Ukraine

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به‌روزرسانی 27.09.2022

Wichtige Informationen zur Einreise und zum Aufenthalt für Menschen aus der Ukraine

Der russische Einmarsch in die Ukraine zwingt viele Menschen aus der Ukraine zu fliehen. Hier finden Sie Informationen zur Situation an den Grenzen und zur Einreise und zum weiteren Aufenthalt in Deutschland für ukrainische Staatsbürger*innen und Menschen anderer Nationalitäten, die in der Ukraine gelebt haben. Auch Ukrainer*innen, die bereits in Deutschland sind, finden hier zuverlässige und aktuelle Informationen.

Wir bemühen uns, auf alle Fragen Antworten zu finden. Sobald wir Neuigkeiten haben, werden wir Sie hier und auf Facebook sofort informieren.

Alle Informationen finden Sie auch auf Ukrainisch, Russisch und Englisch.

Sie suchen telefonische Unterstützung? Dann rufen Sie die Hotline von Particip.ai an. Die Mitarbeiter*innen sprechen Ukrainisch, Russisch und Englisch und versorgen Sie kostenlos mit allen wichtigen Informationen. Sie erreichen die Hotline Montag bis Freitag von 11 bis 19 Uhr unter der Telefonnummer 0800 5052400. Der Anruf ist kostenlos.

Weitergehende Informationen:

Was muss ich wissen?

Kann ich medizinische Hilfe bekommen?

Personen, die eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 AufentG bekommen können, haben Anspruch auf medizinische Hilfe im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetz. Personen, die einen Asylantrag stellen, haben ebenfalls diesen Anspruch. Sie sind dann nicht Mitglied einer Krankenversicherung, sondern bekommen eine Grundversorgung. Diese müssen Sie beim Sozialamt beantragen. Wenn Sie eine akute Erkrankung oder Schmerzen haben und Sie kein eigenes Geld haben, können Sie Hilfe vom Sozialamt bekommen. Diese beinhalten auch eine medizinische Notversorgung. Wie Sie diese beantragen können, erfahren Sie im Abschnitt „Bekomme ich finanzielle Unterstützung?“. Bitte beachten Sie: Sie müssen diese Hilfen beantragen bevor Sie zum Arzt gehen. Das Sozialamt wird Ihnen dann einen sogenannten „Behandlungsschein“ geben. In manchen Bundesländern bekommen Sie auch eine sogenannte „Gesundheitskarte“. Damit können Sie kostenlos zu einem Arzt gehen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel „Gesundheitsversorgung für Geflüchtete“.

Personen, die bereits eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 oder einer entsprechenden Fiktionsbescheinigung + Registrierung im Ausländerzentralregister haben bekommen ab dem 01.06.2022 finanzielle Unterstützung durch die Jobcenter. Sie haben dann Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung. Das Jobcenter zahlt die Beiträge für Sie. Sie können Ihre gesetzliche Krankenkasse selbst wählen. Auf krankenkasseninfo.de. finden Sie eine Liste mit gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Sie müssen selbst bei der Krankenkasse Ihrer Wahl einen Antrag auf Mitgliedschaft stellen. Hilfe bei Ausfüllen der Anträge können Sie beim für Sie zuständigen Jobcenter oder einer Beratungsstelle bekommen. Einige Krankenkassen bieten auch Mitgliedschaftsanträge auf Ukrainisch an. Falls Sie selbst keinen Antrag bei einer Krankenkasse stellen, kann das Jobcenter Sie bei einer beliebigen Krankenkasse anmelden. Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt „Jobcenter“.

Wichtig: Nach der Stellung eines Antrags bei einer Krankenkasse, bekommen Sie eine Krankenkassen-Karte. Diese bestätigt, dass Sie krankenversichert sind. Sie müssen Ihre Krankenkassen-Karte zu jedem Arztbesuch mitnehmen. Ohne diese Karte muss der Arzt Sie nicht behandeln. Die Ausstellung einer Krankenkassenkarte dauert in der Regel einige Wochen. Müssen Sie in dieser Zeit zum Arzt, so kann Ihnen Ihre Krankenkasse ein Schreiben ausstellen, das Ihre Mitgliedschaft bei der Krankenkasse bestätigt. Damit können Sie auch zum Arzt. Sie können diese Bescheinigung telefonisch oder online bei Ihrer Krankenkasse beantragen.

