Coronavirus - Arbeit

Aktualisiert 16.09.2022

Welche Rechte habe ich?

Die Corona-Pandemie hat das Leben verändert. Die Entwicklungen und Sicherheits-Maßnahmen betreffen auch die Arbeitswelt in Deutschland: Betriebe haben geschlossen oder auf Kurzarbeit umgestellt. Aktuell hat sich der Arbeitsmarkt etwas erholt. Aber das Coronsvirus verursacht weiterhin viele Probleme.

Trotzdem werden in Deutschland die Corona-Regeln gelockert – auch in der Arbeitswelt. Bei der Arbeit sollen vorerst bis zum 25. Mai 2022 sogenannte „Basis-Schutz-Maßnahmen“ gelten. Hier erfahren Sie mehr über die Maßnahmen sowie zu Ihren Rechten und Möglichkeiten als Arbeitnehmer*in während der Corona-Pandemie.

Informationen zu den Hilfen vom Staat für Arbeitnehmer*innen, Student*innen, Selbständige und Familien bekommen Sie in unserem Kapitel "Coronavirus – Hilfen vom Staat".

Was muss ich wissen?

Wie kann ich mich auf der Arbeit schützen?

Bisher hat das Gesetz vorgeschrieben, welche Maßnahmen Betriebe zum Schutz ihrer Mitarbeitenden umsetzen müssen. Seit dem 20. März 2022 gilt, dass die Betriebe eigene Schutzmaßnahmen umsetzen sollen. Das bedeutet, Ihr*e Arbeitgeber*in soll selbst entscheiden, welche Regeln gelten, damit Sie gesund bleiben.

Er*sie entscheidet, ob bei der Arbeit genügend Abstand (auch in Pausenräumen) eingehalten oder ob eine Maske getragen werden muss. Ihr*e Arbeitgeber*in kann Ihnen medizinische Masken zur Verfügung stellen, ist jedoch nicht dazu verpflichtet. Ihr*e Arbeitgeber*in entscheidet auch, ob er*sie Ihnen Corona-Tests anbietet.

Falls Ihr*e Arbeitgeber*in keine Corona-Tests zur Verfügung stellt, nutzen Sie die sogenannten „Bürger-Tests“ in Testzentren. Diese sind weiterhin kostenlos. Mehr zum Thema Coronatests erfahren Sie in unserem Kapitel "Coronavirus".

Ihr*e Arbeitgeber*in muss Sie weiterhin über die Erkrankung mit dem Coronavirus und über Impf-Möglichkeiten aufklären. Er*sie muss Ihnen auch die Wahrnehmung des Impftermins während der Arbeitszeit ermöglichen.

Sprechen Sie Ihre Vorgesetzten direkt an und fragen Sie, welche Maßnahmen ergriffen werden, um Sie und Ihre Kolleg*innen zu schützen. In einigen Fällen ist das auch in Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen geregelt. Wenn Ihr Arbeitgeber sich gar nicht um die Sicherheit seiner Mitarbeiter*innen kümmert, sprechen Sie den Betriebsrat in Ihrem Unternehmen an oder informieren Sie das Gesundheitsamt in Ihrer Nähe. Das zuständige Gesundheitsamt finden Sie über den Behördenwegweiser.

Welche Regeln gelten am Arbeitsplatz?

Ihr*e Arbeitgeber*in entscheiden selbst, welche Schutz-Maßnahmen und Regeln er*sie umsetzt. Welche Regeln an Ihrem Arbeitsplatz gelten, erfahren Sie von Ihrem*Ihrer Arbeitgeber*in. Er*Sie wird die Regeln an die Situation an Ihrem Arbeitsplatz, der Corona-Infektionen im Betrieb und am Standort Ihrer Arbeit anpassen.

Die bisher vom Gesetz vorgeschriebene 3G-Regel am Arbeitsplatz fällt weg. Da die Betriebe selbst entscheiden, welche Schutz-Maßnahmen und Regeln gelten, kann die 3G-Regel eventuell für Ihre Arbeitsstelle weiterhin Pflicht sein. Fragen Sie hierzu Ihre Vorgesetzten.

