine sogenannte "Überbrückungshilfe" beantragen. Das Programm wurde nicht verlängert.

Abgesehen davon gibt es keine spezielle finanziellen Unterstützung für Studierende, die wegen der Corona-Pandemie Ihren Job verloren haben. Studierende können in der Regel kein Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld bekommen. Ausnahmen von dieser Regel sind aktuell nur:

  • Teilzeitstudierende, also Studierende, die bisher mehr als 20 Stunden pro Woche sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben. Diese Personengruppe kann Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld bekommen.
  • Studierende, die kein BAföG bekommen können und jetzt ihr Einkommen verloren haben, können Arbeitslosengeld beim Jobcenter beantragen.  In der Regel müssen Sie dafür ein Urlaubssemester beantragen. Das ist jetzt nicht so. Das Geld, das Sie vom Jobcenter bekommen, müssen Sie später aber vermutlich zurückbezahlen. Bitte beachten Sie: Sie können kein Geld vom Jobcenter bekommen, wenn Sie mit einem Studentenvisum in Deutschland sind.

Wenn Sie dringend Geld brauchen:

  • Fragen Sie bei Ihrem Studierendenwerk nach. Viele Studierendenwerke haben sogenannte Härtefallfonds oder Darlehenskassen eingerichtet. Damit wollen sie Studierenden in finanzieller Not helfen.
  • Studierende können außerdem ein Darlehen bei der KfW in Höhe von 650 Euro pro Monat bekommen. Das Geld müssen Sie später zurückbezahlen. Bis 30. September 2022 fallen keine Zinsen an. Auch Studierende mit einem Studentenvisum können das Darlehen bekommen. Mehr Informationen dazu finden Sie auf kfw.de.
  • Viele Firmen suchen aktuell nach zusätzlichen Mitarbeiter*innen. Fragen Sie mal bei Lieferdiensten für Essen, Supermärkten, Tankstellen, etc. in Ihrer Nähe nach. Mehr zum Thema Studentenjob finden Sie in unserem Kapitel "Studentenjobs".

Bitte beachten Sie: Studierende, die BAföG bekommen, müssen sich keine Sorgen um die Verlängerung Ihrer Förderung über die Förderhöchstdauer hinaus wegen abgesagter Prüfungen machen. Rufen Sie in diesem Fall einfach Ihr BAföG-Amt an und erklären Sie den Mitarbeiter*innen dort Ihr Problem.

Weitere Informationen zum Thema Corona und Studium finden Sie auf studentenwerke.de.

Ich bin selbständig und habe jetzt (fast) keine Einkünfte mehr. Was tun?

Die Regierung hat verschiedene Hilfsprogramme für Unternehmen, die regelmäßig angepasst werden. Hier erfahren Sie, welche Hilfsprogramme es aktuell (Stand 2022) gibt und was Sie tun können.

Überbrückungshilfe beantragen

Die Überbrückungshilfen I, II, III und III Plus sind beendet. 

Seit Januar 2022 kann die neue Überbrückungshilfe IV beantragt werden. Anträge für den Förderzeitraum Januar bis Juni 2022 können bis 15. Juni 2022 gestellt werden.

Die Anträge auf Überbrückungshilfe können nur von Steuerberater*innen, Wirtschaftsprüfer*innen oder vereidigten Buchprüfer*innen gestellt werden. Sie können den Antrag also nicht allein stellen.

Wichtig: Solo-Selbständige können einmalig eine sogenannte "Neustarthilfe" in Höhe von bis zu 7.500 Euro beantragen. Seit April 2022 gibt es die „Neustarthilfe 2022 April bis Juni“. Den Antrag dafür können Sie selbst einreichen. Also ohne Steuerberater*in. Das müssen Sie bis 15. Juni 2022 machen. Den Antrag können Sie auf ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de stellen. Bis März 2022 gab es außerdem die "Neustarthilfe Plus".  

Die Voraussetzungen und Regelungen zur Überbrückungshilfe und Neustarthilfe finden Sie auf Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch und Polnisch auf wir-gruenden-in-Deutschland.de. Wenn Sie Fragen zu den Förderprogrammen haben, können Sie sich an die Mitarbeiter*innen der IQ Fachstelle Migrantenökonomie in Ihrem Bundesland wenden. Die Mitarbeiter*innen sprechen viele Sprachen.

