Afghanistan Informationen

Afghanistan Info
تحديث 26.08.2022

Hier finden Sie wichtige Informationen zur Situation in Afghanistan auf فارسی/دری,  پښتو

Ausführliche Informationen:

Viele Menschen in Afghanistan haben Angst und sind in Gefahr. Die deutsche Regierung hat aktuell aber eine sehr enge Definition, wer als gefährdete Person gilt und nimmt aktuell auch keine weiteren Personen auf. Bitte beachten Sie: Laut unseren Informationen sind die Personen, die aktuell nach Deutschland ausreisen dürfen, bereits von der Bundesregierung identifiziert. Sie wurden bereits kontaktiert oder werden sehr bald kontaktiert werden.

Leider gibt es aktuell auf viele Fragen keine Antworten. Alle Informationen, die wir momentan haben, finden Sie auf dieser Seite. Sobald es neue Informationen gibt, aktualisieren wir die Seite. Alle Updates unterstreichen wir, damit Sie sofort sehen, wo es etwas Neues gibt.

Alle Informationen sind ohne Gewähr. Die Lage kann sich jederzeit ändern.

Bitte beachten Sie: Handbook Germany hat leider keinen Einfluss darauf, wer nach Deutschland ausreisen darf. Bitte schicken Sie uns keine Dokumente, persönliche Informationen oder Unterlagen. Senden Sie Ihre Dokumente und Daten nur an Ihre früheren Arbeitgeber bzw. die unten angegebenen E-Mail-Adressen. Nur dort kann Ihnen geholfen werden. Alle anderen Wege sind zudem nicht datensicher.

 

Achtung! Uns erreichen viele Meldungen über Webseiten und Personen, die angebliche Visa für Deutschland verkaufen. Das sind Betrüger. Sie nutzen die aktuelle Situation und die Verzweiflung der Menschen aus. Fallen Sie nicht darauf herein. Sie werden nur Ihr Geld verlieren, aber kein Visum bekommen. Ein Visum für Deutschland kann man nicht kaufen. Visa werden nur an Personen vergeben, die die von der deutschen Regierung genannten Voraussetzungen für ein Visum erfüllen. Ob Sie eine Chance auf ein Visum haben, erfahren Sie unten im Text.

Wichtig: Löschen Sie für Sie gefährliche Posts in Ihren sozialen Netzwerken, z.B. Fotos oder Posts, in denen Sie sich für Frauenrechte stark machen. Mehr Informationen dazu finden Sie auf Farsi auf chayn.gitbook.io.

Wichtige Informationen für gefährdete Personen

Wer gilt aktuell als "gefährdete Person"?

Deutschland hatte im August 2021 - zusätzlich zu den Ortskräften - folgende Personengruppen als "besonders gefährdet" eingestuft:

  • Afghanische Mitarbeiter*innen von Nichtregierungsorganisationen
  • Afghanische Mitarbeiter*innen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
  • Menschenrechtsaktivist*innen
  • Frauenrechtler*innen
  • Journalist*innen
  • Personen mit einem deutschen Aufenthaltstitel

Wichtig: Auch Ihre Kernfamilie (Ehepartner, minderjährige ledige Kinder) gilt als besonders gefährdet, wenn Sie besonders gefährdet sind. Für volljährige Kinder können Sie einen sogenannten „Härtefall“ beantragen, solange sie noch nicht verheiratet sind.

Ich stehe bereits auf einer offiziellen "Evakuierungsliste".

Wenn Sie zu den "gefährdeten Personen" gehören und Ihr Name bereits auf einer Evakuierungsliste steht, wird Ihr Fall nun geprüft. Wer auf den Listen steht, ist leider nicht transparent. Auch wir haben keinen Zugang. Hat sich eine NGO, Stiftung oder eine sonstige Organisation für Sie eingesetzt, können Sie es am besten über Ihre Ansprechpartner dort erfragen.

Wenn Deutschland Ihnen bereits eine Ausreise nach Deutschland in Aussicht gestellt hatte oder ihnen eine Ausreise in Aussicht stellen will, gilt folgendes:

Das Auswärtige Amt wird Sie z.B. durch IOM kontaktieren, sobald eine sogenannte "Aufnahmezusage" für Sie vorliegt. Das passiert wahrscheinlich durch eine E-Mail von notification@vaoffice.org. Eine Aufnahmezusage ist ein Dokument, das bestätigt, dass Deutschland Sie aufnehmen will. Einige Personen haben diese Aufnahmezusage bereits bekommen. Andere werden sie noch erhalten. In dieser E-Mail erhalten Sie weitere Informationen zum Aufnahmeprozess und Anweisungen. Die weitere Kommunikation findet dann über die E-Mail-Adresse info@vaoffice.org oder einen Anruf statt.