Außerdem können Arbeitgeber*innen ihren Mitarbeitenden weiterhin ermöglichen, im Home-Office zu arbeiten. Es besteht jedoch keine Home-Office Pflicht.

Mitarbeitende in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen müssen gegen COVID-19 geimpft sein. Sie müssen auch weiterhin eine medizinische Maske bei der Arbeit tragen. Für diese Arbeitsplätze kann auch eine Testpflicht wieder eingeführt werden.

Darf mein*e Arbeitgeber*in nach meinem Impfstatus fragen?

Beschäftigte in Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen sind verpflichtet, Auskunft über ihren Impfstatus zu geben.

Für alle anderen Arbeitnehmer*innen gilt: Falls Sie in Quarantäne müssen, darf Ihr*e Arbeitgeber*in Ihren konkreten Impfstatus abfragen. Da er*sie feststellen muss, ob Sie Anspruch auf Lohnfortzahlung haben oder nicht. Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt „Werde ich bezahlt, wenn ich unter Quarantäne gestellt werde?“

Gibt es eine Impf-Pflicht für Arbeitnehmer*innen?

Für Mitarbeiter*innen von Krankenhäusern, Pflegeheimen, Arztpraxen und anderen Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen besteht eine Impf-Pflicht.

Ich habe mich am Arbeitsplatz mit Corona angesteckt. Was ist jetzt zu tun?

Wenn Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz mit Corona infiziert haben, muss sofort die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse informiert werden. Denn nur, wenn die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse informiert wurde, kann Ihre Erkrankung als Arbeitsunfall oder Berufskrankheit anerkannt werden. Das ist sehr wichtig, weil Sie für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten eine bessere medizinische Behandlung und eine bessere finanzielle Unterstützung als durch Ihre gesetzliche Krankenkasse bekommen.

Wenn Sie vermuten, dass Sie sich auf der Arbeit mit Corona angesteckt haben, sollten Sie diesen Verdacht Ihrem*Ihrer Arbeitgeber*in mitteilen. Er*Sie muss dann die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse informieren. Sollte Ihr*e Arbeitgeber*in dies nicht tun, können Sie sich an den*die Betriebsärzt*in oder eine*n Durchgangsärzt*in wenden. Durchgangsärzt*innen sind spezielle Ärzt*innen, die für Arbeitsunfälle zuständig sind. Die Adresse eines*einer Durchgangsärzt*in in Ihrer Nähe bekommen Sie von Ihrer Berufsgenossenschaft. Oder Sie melden Ihre Erkrankung direkt selbst bei der Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse. Dazu genügt es, eine E-Mail oder einen Brief mit dem folgenden Satz an die zuständige Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse zu schreiben: „Ich beantrage die Anerkennung meiner während der Tätigkeit erworbenen Infektion mit Covid-19 als Berufskrankheit“. Die Meldung sollte so schnell wie möglich gemacht werden.

Sobald die Meldung bei der Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse angekommen ist, wird dort geprüft, ob Ihre Erkrankung als Arbeitsunfall oder Berufskrankheit anerkannt werden kann. Um zu beweisen, dass Sie sich am Arbeitsplatz infiziert haben, können Sie z.B. nachweisen, dass auch Kolleg*innen, Kund*innen oder von Ihnen betreute Patient*innen an Corona erkrankt sind.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie auf Deutsch, Arabisch, Englisch, Türkisch, Bosnisch, Bulgarisch, Polnisch und Rumänisch auf der Website von verdi. Falls Sie bei der Meldung Unterstützung brauchen, können Sie sich auch an Ihren Betriebsrat oder eine Beratungsstelle von "Faire Integration" wenden. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt "Wo finde ich Hilfe & Unterstützung?".

Muss ich während der Corona-Krise Überstunden machen?

