Abschiebung

Kann ich abgeschoben werden?

Abschiebung

Wenn Ihr Asylantrag endgültig abgelehnt wurde oder Sie einen bestehenden Aufenthaltstitel verlieren oder nie einen hatten, sind Sie zur Ausreise verpflichtet und müssen Deutschland verlassen. In diesem Fall fordert Sie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auf, innerhalb einer festgelegten Frist auszureisen und droht Ihnen die Abschiebung nach AsylG §34 an. Diese Aufforderung nennt man Abschiebungsandrohung. In dieser Abschiebungsandrohung muss das Zielland der Abschiebung genannt sein. Diese Abschiebungsandrohung ist zwingend vorgeschrieben. Wenn Sie keine Abschiebungsandrohung erhalten haben, dürfen Sie später nicht abgeschoben werden.  Wenn Sie einen Asylantrag gestellt haben und dieser abgelehnt wird, ist die Abschiebungsandrohung in Ihrem ablehnenden Bescheid enthalten. Der Brief mit der Abschiebungsandrohung wird Ihnen als Einschreiben zugestellt. Das heißt, dass das BAMF weiß, dass der Brief in Ihrem Briefkasten angekommen ist.

Bei einer einfachen Ablehnung haben Sie 30 Tage Zeit Deutschland freiwillig zu verlassen. Wenn Ihr Asylantrag als „unzulässig“ oder „offensichtlich unbegründet” abgelehnt wird, haben Sie nur eine Woche Zeit auszureisen. Als „unzulässig“ wird Ihr Antrag abgelehnt, wenn aufgrund der Dublin-Verordnung ein anderes EU-Land für Ihr Asylverfahren zuständig ist. Als „offensichtlich unbegründet“ gilt Ihr Asylantrag z.B. dann, wenn das BAMF große Widersprüche in Ihrer Geschichte bzw. in Ihren Fluchtgründen sieht oder glaubt, dass Sie nur aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland geflüchtet sind. Wieviel Zeit Ihnen bleibt, steht auf Ihrem Bescheid vom BAMF. Die Frist läuft ab dem Zeitpunkt, an dem Sie den Bescheid bekommen haben.

Lassen Sie sich nach Erhalt einer Abschiebungsandrohung unbedingt von einem Anwalt oder einer Beratungsstelle beraten. Auch nach Ablehnung eines Asylantrags gibt es noch einige Möglichkeiten, doch in Deutschland bleiben zu können. Welche Schritte Sie unternehmen können, erfahren Sie in unserem Kapitel „Asylantrag abgelehnt".

Wenn Sie Deutschland innerhalb der genannten Frist nicht freiwillig verlassen und auch keine weiteren Schritte unternehmen, können Sie zwangsweise mit Hilfe der Polizei in Ihr Heimatland oder einen aufnahmebereiten Drittstaat, zu dem Sie einen konkreten Bezug haben (z.B. weil Sie früher dort gewohnt haben), zurückgebracht werden. Das nennt man Abschiebung oder Rückführung. Die Abschiebung ist in §58 AufenthG geregelt. Eine Abschiebung droht nur dann, wenn Sie tatsächlich möglich und auch aus rechtlichen Gründen nicht verboten ist. Darum werden zunächst Abschiebehindernisse geprüft. Die jeweilige Ausländerbehörde ist für die Abschiebung zuständig. Falls Ihre Abschiebung nicht möglich oder verboten ist, kann die Ausländerbehörde Ihnen eine Duldung oder Aufenthaltserlaubnis erteilen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel „Asylantrag abgelehnt".

Was muss ich wissen?

Kann ich abgeschoben werden?

Wie läuft die Abschiebung konkret ab?

Darf ich in Abschiebungshaft genommen werden?

Welche Rechte habe ich während der Abschiebungshaft?

Hat die Polizei noch andere Möglichkeiten mich festzuhalten?

Wohin kann ich abgeschoben werden?

Kann ich trotz Duldung abgeschoben werden?

Welche Folgen hat eine Abschiebung?

Was kann ich tun, wenn ich abgeschoben werde?

Was kann ich tun, wenn ich abgeschoben wurde?

Wichtig

Für Abschiebungen sind die Bundesländer zuständig. Jedes Bundesland entscheidet allein darüber, wen Sie abschieben. Einige Bundesländer führen viele Abschiebungen durch, andere weniger. Wenn Sie von Abschiebungen aus anderen Bundesländern hören, bedeutet das nicht, dass auch Sie konkret von einer Abschiebung bedroht sind.