Wichtig: Es gibt mehrere Telefonnummern aus verschiedenen Ländern, die Kontakt mit den Menschen mit Aufnahmezusage aufnehmen. Die Anrufer*innen sprechen Farsi / Dari und Paschto. Falls Sie überprüfen möchten, ob der Anruf wirklich im Auftrag des Auswärtigen Amts handelt, geben Sie ihm Ihre Email-Adresse. Als Antwort sollten Sie dann eine E-Mail von info@vaoffice.org bekommen.

Auf dem Weg zur Grenze sind Sie auf sich allein gestellt. Überlegen Sie sich gut, ob Sie die Grenze sicher erreichen können. Es gibt aktuell auch keine Garantie, dass Sie die Grenze passieren dürfen. Informationen zur Situation an der Grenze nach Pakistan finden Sie auf  der Webseite von Kabul Luftbrücke. Bitte beachten Sie: Eine Tazkira reicht für den Grenzübertritt nach Pakistan nicht aus. Sie benötigen einen gültigen Pass und ein gültiges Visum. Ausnahme: Bei Kindern unter 8 Jahren genügt die E-Tazkira.

In Ausnahmefällen können Sie bei der Ausreise unterstützt werden. Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt „Ich brauche Hilfe bei der Ausreise“.

Wenn Sie in einem Nachbarland angekommen sind, können Sie sich an die deutsche Botschaft dort wenden. Diese wird Sie dann bei der Weiterreise nach Deutschland unterstützen. Die Kontaktdaten der deutschen Botschaft in Ihrer Nähe finden Sie auf auswaertiges-amt.de. Falls Sie Schwierigkeiten haben, einen Termin bei der deutschen Botschaft zu bekommen, können Sie sich an die GIZ wenden. Sie erreichen die GIZ unter der E-Mail-Adresse: AFG-GC-staff-support@giz.de.

Ich habe ein Visum oder eine Aufnahmezusage für mich, aber nicht für meine Familie. Was tun?

Wenn Sie ein Visum oder eine Aufnahmezusage als Ortskraft oder gefährdete Person bekommen haben, dürfen Sie in der Regel Ihre Kernfamilie mitnehmen. Das sind Ihr*e Ehepartner/Ehepartnerin und minderjährige Kinder, sowie in Ausnahmefällen Ihre ledigen Kinder über 18 Jahre. Laut unseren Informationen passiert es allerdings, dass Ortskräfte und gefährdete Personen nur für sich oder nur für einen Teil ihrer Kernfamilie ein Visum oder eine Aufnahmezusage erhalten. Wenn das auf Sie zutrifft, sollten Sie beim Auswärtigen Amt um eine Erweiterung der Aufnahmezusage für alle Mitglieder Ihrer Kernfamilie bitten. Nennen Sie dabei unbedingt alle Namen, Geburtsdaten, Geburtsorte, Passnummern und ihr Verwandtschaftsverhältnis.

Schreiben Sie an Ihren Arbeitgeber sowie an die E-Mail-Adresse, die Ihnen Ihre Aufnahmezusage geschickt hat.  

Bitte beachten Sie: Wenn Sie Familienmitglieder außerhalb Ihrer Kernfamilie, also z.B. volljährige Geschwister oder Ihre Eltern mit nach Deutschland bringen möchten, müssen Sie einen sogenannten Härtefallantrag nach §36 Absatz 2 Aufenthaltsgesetz stellen. Die Voraussetzungen sind aber sehr hoch und schwer zu erfüllen. Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt "Welche Angehörigen kann ich nachholen?" in unserem Kapitel "Familienzusammenführung".

Ich habe eine Aufnahmezusage. Was muss ich mit der BAMF-Nummer oder BMI-Nummer machen?

Sobald Sie eine Aufnahmezusage haben, bekommen Sie auch ein internes Aktenzeichen. Das ist die BAMF-Nummer oder BMI-Nummer. Jede gefährdete Person bekommt sowohl eine BAMF-Nummer als auch eine BMI-Nummer. Es genügt im weiteren Aufnahme- und Ausreiseprozess aber, wenn Sie eine der Nummern angeben. Bitte beachten Sie: Die Familienangehörigen, die mit Ihnen aufgenommen werden, haben dieselbe Nummer wie Sie.

Wichtig: Geben Sie diese Nummern nicht an Dritte weiter, sondern nutzen Sie sie nur in der Kommunikation mit den deutschen Behörden und den Organisationen, die für die deutschen Behörden arbeiten.

Ich habe eine Bestätigung für ein „visa upon arrival“, aber bekomme kein Visum in der deutschen Botschaft.