Wenn Sie eine Arbeit haben, studieren oder eine Ausbildung starten, können Sie auch Mitglied einer Krankenversicherung werden.

Mehr Informationen zum Thema Krankenversicherung finden Sie in unserem Kapitel „Krankenversicherung“.

Wichtig: Auch wenn Sie keine Krankenversicherung haben und keinen Asylantrag stellen möchten, haben Sie Anspruch auf medizinische Hilfe im Notfall. Gehen Sie bei einem medizinischen Notfall also unbedingt ins nächste Krankenhaus oder rufen Sie einen Krankenwagen. Auf deutsches-krankenhaus-verzeichnis.de finden Sie ein Krankenhaus in Ihrer Nähe. Dafür müssen Sie im Suchfeld Ihre Postleitzahl oder Ihre Stadt angeben Mehr zum Thema Notfall finden Sie in unserem Kapitel „Notfall“.

Es gibt in Deutschland auch Organisation, die Menschen ohne Papiere anonym ärztlich behandeln. Die Hilfe bei diesen Organisationen ist kostenlos. Ihr Aufenthalt wird nicht an das Sozialamt weitergeleitet. Auf der Website gesundheit-ein-menschenrecht.de können Sie nach einer solchen Organisation in Ihrer Nähe suchen. Außerdem können Sie auch auf der Website der Malteser und der Medibüros nach anonymer ärztlicher Hilfe in Ihrer Nähe suchen.

Falls Sie in Berlin sind, können Sie außerdem auf aekb.de eine Liste mit Kontaktdaten von Organisationen finden, die Menschen ohne Krankenversicherung medizinische Hilfe anbieten.

Auf der Plattform jameda.de können Sie deutschlandweit nach Ärzt*innen suchen, die Menschen aus der Ukraine kostenlos behandeln. Alle Ärzt*innen sprechen neben Deutsch entweder Englisch, Russisch oder Ukrainisch.

Falls Sie keine Ärzt*innen in Ihrer Sprache finden, können Sie das Ethno-Medizinische Zentrum e. V. um Hilfe fragen. Die Mitarbeiter*innen helfen Ihnen Dolmetscher*innen für Ihren Arztbesuch zu finden.  Im Abschnitt „Weitere Hilfen“ finden Sie außerdem einen Link zu einer kostenlosen Dolmetscher*innen-Hotline.

In Berlin gibt es außerdem über 500 Arztpraxen, die für Geflüchtete aus der Ukraine aktuell kostenlos medizinische und psychologische Hilfe anbieten. Auf kvberlin.de finden Sie eine Übersicht. Dort können Sie auch sehen, welche Sprachen die einzelnen Praxen sprechen.

Ich habe eine Behinderung oder bin pflegebedürftig. Welche Rechte habe ich?

Personen, die eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 AufentG bekommen können, haben Anspruch auf medizinische Hilfe im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetz. Personen, die einen Asylantrag stellen, haben ebenfalls diesen Anspruch. Sie sind dann nicht Mitglied einer Krankenversicherung, sondern bekommen eine Grundversorgung. Wenn Sie besondere Bedarfe haben, weil Sie eine Behinderung haben oder pflegebedürftig sind, können Sie zusätzliche Hilfen beantragen. Wie das geht, erfahren Sie im Abschnitt „Kann ich medizinische Hilfe bekommen?“.

Mehr zum Thema Behinderung erfahren Sie in unserem Kapitel „Menschen mit Behinderung“.

Mehr zum Thema Pflege erfahren Sie in unserem Kapitel „Pflegebedürftig“.

Ich bin schwanger. Welche Rechte habe ich?

Personen, die eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 AufentG bekommen können, haben Anspruch auf medizinische Hilfe im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetz. Personen, die einen Asylantrag stellen, haben ebenfalls diesen Anspruch. Sie sind dann nicht Mitglied einer Krankenversicherung, sondern bekommen eine Grundversorgung. Wie Sie diese Hilfe bekommen, erfahren Sie im Abschnitt „Kann ich medizinische Hilfe bekommen?“.