Von Überstunden spricht man, wenn die vereinbarte regelmäßige Arbeitszeit überschritten wird. Ob Sie Überstunden machen müssen, hängt von den Regelungen in Ihrem Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag ab. Wenn es dort eine Regelung zum Thema Überstunden gibt, müssen Sie sich an diese Regelung halten. Wenn es keine Regelung dazu gibt, können Sie Überstunden in der Regel ablehnen. In Ausnahmefällen, d.h. bei Katastrophen und Notfällen (z.B. eine Überschwemmung in der Firma) oder bei besonderen betrieblichen Bedarfen (z.B. wenn ein für das Überleben der Firma sehr wichtiger Auftrag kurzfristig erledigt werden muss und viele Kolleg*innen krank sind), müssen alle Arbeitnehmer*innen Überstunden machen. Unabhängig von Ihrem Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag.

Ob die Überstunden durch zusätzliches Geld oder zusätzliche Freizeit ausgeglichen werden, ist in der Regel im Arbeitsvertrag geregelt. Wenn Sie laut Arbeitsvertrag weder mit Geld noch mit Freizeit für geleistete Überstunden bezahlt werden, dürfen die Überstunden allerdings nicht mehr als 10% der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit ausmachen. Wenn es in Ihrem Arbeitsvertrag keine Regelung zu diesem Thema gibt, bekommen Sie für die geleisteten Überstunden in der Regel Ihren normalen Stundenlohn. Voraussetzung dafür ist aber, dass Ihre Vorgesetzten die Überstunden angeordnet haben und Sie die geleisteten Überstunden schriftlich dokumentiert haben. Dazu müssen Sie Ihre Überstunden aufschreiben und dieses Papier von Ihren Vorgesetzen unterschreiben lassen.

Bitte beachten Sie: Arbeitnehmer*innen, die sehr viel Gehalt bekommen (ab 5800 Euro brutto in Ostdeutschland und ab 6500 Euro brutto in Westdeutschland), werden für Überstunden nicht extra bezahlt.

Darf ich zuhause bleiben, um mich um mein Kind zu kümmern?

Wenn Schulen und Kitas wegen der Corona-Pandemie schließen müssen oder nur tageweise geöffnet sind, sind die Kinder den ganzen Tag zuhause. Wenn die Eltern arbeiten, stehen diese dann vor der Frage, wer sich um die Kinder kümmert.

Für Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen und deswegen nicht arbeiten können, gibt es folgende Regeln:  

Kinderkrankengeld:

  • Kinderkrankengeld ist eigentlich für Eltern, die ihr krankes Kind zuhause betreuen müssen und darum nicht arbeiten können. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel "Krankmeldung". Wegen Corona gilt seit 2021 folgendes: Eltern können Kinderkrankengeld auch dann bekommen, wenn die Einrichtung Ihres Kindes (Schule, Kita, Hort, etc.) wegen Corona geschlossen bleibt und ihr Kind darum zuhause betreut werden muss.
  • Jedes Elternteil kann im Jahr 2022 bis zu 30 Tage pro Kind Kinderkrankengeld bekommen. Alleinerziehende können pro Kind bis zu 60 Tage Kinderkrankengeld bekommen. Bei mehreren Kindern kann jedes Elternteil nicht mehr als 65 Arbeitstage und Alleinerziehende nicht mehr als 130 Arbeitstage Kinderkrankengeld erhalten.
  • Das Kinderkrankengeld beträgt ca. 90% Ihres Nettolohns.
  • Das Kinderkrankengeld beantragen Sie direkt bei Ihrer Krankenkasse. Sie müssen eine Bescheinigung der Schule / Kita vorlegen, dass diese geschlossen sind.
  • Diese Regel gilt für alle, die gesetzlich versichert sind sowie für Beamt*innen. Sie gilt nicht für Menschen, die einen Minijob haben oder privat versichert sind. Mehr zum Thema Krankenversicherung finden Sie in unserem Kapitel "Krankenversicherung".