Es gibt einige Fälle von Menschen, die eine Bestätigung für ein „visa upon arrival“ von datacollection-afghanistan@giz.de bekommen haben, aber von der deutschen Botschaft in den Nachbarländern Afghanistans kein Visum bekommen. Scheinbar stehen nicht alle Personen, die im August 2021 ein „visa upon arrival“ erhalten haben, tatsächlich auf der Liste der Ortskräfte oder der gefährdeten Personen. Ob Sie nach Deutschland kommen können, ist also nicht klar.

Wenn das auf Sie zutrifft, können Sie folgendes tun:

  • Sie können das Formular auf der Website von Kabul Luftbrücke ausfüllen. Wenn Sie dieses Formular bereits früher ausgefüllt haben, füllen Sie es nochmal aus. Es ist eine aktualisierte Version. Die Mitarbeiter*innen werden Ihre Daten sammeln und dann prüfen, welche Möglichkeiten es für Sie gibt. Es kann sein, dass Sie länger auf eine Antwort warten müssen. Wichtig: Kabul Luftbrücke ist nicht Teil der deutschen Regierung. Die Mitarbeiter*innen können nicht entscheiden, wer eine Aufnahmezusage für Deutschland bekommt. Aber sie werden versuchen, Ihnen zu helfen.
  • Sie können einen Fachanwalt für Migrations- und Asylrecht beauftragen. Dafür müssen Sie aber Geld bezahlen. Anwält*innen finden Sie z.B. auf rechtsberaterkonferenz.de.
Ich habe eine Aufforderung von vaokabul@iom.int oder notification@vaoffice.org bekommen, meine Dokumente erneut zu schicken.

Diejenigen besonders gefährdeten Afghan*innen, die die Bundesregierung nach Deutschland holen will, werden im Namen des Auswärtigen Amts von IOM via vaokabul@iom.int oder notification@vaoffice.org  oder telefonisch über eine in der Regel türkische Telefonnummer kontaktiert. Es kann passieren, dass Sie Ihre Dokumente erneut schicken müssen oder zusätzliche Informationen von Ihnen benötigt werden. Die weitere Kommunikation mit IOM erfolgt dann über die E-Mail-Adresse info@vaoffice.org

Bitte beachten Sie: Die Emails von IOM sind  nicht personalisiert. Ihr Name oder die Namen Ihrer Familienangehörigen werden also nicht genannt. Damit sollen Ihre Daten geschützt werden.

Ich stehe bisher auf keiner Liste. Wo kann ich mich melden?

Aktuell gibt es keine Möglichkeit, sich als Gefährdete Person bei der deutschen Regierung zu melden. Die neue Regierung in Deutschland will ein Aufnahmeprogramm für gefährdete Afghan*innen starten. Wer dann unter welchen Voraussetzungen nach Deutschland kommen kann, ist noch unbekannt. Es ist auch unbekannt, wie viele Menschen Deutschland aufnehmen wird und ob sich neue Menschen für eine Aufnahme nach Deutschland melden können. Die Zahl „20.000“, die in den Medien kursiert, gilt wahrscheinlich für einen Zeitraum von 4 Jahren. Das bedeutet, dass nur 1000 Personen mit durchschnittlich 4 Familienmitgliedern pro Jahr aufgenommen werden. Sobald wir mehr Informationen haben, werden wir Sie hier und auf Facebook sofort informieren.

Aktuell gilt folgendes:

  • Wenn Sie für eine deutsche Organisation, z.B. eine NGO oder eine Zeitung gearbeitet haben, sollten Sie sich direkt dort melden und um Hilfe bitten. Schicken Sie auch ihnen all Ihre Daten, Informationen und Unterlagen.
  • Sie können sich auch an Kabul Luftbrücke wenden. Füllen Sie dazu das Formular auf der Website von Kabul Luftbrücke aus. Wenn Sie dieses Formular bereits früher ausgefüllt haben, füllen Sie es nochmal aus. Es ist eine aktualisierte Version. Die Mitarbeiter*innen werden Ihre Daten sammeln und dann prüfen, welche Möglichkeiten es für Sie gibt. Es kann sein, dass Sie länger auf eine Antwort warten müssen. Wichtig: Kabul Luftbrücke ist nicht Teil der deutschen Regierung. Die Mitarbeiter*innen können nicht entscheiden, wer eine Aufnahmezusage für Deutschland bekommt. Aber sie werden versuchen, Ihnen zu helfen
  • Journalist*innen können Sich außerdem bei der Nichtregierungsorganisation "Reporter ohne Grenzen" (nothilfe@reporter-ohne-grenzen.de) oder der US-amerikanischen Organisation „Global Investigative Journalism Network“ (safety@womeninjournalism.org oder emergencies@cpj.org, Telefonnummer: +1 (212) 465-1004) melden. Schicken Sie auch ihnen all Ihre Daten, Informationen und Unterlagen. Wichtig: Es gibt keine Garantie, dass Sie eine Aufnahmezusage bekommen. Die beiden Organisationen sind nicht Teil der deutschen oder amerikanischen Regierung. Die Mitarbeiter*innen können nicht entscheiden, wer eine Aufnahmezusage bekommt. Aber sie werden versuchen, Ihnen zu helfen.