Härtefallhilfe beantragen

Mit den Härtefallhilfen sollen Unternehmen unterstützt werden, die über die anderen Hilfsprogramme nicht unterstützt werden können und wegen der Corona-Pandemie in wirtschaftlicher Not sind.

Die Härtefallhilfe wurde in einigen Bundesländern bis Ende Juni 2022 verlängert.  

In diesen Bundesländern können Sie noch Anträge für den gesamten Unterstützungszeitraum (November 2020 bis Juni 2022) einreichen bis:

  • Baden-Württemberg: 15. Juni 2022
  • Bayern: 15. Juni 2022
  • Brandenburg: 15. Juni 2022
  • Bremen: 15. Mai 2022
  • Hamburg: 15. Juni 2022
  • Hessen: 30. Juni 2022
  • Niedersachsen: 31. Mai 2022
  • Nordrhein-Westfalen: 15. Juni 2022
  • Rheinland-Pfalz: 15. Juni 2022
  • Saarland: 15. Juni 2022
  • Sachsen-Anhalt: 15. Juni 2022
  • Schleswig-Holstein: 15. Juni 2022

Betroffene Unternehmen sollen bei den Fixkosten unterstützt werden. Die Bundesländer legen die Regeln und Voraussetzungen einzeln fest. Einen Überblick über die Voraussetzungen und die Antragstellung in Ihrem Bundesland finden Sie auf Deutsch auf der haertefallhilfen.de. Wenn Sie Fragen dazu haben, können Sie sich an die Mitarbeiter*innen der IQ Fachstelle Migrantenökonomie in Ihrem Bundesland wenden. Die Mitarbeiter*innen sprechen viele Sprachen.

Arbeitslosengeld II (Hartz 4) beantragen

Das Arbeitslosengeld II steht auch Selbständigen und Freiberufler*innen zu, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen. Welche Voraussetzungen das sind, können Sie im Abschnitt „Was mache ich, wenn ich gekündigt werde oder nur noch wenig Geld verdiene?“ nachlesen. Während Sie Leistungen vom Jobcenter beziehen, müssen Sie Ihre Selbständigkeit nicht aufgeben, diese kann weiterlaufen. Den Antrag können Sie auf der Webseite der Arbeitsagentur stellen. Für Bewilligungszeiträume, die bis zum 31. Dezember 2022 beginnen, können Sie den vereinfachten Antrag stellen.

Formulare sind oft nicht leicht zu verstehen. Auf kub-berlin.org finden Sie die wichtigsten Formulare in viele Sprachen übersetzt. Nutzen Sie diese Formulare, um die deutschen Formulare besser zu verstehen. Bitte beachten Sie aber, dass Sie dem Jobcenter die deutsche Version schicken müssen.

Kurzarbeitergeld beantragen

Wenn Ihre Firma wegen des Corona-Virus schließen muss oder nur eingeschränkt weiterarbeiten kann, können Sie bei der Bundesagentur für Arbeit "Kurzarbeit" beantragen. Kurzarbeit bedeutet, dass alle oder ein Teil der Arbeitnehmer*innen weniger oder gar nicht mehr arbeiten. Sie bleiben aber bei Ihrer Firma angestellt und bekommen weiterhin einen Teil ihres Lohns: Das sogenannte "Kurzarbeitergeld". Das Kurzarbeitergeld wird für eine Dauer von bis zu 24 Monaten ausgezahlt und beträgt 60 % bzw. 67 % des Nettogehalts. Wenn die Arbeitszeit Ihrer Angestellten sich um mindestens 50 Prozent reduziert, erhalten diese nach 4 bzw. 7 Monaten auf Kurzarbeit dann mehr Kurzarbeitergeld: Nach 4 Monaten auf Kurzarbeit beträgt das Kurzarbeitergeld dann 70 % bzw. 77 % des Nettogehalts. Ab dem 7. Monat erhalten Ihre Arbeitnehmer*innen 80 bzw. 87% ihres Nettogehalts. Diese Regel gilt aktuell bis zum 30. Juni 2022.

Das Kurzarbeitergeld wird von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt und soll vor betriebsbedingten Kündigungen schützen. Sie können es auf arbeitsagentur.de beantragen.