Entschädigung

  • Eltern, die wegen geschlossener Kitas, Schulen, etc. nicht arbeiten können und deswegen weniger oder keinen Lohn mehr bekommen, können eine Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz bekommen.
  • Die Entschädigung beträgt 67% Ihres Nettolohns, höchstens aber 2.016 Euro und wird höchstens zehn Wochen lang gezahlt. Wichtig: Jedes Elternteil kann die Entschädigung für bis zu 10 Wochen erhalten. Alleinerziehende können die Entschädigung für bis zu 20 Wochen bekommen.
  • Diese Regel gilt unter den folgenden Voraussetzungen für Sie: 1) Ihr Kind ist jünger als 12 Jahre oder muss wegen einer Behinderung betreut werden. 2) Sie haben keine Möglichkeit Ihr Kind von einer anderen Person aus Ihrem Haushalt betreuen zu lassen. Und 3) Sie haben Überstunden bereits abgebaut. Bitte beachten Sie: Sie müssen nicht Ihren gesamten Jahresurlaub vorher aufbrauchen. Sie müssen allerdings Ihren Urlaub aus dem Vorjahr sowie bereits beantragten und genehmigten Urlaub vorher nehmen.
  • Für Arbeitnehmer*innen beantragt der Arbeitgeber die Entschädigung. Selbständige müssen sich dafür mit dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen. Beim Behördenwegweiser finden Sie das für Sie zuständige Gesundheitsamt.
  • Mehr zu diesem Thema finden Sie auf Deutsch auf ifsg-online.de.
Was passiert, wenn mich mein Arbeitgeber nach Hause schickt, weil ich krank bin?

Wenn Sie krank sind, muss Ihr Arbeitgeber Sie nach Hause schicken. Während Sie krank sind, bekommen Sie weiterhin Ihr Gehalt. Mehr zum Thema Krankschreibung erfahren Sie in unserem Kapitel "Krankmeldung".  

Wenn Ihr Arbeitgeber Sie vorsorglich nach Hause schickt, obwohl Sie gesund sind, muss er Ihnen trotzdem Ihr Gehalt bezahlen. Sie müssen die ausgefallene Arbeitszeit auch nicht nachholen.

Werde ich bezahlt, wenn ich es nicht zur Arbeit schaffe, weil Bus & Bahn nicht fahren?

Nein. Als Arbeitnehmer*in sind Sie verpflichtet, sich eigenständig darum zu kümmern, wie Sie zur Arbeit kommen.

Werde ich bezahlt, wenn ich unter Quarantäne gestellt werde?

Quarantäne bedeutet, dass das zuständige Gesundheitsamt anordnet, dass Sie Ihre Wohnung nicht verlassen dürfen. Das wird gemacht, wenn von Ihnen ein Ansteckungsrisiko ausgehen könnte – also, wenn Sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten. Die folgenden Regeln gelten, wenn Sie unter Quarantäne gestellt werden und nicht im Homeoffice arbeiten können:

  • Wenn Sie nicht gegen Corona geimpft sind bzw. geimpft aber nicht geboostert sind, erhalten Sie für die Zeit der Quarantäne keine Lohnfortzahlung und kein Krankengeld.
    Ausgeschlossen von dieser Regelung sind Personen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.
  • Wenn Sie jedoch vollständig gegen Corona geimpft sind sowie eine Booster-Impfung erhalten haben, und unter Quarantäne gestellt werden, bekommen Sie sechs Wochen lang weiter Ihren normalen Lohn. Ihr*e Arbeitgeber*in bekommt diesen Lohn von den Behörden erstattet. Wenn Ihre Quarantäne länger als sechs Wochen dauern sollte, bekommen Sie ab der siebten Woche Krankengeld ausgezahlt. Mehr zum Thema Krankengeld erfahren Sie in unserem Kapitel "Krankmeldung".