Bitte lesen Sie außerdem den Abschnitt „Ich brauche Hilfe bei der Ausreise“ und das Kapitel „Sonstige“.

Ich bin LGBTIQ*. Kann ich eine Aufnahmezusage für Deutschland bekommen?

Es gibt keine Regelung, dass LGBTIQ* generell eine Aufnahmezusage für Deutschland bekommen können. Auch sie müssen eine individuelle Bedrohung nachweisen.

Wenn Sie noch auf keiner Liste stehen, haben Sie aktuell nur die im Abschnitt „Ich stehe bisher auf keiner Liste. Wo kann ich mich melden?“ aufgeführten Möglichkeiten.

Außerdem können Sie sich auf der Website afghanlgbt.com melden. Die Organisation versucht, LGBTIQ* zu unterstützen. Die Mitarbeiter*innen arbeiten ehrenamtlich. Sie können nicht entscheiden, wer eine Aufnahmezusage bekommt.

Ich habe für die afghanischen Sicherheitskräfte oder im Rechtswesen gearbeitet. Kann ich eine Aufnahmezusage für Deutschland bekommen?

Es gibt keine Regelung, dass ehemalige Sicherheitskräfte oder Mitarbeiter*innen des Gerichtswesens generell eine Aufnahmezusage für Deutschland bekommen können. Auch sie müssen eine individuelle Bedrohung nachweisen.

Wenn Sie noch auf keiner Liste stehen, haben Sie aktuell nur die im Abschnitt „Ich stehe bisher auf keiner Liste. Wo kann ich mich melden?“ aufgeführten Möglichkeiten.

Ich brauche Hilfe bei der Ausreise. Was tun?

Aktuell können nur Menschen mit einer Aufnahmezusage oder einem Visum für Deutschland bei der Ausreise unterstützt werden. Falls Sie ein Visum oder eine Aufnahmezusage haben und Hilfe bei der Ausreise benötigen, können Sie sich an die Organisation „Kabul Luftbrücke“ wenden. Füllen Sie dazu das Formular auf https://register.kabulluftbruecke.org/en aus.

In Ausnahmefällen kann auch die GIZ Sie bei der Ausreise unterstützen. Voraussetzung dafür ist, dass Sie eine Aufnahmezusage haben und Sie Ihren Pass nicht verlängern oder nicht bekommen können. Die GIZ erreichen Sie unter der E-Mail-Adresse AFG-GC-staff-support@giz.de.

Wo kann ich mich melden, wenn ich versuchen will, in ein anderes Land zu kommen?

Auf der Seite "Leaving Afghanistan" und "Immigration Relief for Afghans" finden Sie Email-Adressen und Bedingungen anderer Ländern. Auf exitsos.com, visaforaghans.net und kabul.int.igel-muc.de finden Sie ebenfalls Informationen.

Diese Seiten sind nicht von Handbook Germany erstellt. Wir können nicht für die Richtigkeit der Angaben dort garantieren.

Wo finde ich Hilfe in Afghanistan?

Auf der Website von Beporse Ma Ra finden Sie eine „Service Map“, auf der Sie nach Unterstützung in Afghanistan suchen können. Sie können dort auf Englisch, Farsi / Dari und Paschto nach Nahrungsmitteln, finanzieller Unterstützung, medizinischen Angeboten, Bildungsangeboten, Angeboten für Kinder und anderem suchen.

Auch der UNHCR versucht, die Menschen in Afghanistan zu unterstützen. Die Kontaktdaten des UNHCR für Afghanistan finden Sie auf help.unhcr.org.

Wo finde ich Hilfe, wenn ich in einem Nachbarland bin?

Der UNHCR versucht, geflüchtete Afghan*innen in den Nachbarländern zu unterstützen. Falls Sie Hilfe brauchen, können Sie sich an den UNHCR in dem Land wenden, in dem Sie sich aufhalten. Es kann länger dauern, bis Sie eine Antwort bekommen. Die Kontaktdaten des UNHCR für verschiedene Länder finden Sie auf help.unhcr.org.

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