Ukraine

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Aktualisiert 10.08.2022

Wichtige Informationen zur Einreise und zum Aufenthalt für Menschen aus der Ukraine

Der russische Einmarsch in die Ukraine zwingt viele Menschen aus der Ukraine zu fliehen. Hier finden Sie Informationen zur Situation an den Grenzen und zur Einreise und zum weiteren Aufenthalt in Deutschland für ukrainische Staatsbürger*innen und Menschen anderer Nationalitäten, die in der Ukraine gelebt haben. Auch Ukrainer*innen, die bereits in Deutschland sind, finden hier zuverlässige und aktuelle Informationen.

Wir bemühen uns, auf alle Fragen Antworten zu finden. Sobald wir Neuigkeiten haben, werden wir Sie hier und auf Facebook sofort informieren.

Alle Informationen finden Sie auch auf Ukrainisch, Russisch und Englisch.

Sie suchen telefonische Unterstützung? Dann rufen Sie die Hotline von Particip.ai an. Die Mitarbeiter*innen sprechen Ukrainisch, Russisch und Englisch und versorgen Sie kostenlos mit allen wichtigen Informationen. Sie erreichen die Hotline Montag bis Freitag von 11 bis 19 Uhr unter der Telefonnummer 0800 5052400. Der Anruf ist kostenlos.

Weitergehende Informationen:

Was muss ich wissen?

Ich habe nicht die ukrainische Staatsbürgerschaft, aber in der Ukraine gelebt. Darf ich nach Deutschland einreisen?

Die folgenden Personen dürfen aktuell ohne Visum nach Deutschland einreisen:

  • Alle Menschen, die sich am 24.02.2022 in der Ukraine aufgehalten haben und nach diesem Datum nach Deutschland eingereist sind oder noch einreisen. Das gilt für alle Menschen unabhängig davon, ob sie einen biometrischen Reisepass haben und unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft. Es gilt also auch für Nicht-Ukrainer*innen, die in der Ukraine gelebt haben.
  • Ukrainische Staatsbürger*innen und in der Ukraine anerkannte Flüchtlinge sowie Menschen, die in der Ukraine internationalen oder nationalen Schutz zuerkannt bekommen haben, die sich am 24.02.2022 zwar vorübergehend nicht in der Ukraine aufgehalten haben, aber bis dahin eigentlich dort gelebt haben.

Die oben genannten Personen brauchen keinen Pass für die Einreise. Sie müssen aber glaubhaft machen können, dass Sie in der Ukraine gewohnt haben.

Wichtig: Diese Regelung gilt rückwirkend ab dem 24.02.2022 und bis zum 30.11.2022. Ab dem Zeitpunkt Ihrer erstmaligen Einreise in die Bundesrepublik dürfen Sie sich 90 Tage (innerhalb von 180 Tagen) ohne Visum in Deutschland aufhalten. Innerhalb dieser 90 Tage müssen Sie sich darum kümmern, eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland zu bekommen. Mehr Information zu Ihrem Aufenthalt in Deutschland finden Sie im Abschnitt „Aufenthalt“.

Ich habe nicht die ukrainische Staatsbürgerschaft, aber in der Ukraine gelebt. Welche Möglichkeiten auf einen langfristigen Aufenthalt in Deutschland habe ich?

Die im Abschnitt „Aufenthalt“ genannten Möglichkeiten gelten auch für Menschen ohne ukrainische Staatsbürgerschaft. Prüfen Sie unbedingt, ob Sie die Voraussetzungen für eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 erfüllen. Welche Voraussetzungen das sind, erfahren Sie im Abschnitt „Kann ich eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 AufenthG bekommen?“.

Überprüfen Sie auch, ob Sie eine Aufenthaltserlaubnis z.B. als Fachkraft oder zum Studium oder für eine Ausbildung in Deutschland bekommen können. Die Voraussetzungen dafür sind allerdings sehr hoch. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Kapitel „Nationales Visum“ auf Englisch, Russisch, Farsi/Dari, Französisch, Deutsch, Türkisch und Paschto.

Falls Sie die Voraussetzungen für den §24 oder für andere Aufenthaltstitel nicht erfüllen, sollten Sie sich unbedingt so schnell wie möglich beraten lassen.

Wichtig: Ihr Aufenthalt in Deutschland ist bis zum 30.11.2022 erlaubt. Sie dürfen sich 90 Tage (innerhalb von 180 Tagen) ab dem Zeitpunkt Ihrer erstmaligen Einreise nach Deutschland in Deutschland visumsfrei aufhalten. Wenn Sie innerhalb dieser 90 Tage keine Aufenthaltserlaubnis beantragen und auch keinen Asylantrag stellen, ist ihr Aufenthalt in Deutschland illegal. Lesen Sie dazu auch den Abschnitt „Aufenthalt“.

Kann ich eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 AufenthG bekommen?