Wenn Sie an Corona erkranken, müssen Sie zwar in häusliche Isolierung (Quarantäne), jedoch erhalten Sie nicht automatisch eine Krankschreibung (Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung). Sie werden nur krankgeschrieben, wenn Sie Symptome wie Fieber, Husten, Erschöpfung und ähnliches haben. Wenn Sie keine Symptome haben und Sie im Homeoffice arbeiten können, müssen Sie trotz einer Corona-Erkrankung arbeiten. Wenn Sie nicht im Homeoffice arbeiten können und keine Symptome haben, dürfen Sie nicht zur Arbeit gehen. Sie werden weiterhin bezahlt, sind jedoch nicht krankgeschrieben. Informieren Sie sich bei Ihrer Arbeitsstelle über die Fortzahlung des Lohns. Sie können sich auch bei Ihrer Krankenkasse informieren.

Bitte beachten Sie: Wenn Sie wissentlich in ein Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet gereist sind, muss Ihr Arbeitgeber Ihnen für die Zeit der Quarantäne keinen Lohn bezahlen. Außer Sie können im Home-Office arbeiten. Ob Sie ein Recht auf Entschädigung durch die Behörden haben, ist aktuell rechtlich umstritten und ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.  Lassen Sie sich in diesem Fall beraten. Hilfe finden Sie z.B. bei Faire Integration.

Wichtig: Wenn Sie bereits im Ausland unter Quarantäne gestellt werden und nicht im Home-Office arbeiten können, muss Ihr Arbeitgeber Sie nicht bezahlen. Sie haben in diesem Fall auch keinen Anspruch auf eine Entschädigung  durch die deutschen Behörden.

Werde ich bezahlt, wenn ich am Coronavirus erkranke und nicht arbeiten kann?

Ja. Solange Sie krank sind, bekommen Sie sechs Wochen lang weiterhin Ihren normalen Lohn. Ab der siebten Woche bekommen Sie dann das sogenannte Krankengeld. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel "Krankmeldung".

Bitte beachten Sie: Sie werden nur krankgeschrieben, wenn Sie Symptome wie Fieber, Husten, Erschöpfung und ähnliches haben. Wenn Sie keine Symptome haben und Sie im Homeoffice arbeiten können, müssen Sie trotz einer Corona-Erkrankung arbeiten. Wenn Sie nicht im Homeoffice arbeiten können und keine Symptome haben, dürfen Sie nicht zur Arbeit gehen. Sie werden weiterhin bezahlt, sind jedoch nicht krankgeschrieben. Informieren Sie sich bei Ihrer Arbeitsstelle über die Fortzahlung des Lohns. Sie können sich auch bei Ihrer Krankenkasse wegen des Krankengelds informieren.

Werde ich bezahlt, wenn mein Arbeitgeber aufgrund des Coronavirus schließen muss?

Wenn Ihr Arbeitgeber wegen der Corona-Pandemie vorübergehend schließen muss, bekommen Sie weiterhin Ihren Lohn. Voraussetzung dafür ist, dass Sie grundsätzlich in der Lage und bereit wären, zu arbeiten. Ausgefallene Arbeitszeiten müssen in der Regel nicht später nachgearbeitet werden. Sollte es dazu in Ihrem Arbeitsvertrag oder abweichende Regelungen geben, gelten allerdings diese.

Wenn ein Betrieb länger geschlossen hat, kann es allerdings zu Kurzarbeit oder betriebsbedingten Kündigungen kommen. Mehr zum Thema Kurzarbeit erfahren Sie in den nächsten Abschnitten. Mehr zum Thema Kündigung erfahren Sie in unserem Kapitel "Kündigung".

Was passiert, wenn ich mit einem Arbeitsvisum hier bin und meinen Job verliere?

Wenn Ihr Aufenthalt vom Fortbestand Ihres Arbeitsverhältnisses abhängig ist und Sie Ihren Job verlieren, kann es sein, dass Sie ausreisen müssen. Sollte eine Ausreise nicht möglich sein, bekommen Sie eine Duldung. Mehr zum Thema Duldung erfahren Sie in unserem Kapitel "Duldung". Rufen Sie bei der für Sie zuständigen Ausländerbehörde an. Die für Sie zuständige Ausländerbehörde finden Sie auf bamf.navi.de.