Steuererleichterungen beantragen

Wenn Sie wegen der Corona-Pandemie in finanziellen Schwierigkeiten sind, können Sie Ihre Vorauszahlungen anpassen lassen. Außerdem können Sie fällige Steuerschulden auch stunden lassen. Das bedeutet, dass Sie diese erst später bezahlen müssen. Sprechen Sie mit Ihrer*m Steuerberater*in über Ihre Möglichkeiten.

Verluste wegen Corona  in diesem Jahr können mit den Gewinnen aus dem letzten Jahr verrechnet werden. Das heißt, dass der Gewinn aus dem letzten Jahr sich verringert. So können Betriebe und Unternehmen jetzt Steuern zurückerhalten, die sie letztes Jahr zu viel gezahlt haben. Das nennt sich „steuerlicher Verlustrücktrag“. Hierdurch erhalten sie schneller Geld, als wenn sie Anträge für staatliche Hilfen stellen.

Kredit beantragen (abgelaufen)

Bis April 2022 konnten Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeiter*innen den sogenannten KfW-Schnellkredit beantragen. Seit Mai 2022 ist das nicht mehr möglich. Der KfW-Schnellkredit ist kein Zuschuss, sondern ein Kredit, damit Sie laufende Kosten und nötige Anschaffungen bezahlen können. Im Gegensatz zu anderen Krediten, ist die Beantragung des KfW-Schnellkredits aber sehr einfach. Es werden nur formale Voraussetzungen geprüft. Und der Kredit wird zu 100% von der Regierung abgesichert. Auf diese Weise haben die Banken selbst kein Risiko und Sie können das Geld schnell bekommen.

Der maximale Geldbetrag, den Sie durch den Kredit bekommen können, ist 25% Ihres Jahresumsatzes aus dem Jahr 2019. Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeiter*innen bekommen, aber maximal 500.000 Euro. Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeiter*innen bekommen maximal 800.000 Euro. Sie haben 10 Jahre Zeit für die Rückzahlung.

Welche Hilfen gibt es für Familien?

Kinderzuschlag: Familien mit kleinen Einkommen können einen monatlichen Kinderzuschlag (KiZ) von bis zu 209 Euro pro Kind erhalten. Ob und in welcher Höhe der KiZ gezahlt wird, hängt von mehreren Faktoren ab – vor allem vom eigenen Einkommen, den Wohnkosten, der Größe der Familie und dem Alter der Kinder. So kann eine Familie mit zwei Kindern und einer Warmmiete von 1.000 Euro den KiZ erhalten, wenn das gemeinsame Bruttoeinkommen rund 1.600 bis 3.300 Euro beträgt. Wer Kinderzuschlag erhält, ist zudem von den Kita-Gebühren befreit und kann zusätzliche Leistungen für Bildung und Teilhabe beantragen. Ob Sie einen Anspruch auf Kinderzuschlag haben, können Sie mit dem KiZ-Lotsen der Familienkasse prüfen. Den Antrag können Sie online auf der Website der Arbeitsagentur ausfüllen.

Kinder-Bonus: Für das Jahr 2022 hat die Bundesregierung erneut einen Kinderbonus in Höhe von 100 Euro pro Kind beschlossen. Den Kinderbonus erhalten Familien, die Kindergeld bekommen. Die Auszahlung für 2022 beginnt im Juli 2022. Der Kinder-Bonus wird nicht zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt, sondern als eigene Zahlung. Sie müssen keinen Antrag stellen. Das Geld wird direkt auf Ihr Bankkonto ausgezahlt. Mehr Infos erhalten Sie auf der Webseite der Arbeitsagentur.

Familien-Bonus: Wegen der Corona-Pandemie erhielten alle Familien, die Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Wohngeld, Asylbewerberleistungen oder den Kinderzuschlag bekommen, einmalig pro Kind 100 Euro. Das Geld sollte den Kindern die Teilnahme an Sport- oder Freizeitangeboten ermöglichen. Es wurde direkt auf Ihr Konto überwiesen. Sie mussten keinen Antrag stellen. Das Geld wurde im August/September2021 ausgezahlt.

Kinderkrankengeld: Wenn die Schule oder die Kita wegen Corona geschlossen hat und die Eltern darum nicht arbeiten können, können sie für eine bestimmte Anzahl von Tagen das sogenannte "Kinderkrankengeld" bekommen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel "Coronavirus & Arbeit".

Entschädigung: Eltern, die wegen der Betreuung Ihrer Kinder nicht arbeiten können, erhalten unter bestimmten Voraussetzungen eine Entschädigung. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel "Coronavirus & Arbeit".

