Wo und wie bekomme ich als Asylsuchender Unterstützung?

Durch Ihre Behinderung gelten Sie als „besonders schutzbedürftig“ und haben besondere Rechte. Erklären Sie den Mitarbeitern bei Ihrer Registrierung als Asylsuchender Ihre besondere Situation. Wenn es notwendig ist, haben Sie das Recht, in einer besonderen Unterkunft untergebracht zu werden. Und Sie haben das Recht auf eine ausreichende medizinische Betreuung. Manchmal können Sie auch etwas mehr Geld für Ihre besonderen Bedarfe bekommen. Fragen Sie einen Sozialarbeiter in Ihrer Unterkunft oder eine Beratungsstelle um Rat, wenn die Mitarbeiter in der Erstaufnahmeeinrichtung Ihnen nicht helfen. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie auf proasyl.de.

Bekomme ich wegen meiner Behinderung Asyl?

Eine Behinderung allein ist kein Grund, um in Deutschland Asyl, die Flüchtlingsanerkennung oder subsidiären Schutz zu bekommen. Wenn Sie aber verfolgt werden, weil Sie behindert sind, kann das ein Grund für Asyl bzw. die Anerkennung als Flüchtling sein. Wenn Sie in Ihrem Heimatland menschenunwürdig behandelt werden, weil Sie behindert sind, kann das ein Grund für subsidiären Schutz sein. Es ist dabei egal, wie schwer Ihre Behinderung ist. Für das Asylverfahren ist es entscheidend, dass Sie verfolgt oder schlecht behandelt werden, weil Sie behindert sind. Wenn das auf Sie zutrifft, lassen Sie sich unbedingt von einer Beratungsstelle oder einem Anwalt beraten. Eine Beratungsstelle finden Sie auf proasyl.de. Einen Anwalt finden Sie auf adressen.asyl.net.

Habe ich eine andere Chance auf eine Aufenthaltserlaubnis?

Wenn Sie regelmäßige medizinische Betreuung benötigen und diese Behandlung in Ihrem Heimatland nicht bekommen können, besteht die Möglichkeit, dass das BAMF Ihnen ein nationales Abschiebungsverbot zuspricht. Mit einem nationalen Abschiebungsverbot bekommen Sie eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr. Diese Aufenthaltserlaubnis kann verlängert werden, wenn sich Ihre Situation oder die Situation in Ihrem Heimatland nicht verändert. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel "Aufenthaltserlaubnis".

Wenn Sie keine medizinische Betreuung benötigen, aber wegen Ihrer Behinderung nicht arbeiten können und weder Ihr Heimatstaat noch Ihre Familie Sie in Ihrem Heimatland unterstützt, können Sie ebenfalls ein nationales Abschiebungsverbot bekommen. Mit einem nationalen Abschiebungsverbot bekommen Sie eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr. Diese Aufenthaltserlaubnis kann verlängert werden, wenn sich Ihre Situation oder die Situation in Ihrem Heimatland nicht verändert.

Das BAMF wird während es Asylverfahrens prüfen, ob Ihnen ein nationales Abschiebungsverbot zusteht. Bringen Sie all Ihre deutschen und ausländischen Atteste von Ärzten und Kliniken zu Ihrer Anhörung mit. Außerdem wir das BAMF die Situation in Ihrem Heimatland und Ihre Möglichkeiten dort genau überprüfen. Lassen Sie sich unbedingt vorab von einer Beratungsstelle oder einem Anwalt beraten.Eine Beratungsstelle finden Sie auf proasyl.de. Einen Anwalt finden Sie auf adressen.asyl.net.

Kann ich trotz Arbeitsunfähigkeit eine Niederlassungserlaubnis bekommen?

In der Regel können Sie keine Niederlassungserlaubnis bekommen, solange Sie Leistungen vom Sozialamt bekommen. Wenn Sie behindert sind, kann von dieser Bedingung aber eine Ausnahme gemacht werden: Wenn Ihre Behinderung der Grund ist, warum Sie nicht arbeiten können, können Sie trotzdem eine Niederlassungserlaubnis bekommen. Sie müssen Ihre Arbeitsunfähigkeit aber mit Attesten von Ärzten nachweisen können.