Wo finde ich Hilfe & Unterstützung?

Wenn Sie Probleme mit Ihrem*Ihrer Arbeitgeber*in haben, können Sie sich an eine Beratungsstelle des Projekts „Faire Integration“ wenden. Die Mitarbeiter*innen sprechen verschiedene Sprachen und unterstützen Sie kostenlos. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie auf faire-integration.de. Die Mitarbeiter*innen dort können Ihnen auch Anwält*innen empfehlen, wenn Sie rechtlich gegen Ihren*Ihre Arbeitgeber*in vorgehen möchten.

Wenn es in Ihrem Unternehmen einen Betriebsrat gibt, können Sie sich außerdem an den Betriebsrat wenden. Der Betriebsrat vertritt die Interessen der Arbeitnehmer*innen gegenüber dem Arbeitgeber. Er kümmert sich zum Beispiel darum, dass Gesetze und Tarifverträge eingehalten werden. Informationen zu den Sprechzeiten des Betriebsrats finden Sie z.B. im Pausenraum oder auf dem „Schwarzen Brett“. Mehr zum Thema Betriebsrat erfahren Sie in unserem Kapitel „Betriebsrat & Gewerkschaften“.

Wenn Sie aufgrund Ihrer Herkunft, Ihrer Nationalität, Ihrer sexuellen Orientierung, Ihres Geschlechts oder Ihres Alters benachteiligt werden, können Sie sich an die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes wenden. Die Mitarbeiter dort sind montags von 13-15 Uhr und mittwochs und freitags von 9-12 Uhr telefonisch unter der Nummer 030-18555 1855 oder via Email unter beratung@ads.bund.de erreichbar. Sie sprechen Deutsch, Englisch und Arabisch.

Bitte beachten Sie: Sie können sich bei allen genannten Stellen anonym beraten lassen. Ihre Vorgesetzen oder Kolleg*innen werden nichts von Ihrer Beschwerde erfahren, wenn Sie das nicht möchten.

Was muss ich über Kurzarbeit wissen?

Was bedeutet es, wenn mein Betrieb auf Kurzarbeit umstellt?

Wenn eine Firma wegen des Corona-Virus schließen muss oder nur eingeschränkt weiterarbeiten kann, kann der*die Arbeitgeber*in bei der Bundesagentur für Arbeit "Kurzarbeit" beantragen. Kurzarbeit bedeutet, dass alle oder ein Teil der Arbeitnehmer*innen weniger oder gar nicht mehr arbeiten. Sie bleiben aber bei ihrer Firma angestellt und bekommen weiterhin einen Teil ihres Lohns: Das sogenannte "Kurzarbeitergeld".

Wie viel Kurzarbeitergeld erhalte ich?

Das Kurzarbeitergeld wird für eine Dauer von bis zu 12 Monaten ausgezahlt und beträgt 60 % bzw. 67 % (wenn Sie Kinder haben) des Nettogehalts.

Das Kurzarbeitergeld wird von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt und soll vor betriebsbedingten Kündigungen schützen. Beantragen muss es der Arbeitgeber. Auf der Website der Arbeitsagentur erfahren Sie mehr zum Thema Kurzarbeit.

Bitte beachten Sie: Der Bezug von Kurzarbeitergeld wirkt sich nicht negativ auf Ihr Aufenthaltsrecht auf. Wenn in Ihrem Aufenthaltstitel steht, dass Sie kein Geld vom Staat bekommen dürfen und jetzt Kurzarbeitergeld bekommen, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Ihr Aufenthaltstitel bleibt gültig.

Was kann ich machen, wenn mein Kurzarbeitergeld nicht ausreicht?