 

Ich kann meine Miete nicht mehr bezahlen. Was tun?

Wenn Sie in den Monaten April bis Juni 2020 wegen des Coronavirus Ihre Miete nicht bezahlen konnten, durfte Ihr Vermieter Ihnen nicht kündigen. Diese Regel wurde nicht verlängert. Seit Juli 2020 müssen Sie Ihre Miete wieder normal bezahlen. Die bisher nicht bezahlte Miete müssen Sie in den nächsten 24 Monaten, also bis zum 30. Juni 2022 nachbezahlen. Wenn Sie die Miete auch bis dahin nicht bezahlen, kann Ihr Vermieter Ihnen kündigen.

Wenn Sie auch aktuell Ihre Miete wegen der Corona-Pandemie nicht bezahlen können, können Sie Ihre*n Vermieter*in um einen Aufschub bitten. Er*Sie muss Ihnen nicht helfen. Aber viele Vermieter*innen verstehen die Situation und lassen Ihre Mieter*innen später bezahlen.

Bitte beachten Sie: Das gilt auch für gewerbliche Mieter*innen.

Ich kann meine Rechnungen nicht mehr bezahlen. Was tun?

Wenn Sie in den Monaten April bis Juni 2020 Ihre Telefonrechnung, Stromrechnung, Gasrechnung oder den Beitrag für die Versicherung nicht bezahlen konnten, mussten Sie sich keine Sorgen machen. Verbraucher*innen durften diese Kosten aufschieben und müssen sie erst später bezahlen. Diese Regel gilt nun nicht mehr. Seit Juli 2020 müssen Sie Ihre Rechnungen wieder direkt bezahlen. Wenn Sie Ihre Rechnungen nicht bezahlen können, sollten Sie sich schnell an eine Beratungsstelle der Verbraucherzentrale wenden.

Diese Regelung galt auch für Kredite. Ab sofort müssen Sie Ihre Kredite aber wieder direkt abbezahlen. Falls Sie dies nicht können, sprechen Sie mit Ihrer Bank.

Ist mein Aufenthaltstitel gefährdet, wenn ich Hilfen vom Staat bekomme?

Bei einigen Aufenthaltstiteln gibt es die Voraussetzung, dass der Lebensunterhalt ohne Hilfe gesichert sein muss. Das ist z.B. bei den Aufenthaltserlaubnissen zum Studium, zur Ausbildung oder zur Arbeit der Fall.

Folgende Hilfen können Sie bekommen, ohne dass Ihr Aufenthaltsrecht in Gefahr ist:

  • Kurzarbeitergeld
  • Arbeitslosengeld I (ALG 1)
  • Kinderzuschlag
  • Elterngeld
  • BAföG
  • Berufsausbildungsbeihilfe / BAB
  • Unterhaltsvorschuss
  • Soforthilfe für Selbständige
  • Wohngeld, wenn Sie auch ohne Wohngeld keinen Anspruch auf Hartz 4 oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung haben.

Wenn Sie allerdings Anspruch auf folgende Hilfen vom Staat haben, ist Ihr Aufenthaltsrecht gefährdet:

  • Arbeitslosengeld II / Hartz 4 / Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB II
  • Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach SGB XII
  • Hilfe zum Lebensunterhalt nach SGB XII
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
  • Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB VIII bei stationärer Jugendhilfe
  • Wohngeld, wenn sie nur aufgrund des Wohngelds keinen Anspruch auf Hartz 4 oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung haben

Bitte beachten Sie: Es ist egal, ob Sie diese Hilfen vom Staat wirklich bekommen möchten. Es genügt, wenn Sie theoretisch einen Anspruch darauf hätten. Ihr Aufenthaltsrecht ist allein schon durch den Anspruch gefährdet. Die Ausländerbehörde kann Ihre Aufenthaltserlaubnis aber auch trotz des Anspruchs auf diese Hilfen verlängern, wenn Sie nur wegen Corona diese Hilfen benötigen. Das ist aber die Entscheidung Ihrer Ausländerbehörde.

Wichtig

Wenn Sie denken, dass Sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben, rufen Sie Ihren Arzt oder die Nummer 116117 an. Dort wird Ihnen gesagt, was zu tun ist. Gehen Sie auf keinen Fall ohne vorheriges Telefongespräch zum Arzt.

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