Sie haben auch das Recht auf eine Schwangerschaftsberatung. Bei Fragen können Sie die Hotline "Schwangere in Not" anrufen. Sie erreichen die Mitarbeiter*innen kostenlos unter der Nummer 0800 40 40 020. Die Mitarbeiter*innen der Hotline sind 24 Stunden am Tag erreichbar und sprechen unter anderem Englisch, Deutsch und Russisch. Weitere Informationen zur Hotline finden Sie im mehrsprachigen Flyer.

Mehr zum Thema Schwangerschaft erfahren Sie in unserem Kapitel „Schwangerschaft“.

Ich bin schwer krank und brauche dringend Medikamente oder eine Behandlung. Wer hilft?

Sie haben Anspruch auf medizinische Hilfe. Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt „Kann ich medizinische Hilfe bekommen?“. Zusätzlich können Sie sich auch an die Organisation MedWatch wenden. Die Mitarbeiter*innen dort können Medikamente für Menschen mit Krebs oder Multipler Sklerose vermitteln. Es gibt auch Insulin für Menschen, die Insulin benötigen. Sie helfen Ihnen auch einen Platz in einer Klinik zu finden.

Auf der Internetseite der deutschen Krebsgesellschaft (DKB) finden Sie auf Ukrainisch, Russisch, Deutsch und Englisch eine Liste mit Einrichtungen, die deutschlandweit Menschen mit Krebs behandeln.

Auch auf der Webseite der Deutsche Krebsinformationsdienst finden Sie Informationen über Einrichtungen,  an die sich die aus der Ukraine geflüchtete Krebspatient*innen wenden können. Die Informationen werden auf Ukrainisch, Russisch, Deutsch und Englisch veröffentlicht und ständig aktualisiert. „Der Krebsinformationsdienst“ berät auch direkt. Sie können die Mitarbeiter*innen auf Ukrainisch, Russisch, Englisch oder Deutsch über die Email-Adresse krebsinformationsdienst@dkfz.de direkt kontaktieren.

Ich habe HIV / AIDS oder Hepatitis. Wo finde ich Hilfe?

Menschen mit HIV / AIDS oder Hepatitis können sich an die Aidshilfe wenden. Die Mitarbeiter*innen dort unterstützen Sie kostenlos und vermitteln Sie an Ärzt*innen in Ihrer Nähe. Sie können sich dort auch beraten lassen. Eine Aidshilfe in Ihrer Nähe finden Sie auf kompass.hiv, wenn Sie unter Kategorie „Aidshilfe“ wählen. Sie können auch die die Deutsche Aidshilfe unter  030 / 69 00 87 0 anrufen und nach einer Adresse fragen. Die Mitarbeiter*innen am Telefon sprechen aber nur Deutsch.

Auf medwatch.de finden Sie außerdem Informationen über Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit HIV oder AIDS auf Ukrainisch.

Bei der Deutschen Leberhilfe e.V. bekommen Sie auf Deutsch die wichtigsten Informationen zu allen Arten der Lebererkrankungen. Dort können Sie auch Adressen von Ärzt*innen und Kliniken in Ihrer Nähe finden.

Ich habe Tuberkulose. Wo finde ich Hilfe?

Im ASV-Verzeichnis können Sie direkt nach einem Facharzt in Ihrer Nähe suchen. Im Leistungsbereich müssen Sie Kategorie „Tuberkulose“ wählen. Menschen mit Tuberkulose können sich auch an das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) wenden. Die Mitarbeiter*innen dort können Ihre Fragen beantworten. Sie geben Ihnen auch Information zu den Behandlungsmöglichkeiten. In der Regel sprechen die Mitarbeiter*innen allerdings nur Deutsch.

Im DZK Merkblatt Tuberkulose können Sie sich in ukrainischer Sprache über verschiedene  Behandlungsmöglichkeiten von Tuberkulose informieren. Dort finden Sie auch allgemeine Information über die Krankheit.

Wichtig: In Deutschland müssen sich Tuberkulose-Patient*innen beim Gesundheitsamt melden. Auf rki.de finden Sie das für Sie zuständige Gesundheitsamt, indem Sie Ihre Postleitzahl oder Ihren Ort angeben.

Kann ich mich gegen Corona impfen lassen?