Wenn Ihr Kurzarbeitergeld zu gering ist, um Ihre Kosten (Miete, Nahrung, etc.) zu decken, können Sie Arbeitslosengeld II (ALG 2 / „Hartz 4“) beantragen. Ihr Kurzarbeitergeld wird teilweise auf das Arbeitslosengeld angerechnet. In der Regel bekommen Sie durch die Kombination aus Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld aber etwas mehr Geld als ohne Arbeitslosengeld. Mehr zum Thema Arbeitslosengeld erfahren Sie in unserem Kapitel Jobcenter“.

Kann ich während der Kurzarbeit einen Nebenjob annehmen?

Ja. Sie dürfen während der Kurzarbeit nebenbei arbeiten. Die Regelungen unterscheiden sich aber für Personen, die schon vor der Kurzarbeit einen Nebenjob hatten und Personen, die erst nach der Kurzarbeit einen Nebenjob angenommen haben.

Ich hatte bereits vor der Kurzarbeit einen Nebenjob: Sie können weiterhin in Ihrem Nebenjob arbeiten. Der Lohn aus Ihrem Nebenjob wird nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet.

Ich habe erst nach der Kurzarbeit einen Nebenjob angefangen: Sie können einen Nebenjob annehmen. Der Lohn aus Ihrem Nebenjob wird aber auf Ihr Kurzarbeitergeld angerechnet.

Bitte beachten Sie: Damit Ihr Kurzarbeitergeld richtig berechnet wird, müssen Sie Ihrem*Ihrer Arbeitgeber*in Ihre Lohnnachweise aus dem Nebenjob vorlegen.

Falls Sie keine allgemeine geltende Arbeitserlaubnis haben, erkundigen Sie sich bei der für Sie zuständigen Ausländerbehörde, ob Sie den Nebenjob annehmen dürfen. Die für Sie zuständige Ausländerbehörde finden Sie auf bamf.de. Viele Ausländerbehörden haben aktuell nur eingeschränkt geöffnet. Rufen Sie an oder schreiben Sie eine E-Mail.

Mehr zum Thema Nebenjob erfahren Sie in unserem Kapitel "Arbeitnehmerrechte".

Sind Auszubildende auch von Kurzarbeit betroffen?

Auszubildende erhalten erst dann Kurzarbeitergeld, wenn der Betrieb für 6 Wochen oder 30 Tage nicht arbeiten kann. In der Regel sind Auszubildende daher nicht von Kurzarbeit betroffen. Auch muss der Betrieb muss sich zunächst andere Möglichkeiten überlegen, also z.B. den Lehrplan ändern oder Sie in eine andere Abteilung versetzen. Erst wenn alles probiert wurde, kann auch für Auszubildende Kurzarbeit angeordnet werden. In diesem Fall bekommen Sie mindestens 6 Wochen lang weiterhin Ihr volles Ausbildungsgehalt. Erst nach diesen 6 Wochen, bekommen Sie dann Kurzarbeitergeld. Wenn das Kurzarbeitergeld nicht zum Leben reicht, können Sie dann zusätzlich Arbeitslosengeld II (ALG 2 / „Hartz 4“) beantragen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel Jobcenter“.   

Weitere Informationen zum Thema Corona und Ausbildung finden Sie auf ausbildung.de.      

Bekommen Leiharbeiter*innen auch Kurzarbeitergeld?

Nein, seit 01. Juli 2022 können Leiharbeiter*innen kein Kurzarbeitergeld mehr erhalten.

Bitte beachten Sie: Auch Leiharbeiter*innen / Zeitarbeiter*innen haben Anspruch auf Arbeitslosengeld. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel Jobcenter“.  

Wichtig

Wenn Sie denken, dass Sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben, rufen Sie Ihre*n Ärzt*in oder das Gesundheitsamt in Ihrer Nähe an. Dort wird Ihnen gesagt, was zu tun ist. Gehen Sie nicht ohne vorheriges Telefongespräch zur Arztpraxis. Oder gehen Sie zur Covid-19/Infekt-Sprechstunde Ihrer Praxis, falls es diese gibt. Das Gesundheitsamt in Ihrer Nähe können Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts suchen.

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