Auch Menschen ohne ukrainische Staatsbürgerschaft können eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 bekommen. Das trifft auf folgende Personen zu:

  • Personen, die in der Ukraine als Flüchtlinge anerkannt waren oder einen anderen internationalen oder nationalen Schutzstatus hatten und die Ukraine ab dem 24.02.2022 verlassen haben. Als Nachweis genügt hier die Vorlage eines ukrainischen Reiseausweises für Flüchtlinge oder ein Reisedokument über den komplementären Schutz („Travel Document for Person Granted Complentary Protection“).
  • Die Kernfamilie von ukrainischen Staatsbürger*innen oder Menschen, die in der Ukraine als Flüchtlinge anerkannt waren oder einen anderen internationalen oder nationalen Schutzstatus hatten und die Ukraine ab dem 24.02.2022 verlassen habenDie Kernfamilie sind Ehepartner*innen und minderjährige Kinder und Stiefkinder bzw. die Eltern von minderjährigen ledigen Kindern. Sie müssen aber schon in der Ukraine zusammengelebt haben. Die Staatsbürgerschaft der Familie ist egal. Wenn ein anderes Familienmitglied in der Ukraine mit ihnen zusammengelebt hat und von Ihnen abhängig ist (z.B. weil er oder sie pflegebedürftig ist oder finanziell von Ihnen abhängig ist), kann auch dieses Familienmitglied eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 beantragen. Auch unverheiratete Partner, die in einer dauerhaften Beziehung leben, gelten als Kernfamilie.
  • Personen, die einen unbefristeten Aufenthaltstitel in der Ukraine hatten und die nicht in der Lage sind, sicher in ihr Herkunftsland zurückzukehren.
  • Personen, die einen befristeten Aufenthaltstitel in der Ukraine hatten und die nicht in der Lage sind, sicher in ihr Herkunftsland zurückzukehren. Voraussetzung ist, dass Ihr Aufenthalt in der Ukraine nicht nur vorübergehend war. Sie müssen also eine Aufenthaltserlaubnis für mehr als 90 Tage gehabt haben. Tourist*innen oder Geschäftsreisende sind also nicht einbezogen. Studierende oder Menschen, die in der Ukraine gearbeitet haben und nicht in ihr Heimatland zurückkehren können, können aber – wenn sie nicht in ihr Herkunftsland zurückkehren können - eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 AufenthG bekommen.
  • Personen mit einem dauerhaften Aufenthalt in der Ukraine, die bereits vor dem 24.02.2022 in Deutschland waren und hier einen anderen Aufenthaltstitel (z.B. als Student*in, Fachkraft, etc.) hatten, wenn deren ursprünglicher Aufenthaltstitel nicht verlängert werden kann. Das gilt auch für Personen, die bis zu 90 Tage vor dem 24.02.2022 als Tourist*innen in Deutschland waren.

Bitte beachten Sie: Ihr visumsfreier Aufenthalt ist auf 90 Tage (innerhalb von 180 Tagen) ab Ihrer erstmaligen Einreise nach Deutschland beschränkt. Das bedeutet, dass Sie innerhalb von 90 Tagen nach Ihrer erstmaligen Einreise in das Bundesgebiet einen Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis stellen müssen. Wenn Sie keine Aufenthaltserlaubnis beantragen und auch keinen Asylantrag stellen, ist Ihr Aufenthalt nach diesen 90 Tage nicht mehr erlaubt.

Wer entscheidet, ob ich sicher in mein Herkunftsland zurückkehren kann?

Ob Sie sicher in Ihr Herkunftsland zurückkehren können, entscheidet die Ausländerbehörde. Eine sichere Rückkehr ist zum Beispiel nicht möglich, wenn in Ihrem Land Krieg herrscht. Oder wenn Sie keinen Pass haben, Sie gesundheitlich nicht in der Lage sind zu reisen oder es gar keine Flugverbindung in Ihr Herkunftsland gibt. Auch die Dauer Ihres Aufenthalts in der Ukraine und ob Sie dort Familie haben oder hatten, spielt eine Rolle.

Wenn Sie aus Afghanistan, Eritrea oder Syrien stammen, geht die Ausländerbehörde automatisch davon aus, dass Sie nicht sicher in Ihr Herkunftsland zurückkehren können. Alle anderen Fälle prüft die Ausländerbehörde individuell.

Wo und wie kann ich die die Aufenthaltserlaubnis nach §24 beantragen?

Die Aufenthaltserlaubnis beantragen Sie bei der für Sie zuständigen Ausländerbehörde. Zuständig ist die Ausländerbehörde an dem Ort, an dem Sie wohnen / registriert sind. Auf bamf.navi können Sie die Adresse finden.

Bitte beachten Sie: die Ausländerbehörde muss Ihren Antrag entgegennehmen und prüfen. Die Mitarbeiter*innen dürfen Sie nicht einfach wegschicken. Sie haben ein Recht darauf, den Antrag zu stellen. Das gilt auch dann, wenn Sie keinen Pass haben.