Sie können sich in einem Impfzentrum gegen Corona impfen lassen. Auch in vielen Arztpraxen und Apotheken können Sie sich unkompliziert impfen lassen. Das geht auch, wenn Sie noch nicht registriert sind. Sie brauchen auch keinen Ausweis. Nach der Impfung erhalten Sie dann ein sogenanntes „Einlegeblatt“. Damit können Sie später ein digitales Impfzertifikat bekommen.

Auf bzga.de finden Sie Flyer mit  Informationen auf Ukrainisch zur Corona-Impfung für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 5 Jahren.

Mehr zum Thema Corona erfahren Sie in unserem Kapitel "Corona".

Ich bin bereits mit dem russischen oder chinesischen Impfstoff gegen Corona geimpft. Was nun?

Eine Impfung mit dem russischen oder chinesischen Impfstoff ist in der EU nicht ausreichend, um als geimpft zu gelten. Es gibt aktuell keine Impfpflicht in Deutschland. Wenn Sie sich impfen lassen möchten, können Sie sich zusätzlich mit den hier zugelassenen Impfstoffen impfen lassen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel „Corona – Impfung“.

Wo finde ich Ärzt*innen, die Ukrainisch oder Russisch sprechen?

Auf arzt-auskunft.de können Sie nach Ärzt*innen in Ihrer Nähe suchen, die Ukrainisch oder Russisch oder eine andere Sprache sprechen. Auch auf doctolib können Sie nach Ärzt*innen in Ihrer Nähe suchen, die Ihre Sprache sprechen.

Im Dokument docs.google.com finden Sie eine Liste mit Kontaktdaten von Ärzt*innen verschiedener Fachrichtungen, die eine kostenlose ärztliche Beratung in ukrainischer und russischer Sprachen anbieten.

Geflüchtete aus der Ukraine können sich außerdem per Video oder Telefon von Ärzt*innen beraten zu lassen. Die Ärzt*innen sprechen Ukrainisch, Russisch oder Englisch. Weitere Information finden Sie auf fernarzt.com.

Auch bei doctors4ua bekommen Sie kostenlos medizinische Hilfe Ukrainisch, Englisch und Russisch. Die Ärzt*innen beantworten alle medizinischen Fragen als Message oder per Video oder Audio-Message. Um eine Beratung zu bekommen, müssen Sie sich vorab registrieren.

Auch bei Viveohealth-App können Sie eine kostenlose ärztliche Beratung auf Ukrainisch, Englisch oder Russisch bekommen. Dazu müssen Sie die App herunterladen. Sie müssen sich registrieren und anschließend den passenden Arzt oder die passende Ärztin suchen und einen Termin vereinbaren. Die Beratung findet dann per Video oder Anruf statt.

Wie kann ich mit deutschsprachigen Ärzten*innen kommunizieren?

Zu einem Arztbesuch können Sie einen Dolmetscher mitnehmen. In Abschnitt  „Wo finde ich Dolmetscher*innen?“ finden Sie Informationen dazu, wo Sie Dolmetscher*innen für Ukrainisch und Russisch finden können.

Wenn Sie keinen(e) Dolmetscher*in gefunden haben, können Sie sich mit Hilfe verschiedener  Informationshefte in Ihrer Sprache auf den Arztbesuch vorbereiten. So können Sie besser die Ärzt*innen verstehen. Auf setzer-verlag.com finden Sie Informationshefte zu unterschiedlichen Themen, die Sie kostenlos downloaden können. Dafür müssen Sie zunächst das Heft anklicken, dass Sie interessiert und dann Ihre Sprache wählen.

Auf thieme.de finden Sie ein Wörterbuch Deutsch – Ukrainisch mit vielen wichtigen Sätzen für einen Arztbesuch und medizinischen Begriffen.

Die Apotheken-Umschau hat ein Bilder-Wörterbuch für Geflüchtete mit wichtigen medizinischen Begriffen und Redewendungen veröffentlicht. Sie können das Wörterbuch kostenlos in ukrainischer, deutscher, englischer und russischer Sprache auf apotheken-umschau.de herunterladen.

Auf medi-bild.de finden Sie ein kleines Heft mit Informationen zu den häufigsten Kinderkrankheiten auf Ukrainisch. Dort bekommen Sie auch Tipps, was Sie bei welcher Krankheit tun sollen.

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