Beantragen Sie die Aufenthaltserlaubnis unbedingt rechtzeitig vor dem vor dem 30.11.2022 und innerhalb von 90 Tagen (innerhalb von 180 Tagen) ab dem Zeitpunkt Ihrer erstmaligen Einreise nach Deutschland.  Denn nur bis zu zum 30.11.2022 ist Ihr Aufenthalt in Deutschland visumsfrei erlaubt. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt „Aufenthalt.

Nachdem Sie den Antrag gestellt haben, bekommen Sie eine sogenannte Fiktionsbescheinigung. Damit haben Sie alle Rechte, die Sie auch mit der Aufenthaltserlaubnis haben werden. Sie dürfen also z.B. arbeiten und an einem Integrationskurs teilnehmen. Mehr zu Ihren Rechten und Pflichten mit einer Aufenthaltserlaubnis nach §24 AufenthG erfahren Sie im Abschnitt „Aufenthalt“.

Wichtig: Sie müssen kein Geld für die Aufenthaltserlaubnis nach §24 AufenthG bezahlen.

Was passiert, wenn mein Antrag auf eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 abgelehnt wird?

Auch wenn Ihr Antrag abgelehnt wird, dürfen Sie bis zu 90 Tage ab dem erstmaligen Zeitpunkt Ihrer Einreise nach Deutschland in Deutschland bleiben. Sie dürfen dann allerdings nicht arbeiten. Falls Sie Geld brauchen, bekommen Sie Unterstützung vom Sozialamt. Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt „Hilfen vom Staat“.

Lassen Sie sich unbedingt zu Ihren aufenthaltsrechtlichen Möglichkeiten beraten. Ein guter Ansprechpartner sind die Refugee Law Clinics. Die gibt es in vielen großen Städten in Deutschland. Die Hilfe ist kostenlos. Auf rlc-deutschland.de finden Sie die Kontaktdaten der Refugee Law Clinic in Ihrer Nähe.

Wo finde ich Beratung und Unterstützung?

Aufenthaltsrechtliche Beratung bekommen Sie bei den Refugee Law Clinics. Die gibt es in vielen großen Städten in Deutschland. Die Hilfe ist kostenlos. Auf rlc-deutschland.de finden Sie die Kontaktdaten der Refugee Law Clinic in Ihrer Nähe.

Auf unserer Seite „Lokale Informationen“ finden Sie außerdem eine Übersicht mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten für ganz Deutschland. Dort finden Sie auch eine Suchmaschine, mit der Sie nach Beratungsangeboten in größeren Städten suchen können. Auf asyl.net finden Sie außerdem eine Suchmaschine, auf der Sie nach weiteren Angeboten vor Ort suchen können. In beiden Suchmaschinen können Sie nach Sprachen filtern.

Sie können sich auch online an unsere Community-Plattform „Together in Germany“ wenden. Dort bekommen Sie auf all Ihre Fragen eine zuverlässige und geprüfte Antwort von unseren Moderator*innen. Sie helfen Ihnen auch dabei, Unterstützung vor Ort zu finden. Die Plattform ist kostenlos und auf Deutsch, Ukrainisch, Arabisch, Farsi/Dari, Englisch, Türkisch, Französisch und Russisch verfügbar.

Afrikaner*innen aus der Ukraine finden auch Hilfe bei „Help for Afriancs from Ukraine in Germany“. Sie können direkt bei der Hotline für Ihr Bundesland anrufen.

The Afrikan Networt of Germany (TANG) ist bundesweit tätig. Die Mitarbeiter*innen helfen der afrikanischen Community unter anderem bei der Arbeitssuche, beim Deutschlernen und bei der Wohnungssuche. Falls Sie Hilfe brauchen, finden Sie auf tang-ev.de die Kontaktdaten von TANG in verschiedenen Bundesländern. Sie müssen nur das entsprechende Bundesland anklicken.

Die Organisation tubman.network in Berlin hilft allen, die aus der Ukraine geflohen sind und keine ukrainische Staatsbürgerschaft haben. Die Organisation bietet z.B. Rechtsberatung an, unterstützt bei Kinderbetreuung und bei der Suche nach einer Wohnung. Sie bietet auch kostenlose Hygieneartikel, Kleidung und Babynahrung an. Sie können die Helfer*innen unter der Nummer: +49 171 2150554 erreichen.

Each One Teach One (EOTO) e.V. in Berlin bietet Beratung für Menschen, die Diskriminierung erlebt haben, an. Der Verein unterstützt Sie auch bei anderen Herausforderungen, wie zum Beispiel bei der  Arbeitssuche, bei aufenthaltsrechtlichen Fragen, Schulden oder Problemen innerhalb der Familie. Sie können die Helfer*innen unter der Nummer: + 49 177 1589381 erreichen. Die Mitarbeiter*innen sprechen Deutsch.

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